04.09.2026

Warmwasser-Wärmepumpe als cleverer Einstieg in die Wärmepumpentechnik

Wer die vorhandene Heizungsanlage noch nicht komplett gegen eine Wärmepumpe austauschen möchte, kann trotzdem einen Teil der Wärmeversorgung auf die neue Technik umstellen. Eine Warmwasser-Wärmepumpe übernimmt gezielt die Bereitung des warmen Wassers und arbeitet dabei unabhängig von der eigentlichen Raumheizung. Das kann gerade in Bestandsgebäuden eine interessante Möglichkeit sein, vorhandene Technik weiter zu nutzen und gleichzeitig erste Schritte in Richtung Wärmepumpe zu gehen.
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  • WWK-I 300 Plus: Stiftung Warentest-Testsieger mit „SEHR GUT (1,5)“ und Preistipp.
  • Trennt Warmwasser von Raumheizung: Heizung bleibt, Warmwasser-WP entkoppelt im Sommer.
  • Nutzt Umgebungsluft per Kältemittelkreislauf; Effizienz senkt Stromkosten gegenüber Elektroboiler.
  • Im Test sehr leise; Aufstellort wichtig, da das Gerät den Raum abkühlen kann.
  • PV-geeignet: Überschussstrom kann Wasser im Speicher aufheizen; Bedienung am Gerät per Drehregler.
Stiftung Warentest-Sieger WWK-I 300 Plus von Stiebel Eltron überzeugt mit hoher Effizienz, leisem Betrieb und einfacher Bedienung. Foto: Stiebel Eltron
Stiftung Warentest-Sieger WWK-I 300 Plus von Stiebel Eltron überzeugt mit hoher Effizienz, leisem Betrieb und einfacher Bedienung. Foto: Stiebel Eltron
Ein Beispiel dafür ist die WWK-I Plus von Stiebel Eltron, die mit einem Speicherinhalt von 200 oder 300 Litern erhältlich ist. Die größere Variante WWK-I 300 Plus wurde von Stiftung Warentest geprüft und als einziges Gerät im Vergleich mit der Gesamtnote „SEHR GUT“ bewertet. Mit der Note 1,5 sicherte sie sich den Testsieg. Besonders hervorgehoben wurden Effizienz, Geräuschentwicklung und die langfristig niedrigen Stromkosten. Gleichzeitig bezeichnete Stiftung Warentest das Modell als „Preistipp“. 

Warmwasser und Raumheizung getrennt betrachten

In vielen Häusern übernimmt eine zentrale Heizungsanlage gleich zwei Aufgaben. Sie beheizt die Räume und sorgt für warmes Wasser zum Duschen, Baden oder Spülen. Das erscheint zunächst praktisch, muss energetisch aber nicht in jeder Situation die beste Lösung sein.

Vor allem außerhalb der Heizperiode zeigt sich der Unterschied. Während im Winter ohnehin Wärme für das Gebäude benötigt wird, läuft ein klassischer Heizkessel im Sommer teilweise nur deshalb, weil warmes Wasser gebraucht wird. Eine Warmwasser-Wärmepumpe ermöglicht eine andere Aufgabenteilung. Die bestehende Heizung kümmert sich weiterhin um die Räume, während die Wärmepumpe das Trinkwasser erwärmt.

Damit kann die Technik gerade für Eigentümer interessant sein, die ihre Heizung noch einige Jahre betreiben möchten. Statt sofort das komplette Heizsystem umzubauen, lässt sich zunächst die Warmwasserbereitung davon entkoppeln.

So arbeitet eine Warmwasser-Wärmepumpe

Das Funktionsprinzip ähnelt dem einer klassischen Wärmepumpe. Die benötigte Energie stammt zu einem erheblichen Teil aus der Umgebungsluft. Vereinfacht gesagt entzieht das Gerät der Luft Wärme und hebt deren Temperaturniveau mithilfe eines Kältemittelkreislaufs so weit an, dass damit das Wasser im integrierten Speicher erwärmt werden kann.

Strom wird weiterhin benötigt. Er dient jedoch in erster Linie dazu, den Wärmepumpenprozess anzutreiben. Genau deshalb spielt die Effizienz eine wichtige Rolle. Je besser das Verhältnis zwischen eingesetzter elektrischer Energie und bereitgestellter Wärme ausfällt, desto interessanter wird das System im laufenden Betrieb.

Das unterscheidet eine Warmwasser-Wärmepumpe beispielsweise von einem rein elektrischen Warmwasserspeicher, der die benötigte Wärme unmittelbar aus Strom erzeugt.

Testsieg mit Schwerpunkt auf Effizienz

Im Vergleich von Stiftung Warentest konnte sich die Stiebel Eltron WWK-I 300 Plus insbesondere beim wichtigsten Prüfpunkt „Effizienz und Umwelteigenschaften“ absetzen. Nach Angaben des Herstellers belegen die Messdaten außerdem, dass das Gerät im Test nicht nur besonders effizient arbeitete, sondern auch das leiseste Modell war.

