21.11.2022

Gebrauchte Baustellen-Lkw: Beim Kauf genauer hinsehen

Geht es darum, ein Nutzfahrzeug zu erwerben, ist nicht immer das Budget vorhanden, um ein Neufahrzeug zu erwerben. Bei einem Lkw ist es ebenso wie bei einem Pkw möglich, diesen zweiter, oder sogar dritte Hand zu erwerben. Allerdings gibt es einiges zu beachten, wenn ein gebrauchtes Baustellenfahrzeug erworben wird.
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Gebrauchte Baustellen-Lkw: Beim Kauf genauer hinsehen. Foto: blende12 / pixabay.com
Gebrauchte Baustellen-Lkw: Beim Kauf genauer hinsehen. Foto: blende12 / pixabay.com

Baustellen-Lkw werden stark belastet

Für einen Lkw im Fernverkehr ist es völlig normal, dass dieser mehrere Hunderttausend Kilometer Laufleistung innerhalb weniger Jahre aufweist. Doch geht es um den Kauf eines Baustellen-Lkw, sollte gilt es genauer hinsehen. Denn im Laufe der Jahre wird die Maschine je nach Art des Lkw und seinem Einsatzzweck unterschiedlich beansprucht. Daher gilt es auf verschiedene Merkmale zu achten.

Hinweis: Zu beachten ist, dass jedes Fahrzeug mit zGG über 3,5 to. mit einem digitalen Tachographen ausgestattet ist. Wie im gewerblichen Güterverkehr muss der Unternehmer auch hier regelmäßig die Fahrtenschreiber auslesen und die Daten entsprechend sicher speichern und aufbewahren.

In der Regel weisen gebrauchte Baustellenfahrzeuge wie bspw. Kipper eine geringere Laufleistung auf, doch diese Fahrzeuge unterliegen einer starken Belastung in Hinsicht auf die Mechanik. Zum einen wird die Kupplung des Fahrzeuges durch das ständige Anfahren mit hoher Last stark beansprucht – deutlich mehr als bei einem Lkw im Fernverkehr. Kommt es zu einem Kupplungstausch, dann kann dieser schnell mit mehreren Tausend Euro zu Buche schlagen. Bei modernen Lkw besteht die Möglichkeit, in der Vertragswerkstatt die Getriebesteuergeräte auszulesen. Somit lassen sich die vielen tausend Male, die der Fahrer im dritten oder vierten Gang angefahren ist, auslesen, denn dies ist der Kupplung nicht gerade zuträglich.

Tonnenschwere Lasten bei Kippern - das zehrt an Bremsen, Federn & Hydraulik

Die Hydraulikstempel müssen mehrmals täglich tonnenschwere Lasten stemmen. Daher sollte vor dem Kauf nicht nur die Kupplung überprüft werden, sondern auch die Hydraulikschläuche sowie die Hydraulikzylinder und -Kupplungen auf Beschädigungen und Dichtheit. Des Weiteren ist es vorgeschrieben, dass jährlich eine UVV-Prüfung erfolgt bei Fahrzeugen mit Hydraulikantrieb. In diesem Bezug muss der Verkäufer die Prüfbescheinigung vorlegen.

Risse im Blech oder eine stark verschlissene Mulde – das ist keine Seltenheit nach einem mehrjährigen Einsatz bei Kippern. Bei der Überprüfung des Fahrzeugs sollte die Mulde genau untersucht werden, um so eine teure Reparatur zu vermeiden.

Auch ein Blick auf die Blattfedern sollte nicht vergessen werden. Denn selbst die modernste Feder macht irgendwann schlapp. Federlagen sollten auf Brüche und Federbriden auf einen festen sitz überprüfen. Wird mit einem Hammer gegen die Briden geklopft, dann weist ein heller Klang auf einen festen Sitz hin. Ebenfalls lohnt sich der Blick auf die Stoßdämpfer: sind diese bereits leicht verölt oder trocken?

Außerdem sollte der Fahrtenschreiber überprüft werden. Ist dieser auf dem neuesten Stand und entspricht den neuen Bestimmungen? In dieser Hinsicht muss darauf geachtet werden, dass das Speichermodul versiegelt ist, sodass eine vorhergegangene Manipulation ausgeschlossen werden kann. Darüber hinaus ermöglichen die neuen Systeme, dass der Unternehmer problemlos den Tachograph auslesen kann, um die gefahrenen Kilometer sowie die Geschwindigkeitsdaten einsehen kann.

Der Idealfall: der Lkw ist 1. Hand

Im Idealfall hat der Lkw nur einen Vorbesitzer. Der Blick in die Fahrzeug-Papiere des Lkws ist wichtig (Fahrzeugschein I und II sowie die Berichte der Hauptuntersuchungen und Prüfbuch). All das gibt ebenfalls Auskunft über den Zustand des Fahrzeugs.

Der Kauf eines gebrauchten Fahrzeugs ist eine gute Möglichkeit, wenn es darum geht, Geld zu sparen. Doch die genannten Dinge und einige mehr sollten beachtet werden. Der Zustand des Fahrzeugs ist dabei von sehr großer Bedeutung. Das Beste ist es, das Fahrzeug von einer Fachwerkstatt gründlich überprüfen zu lassen, denn diese können den Bordcomputer auslesen. Zwar ist dies mit Kosten verbunden, doch am Ende ist sicher, ob das Fahrzeug gut gepflegt ist und somit seinen Preis wert ist. 

Quelle
t.s.


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