05.07.2021

Immobilie kaufen: Mit welchen Preisen muss und kann rechnen?

Wer sich heutzutage den Traum von den eigenen vier Wänden erfüllen möchte, stellt sich vor allen Dingen eine Frage: Wann werden die Immobilienpreise endlich wieder sinken? Denn trotz besonders günstiger Zinsen und vermeintlich attraktiven Baufinanzierungsmodellen mit kurzen Laufzeiten und niedrigen Tilgungsraten, sind viele Ein- beziehungsweise Mehrfamilienhäuser und Eigentumswohnungen für die meisten Kaufinteressierten auch weiterhin nur schwer finanzierbar – vor allem in den deutschen Metropolen. Doch während die Preise für Immobilien in der jüngsten Vergangenheit steil nach oben schossen, lässt sich mittlerweile in einigen Gegenden zumindest eine dezente Stagnation erkennen. In ländlichen Regionen Deutschlands sind die Zahlen sogar schon heute leicht rückläufig. Aber wie werden sich die Immobilienpreise in naher Zukunft weiterentwickeln? Und was hat es eigentlich mit der allseits gefürchteten Immobilienblase auf sich? 
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Immobilie kaufen: Mit welchen Preisen muss man aktuell und in Zukunft rechnen? Foto: pixabay.com
Immobilie kaufen: Mit welchen Preisen muss man aktuell und in Zukunft rechnen? Foto: pixabay.com
Geht es nach dem sogenannten Immobilienpreisindex, der bereits schon seit geraumer Zeit quartalsweise von dem Statistischen Bundesamt veröffentlicht wird, sind die Preise für Immobilien (respektive die Preise für Baudienstleistungen) in Deutschland seit dem Jahre 2015 durchschnittlich um über 17 Prozent gestiegen. Im Klartext bedeutet das: Ein Haus, das vor etwa sechs Jahren circa 300.000 Euro wert war, würde heute (Stand: Juli 2021) bereits über 350.000 Euro kosten. In den großen Städten, wie beispielsweise München, Frankfurt am Main oder Hamburg, liegen die Preise für Immobilien hingegen noch höher als im Rest des Landes. Übrigens: In der bundesdeutschen Hauptstadt stiegen die Immobilienwerte von Ende 2016 bis Ende 2017 um sage und schreibe über 20 Prozent an. Von Anfang 2014 bis zum dritten Quartal 2019 liegt dieser Wert sogar bei fast 70 Prozent. 
 
Laut zahlreicher Studien (zum Beispiel von Global Residential Cities) werden die Immobilienpreise in den Großstädten auch in naher Zukunft weiter steigen – jedoch nicht in derartig riesigen Dimensionen. Aktuell liegt der Medianpreis für Eigentumswohnungen in Berlin bei knapp über 4.500 Euro pro Quadratmeter (für Häuser liegt dieser Wert bei etwa 3.000 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche). Im Vergleich zum Vorjahresquartal ist hier ein Plus von über 10 Prozent zu verzeichnen. Ein ähnliches Bild zeichnet sich auch in den anderen Metropolregionen Deutschlands ab. So stiegen die Quadratmeterpreise in München beispielsweise um rund 11 Prozent bei Eigentumswohnungen (aktuell etwa 7.400 Euro pro Quadratmeter) und um knapp 10 Prozent bei Häusern (derzeit etwas unter 5.600 Euro pro Quadratmeter). Gut zu wissen: Bei dem Medianpreis handelt es sich um die durchschnittlichen Kosten für Wohnflächen in einer bestimmten Region. 

Immobilie kaufen: Wie sieht es mit der Preisentwicklung von Immobilien in den letzten Jahren und in der nahen Zukunft aus?