Gerade die Betriebskosten verdienen bei einer solchen Anschaffung Aufmerksamkeit. Ein Warmwasserspeicher wird schließlich nicht nur gelegentlich genutzt. In einem Mehrpersonenhaushalt wird täglich geduscht, Hände werden gewaschen und in Küche sowie Bad wird regelmäßig warmes Wasser benötigt. Kleine Unterschiede beim Energieverbrauch können sich deshalb über viele Betriebsjahre summieren.

Stiftung Warentest kommt laut der Presseinformation zu dem Ergebnis, dass die niedrigen jährlichen Stromkosten die WWK-I 300 Plus auf längere Sicht zum günstigsten Modell im Test machen. 

Leiser Betrieb ist im Alltag wichtiger als gedacht

Neben dem Energieverbrauch spielt die Geräuschentwicklung eine Rolle. Eine Wärmepumpe arbeitet mit technischen Komponenten, die im Betrieb hörbar sein können. Wie relevant das ist, hängt stark vom Aufstellort ab.

Steht das Gerät weit entfernt von regelmäßig genutzten Wohnräumen, fällt ein Betriebsgeräusch möglicherweise kaum auf. Anders sieht es aus, wenn sich der Technikraum neben einem Arbeitszimmer, Schlafzimmer oder einem häufig genutzten Kellerraum befindet.

Dass die WWK-I Plus nach den Messungen von Stiftung Warentest das leiseste Gerät im Vergleich war, ist deshalb mehr als ein Komfortdetail. Stiebel Eltron selbst bezeichnet die Minimierung der Geräuschentwicklung laut Geschäftsführer Burkhard Max als wichtiges Kriterium bei der Entwicklung neuer Wärmepumpen. 

Der richtige Aufstellort will geplant sein

Eine Warmwasser-Wärmepumpe lässt sich nicht beliebig irgendwo im Haus platzieren. Da sie Wärme aus der Umgebungsluft gewinnt, beeinflusst der Aufstellraum ihren Betrieb. Gleichzeitig entzieht das Gerät der Luft Wärme und kann sie dadurch abkühlen.

Infrage kommen je nach baulichen Voraussetzungen beispielsweise Keller, Hauswirtschaftsraum oder Technikraum. Vor der Installation sollte deshalb geprüft werden, ob Platzangebot und räumliche Bedingungen zum jeweiligen Gerät passen.

Auch der praktische Alltag zählt. Ein großer Speicher benötigt entsprechend Stellfläche. Wartungsarbeiten müssen möglich bleiben und Leitungswege sollten sinnvoll geplant werden. Wer lediglich auf die Abmessungen des Geräts schaut, greift bei der Planung daher etwas zu kurz.

Das Produktbild der WWK-I 300 Plus zeigt beispielhaft eine Aufstellung in einem großzügigen Hauswirtschaftsraum neben Waschmaschine und Trockner. Gleichzeitig ist dort das Stiftung-Warentest-Ergebnis „SEHR GUT (1,5)“ hervorgehoben.

Besonders interessant in Verbindung mit Photovoltaik

Eine zusätzliche Perspektive eröffnet sich für Haushalte mit eigener Photovoltaikanlage. Wird ein Teil des benötigten Stroms auf dem eigenen Dach produziert, kann die Warmwasserbereitung gezielt dazu beitragen, selbst erzeugte Energie im Haus zu nutzen.

Warmwasser lässt sich gewissermaßen als thermischer Energiespeicher betrachten. Statt überschüssigen Solarstrom ausschließlich ins Netz einzuspeisen, kann er zeitweise genutzt werden, um den Wasservorrat im Speicher aufzuheizen. Das warme Wasser steht anschließend zur Verfügung, auch wenn die Sonne längst nicht mehr scheint.

Wie groß dieser Vorteil tatsächlich ausfällt, hängt von der jeweiligen Anlage, dem Stromverbrauch, dem Warmwasserbedarf und der Steuerung ab. Trotzdem zeigt das Beispiel, dass eine Warmwasser-Wärmepumpe nicht isoliert betrachtet werden muss. Sie kann Teil eines umfassenderen Energiekonzepts für das Haus werden.

Bedienung direkt am Gerät

Nicht jeder möchte für jede Änderung eine App öffnen oder sich intensiv mit einer Heizungssteuerung beschäftigen. Die grundlegenden Funktionen der WWK-I Plus lassen sich deshalb direkt am Gerät über einen Drehregler bedienen.
Dazu gehören nach Herstellerangaben beispielsweise die Einstellung der gewünschten Warmwassertemperatur und die Aktivierung des Boost-Betriebs. Für viele Alltagssituationen reicht diese direkte Bedienung bereits aus.

Der Boost-Betrieb kann etwa dann interessant sein, wenn kurzfristig mehr warmes Wasser benötigt wird als üblich. Das kann nach einem langen Bad, bei Besuch oder in einem Haushalt mit mehreren Personen vorkommen. Entscheidend ist dabei weniger, möglichst viele Funktionen zu besitzen, sondern im Alltag schnell auf einen veränderten Bedarf reagieren zu können.

Mehr Funktionen über die MyStiebel-App

Wer detailliertere Einstellungen vornehmen möchte, kann dafür die MyStiebel-App nutzen. Neben den Grundfunktionen stellt sie laut Stiebel Eltron zusätzliche Informationen wie Energiestatistiken bereit. Auch spezielle Betriebsprogramme lassen sich darüber aktivieren. Dazu zählen unter anderem das Urlaubsprogramm und das Hygieneprogramm. 

Gerade Energiestatistiken können hilfreich sein, um ein besseres Gefühl für den eigenen Warmwasserverbrauch zu entwickeln. Häufig bleibt dieser Teil des Energiebedarfs im Alltag unsichtbar. Man dreht den Wasserhahn auf und warmes Wasser steht zur Verfügung. Wie viel Energie dafür über Wochen und Monate benötigt wird, fällt ohne entsprechende Verbrauchsdaten deutlich schwerer einzuschätzen.

Auch beim Thema Handhabung konnte das getestete Modell punkten. Stiftung Warentest bewertete diesen Bereich laut Presseinformation mit „Sehr gut“ und der Note 1,2. 

Auch Sicherheit und Datenschutz flossen in den Test ein

Moderne Haustechnik wird zunehmend vernetzt. Damit gewinnen Aspekte an Bedeutung, die bei einem klassischen Warmwasserspeicher kaum eine Rolle spielten. Sobald ein Gerät über eine App gesteuert wird und Daten verarbeitet, gehören Datenschutz und digitale Sicherheit ebenfalls zur Produktbewertung.

Stiftung Warentest berücksichtigte deshalb neben Effizienz und Handhabung auch die Bereiche Sicherheit sowie Basisschutz persönlicher Daten. Die WWK-I 300 Plus erhielt laut Herstellerinformation in diesen Kategorien die Bewertungen 1,0 beziehungsweise 2,0 und damit jeweils das beste Ergebnis unter den getesteten Geräten.

Das zeigt zugleich, wie breit die Anforderungen an moderne Haustechnik inzwischen geworden sind. Ein gutes Gerät soll nicht nur zuverlässig Wärme erzeugen. Energieverbrauch, Bedienkomfort, Geräuschentwicklung und der Umgang mit digitalen Funktionen gehören heute ebenfalls zur Gesamtbetrachtung.

Für wen lohnt sich der Einstieg über die Warmwasserbereitung?

Besonders interessant kann eine Warmwasser-Wärmepumpe für Eigentümer sein, deren bestehende Heizung grundsätzlich noch funktioniert und deshalb nicht unmittelbar ausgetauscht werden soll. Ein kompletter Systemwechsel ist schließlich eine deutlich größere Entscheidung, die neben der Wärmepumpe selbst häufig weitere Maßnahmen im Gebäude betrifft.

Die separate Warmwasserbereitung eröffnet einen kleineren Einstieg. Sie ersetzt keine Wärmepumpe für die Raumheizung, kann die vorhandene Heizungsanlage aber von einer regelmäßig anfallenden Aufgabe entlasten.

Auch bei Modernisierungen kann sich diese Aufteilung anbieten. Wer beispielsweise zunächst Photovoltaik installiert oder einen Hauswirtschaftsraum erneuert, kann die Warmwasserbereitung frühzeitig in das Energiekonzept einbeziehen, ohne gleichzeitig das gesamte Heizsystem verändern zu müssen.

Entscheidend bleibt eine Betrachtung des einzelnen Hauses. Haushaltsgröße, täglicher Warmwasserverbrauch, Aufstellmöglichkeiten, vorhandene Heizung und gegebenenfalls eine Photovoltaikanlage beeinflussen, wie sinnvoll die Lösung im konkreten Fall ist.
Resümee von Karsten Mueller (Redaktion “bauen.com“)
Eine Wärmepumpe muss nicht zwangsläufig sofort die komplette Gebäudeheizung übernehmen. Mit einer Warmwasser-Wärmepumpe lässt sich zunächst ein klar abgegrenzter Bereich der Wärmeversorgung umstellen. Gerade für Bestandsgebäude kann das eine interessante Möglichkeit sein, vorhandene Heiztechnik weiter zu nutzen und gleichzeitig die Warmwasserbereitung neu zu organisieren.Die WWK-I 300 Plus von Stiebel Eltron verbindet dieses Konzept mit einem 300-Liter-Speicher, direkter Bedienung und zusätzlichen Funktionen über die MyStiebel-App. Im Test von Stiftung Warentest überzeugte das Modell besonders bei Effizienz und Geräuschentwicklung und erreichte als einziges Gerät im Vergleich die Gesamtnote „SEHR GUT (1,5)“. Ob eine Warmwasser-Wärmepumpe im eigenen Haus wirtschaftlich und technisch sinnvoll ist, hängt dennoch von den individuellen Voraussetzungen ab. Gerade diese überschaubare Einstiegsmöglichkeit macht die Technik aber für Eigentümer interessant, die ihre Energieversorgung Schritt für Schritt modernisieren möchten.


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