Wer eine Immobilie kaufen möchte, muss wie eingangs bereits erwähnt vor allem in großen Städten und Metropolregionen mit hohen und weiterhin ansteigenden Kosten rechnen – doch auch in kreisfreien und ländlichen Gebieten war bis vor kurzem ein Preisanstieg zu verzeichnen, wenn auch deutlich geringer. Ein Beispiel: Während die Preise im bundesdeutschen Durchschnitt allein zwischen dem 3. Quartal 2018 und dem 3. Quartal 2019 um fast 5 Prozent nach oben schossen, stiegen die Preise für Eigentumswohnungen (sowie für Ein- und Zweifamilienhäuser) in den Metropolen um 9 beziehungsweise 7,5 Prozent. Außerhalb der Großstädte stellte das Statistische Bundesamt ein Plus von 4,5 Prozent bei Eigentumswohnungen und rund 5 Prozent bei Ein- und Zweifamilienhäusern fest. Doch während die Preise in Berlin, München und Co. auch in naher Zukunft weiter ansteigen werden, ist in den ländlichen Regionen aktuell eine leichte Stagnation zu erkennen. Derzeit ist damit zu rechnen, dass sich die Immobilienpreise außerhalb der Metropolregionen in Deutschland in den kommenden Jahren weiterhin entspannen werden. Auf rückläufige Zahlen sollte man allerdings vorerst noch nicht hoffen. 

Warum steigen die Preise für Immobilien immer weiter an? 

Der stete Anstieg der Immobilienpreise in Deutschland lässt sich an mehreren Faktoren festmachen. Einerseits lag der Immobilienmarkt hierzulande über viele Jahrzehnte hinweg quasi brach. Die Nachfrage war eher gering und es gab zudem deutlich weniger Neubauten. Ein Anstieg der Preise war dementsprechend abzusehen. Zum anderen befinden sich viele Käufer in Deutschland in einer finanziell günstigen Position, da sowohl die Bauzinsen als auch die verschiedenen Immobilienkredite so niedrig sind wie noch nie zuvor. Seit dem Jahre 2010 hat sich die Nachfrage zudem deutlich erhöht, was sich nicht zuletzt auf die mangelnden Anlagealternativen zurückzuführen lässt. Einfach gesagt: Steigt die Nachfrage, erhöhen sich dementsprechend auch die Immobilienpreise. Darüber hinaus wurde dieser Preisboom auch durch die überaus stabile wirtschaftliche Lage in Deutschland beeinflusst. Aufgrund der sogenannten Corona-Krise ist allerdings damit zu rechnen, dass die Immobilienpreise vorerst keine allzu großen Sprünge machen werden – was für viele Kaufinteressenten eine gute Möglichkeit darstellt, den Traum vom Eigenheim endlich verwirklichen zu können.  
 
Wie groß ist die Gefahr einer Immobilienblase. Foto: iStock / domoskanonos
Wie groß ist die Gefahr einer Immobilienblase. Foto: iStock / domoskanonos

Wie groß ist die Gefahr einer Immobilienblase – und lohnt sich der Hauskauf trotz steigender Preise?  

Mit Blick auf die rasante Entwicklung der Immobilienpreise stellt sich für viele potentielle Käufer verständlicherweise die Frage, ob sich in naher Zukunft eine Immobilienblase entwickeln könnte. Gut zu wissen: Eine solche Blase kann entstehen, wenn überteuerte Häuser und Wohnungen über schlechte respektive ungünstige Immobilienkredite finanziert werden. Und wenn sich die allgemeinen Finanzierungsbedingungen dann auch noch weiter verschlechtern, droht diese Blase zu platzen. Allerdings gibt es hierzulande aktuell keine klar erkennbare Immobilienblase – und da die Tilgungskosten für die verschiedenen Baufinanzierungsmodelle mittlerweile einen historischen Tiefstand erreicht haben, ist auch in naher Zukunft nicht zwangsläufig damit zu rechnen. Daher kann sich der Kauf eines Hauses oder einer Eigentumswohnung auch zum aktuellen Zeitpunkt und trotz der hohen Immobilienpreise noch immer lohnen. Allerdings sollten die Käufer darauf achten, einen ausreichend hohen Eigenkapitalanteil in die Finanzierung mit einzubringen. Im Optimalfall sollte das Eigenkapital mindestens 20 bis 25 Prozent der gesamten Kaufsumme (sprich Kaufpreis plus Kaufnebenkosten) ausmachen. Somit wird das Risiko einer teuren Nachfinanzierung minimiert und die Laufzeit zum Teil auch deutlich verkürzt.

Quelle
t..s.


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