05.10.2020

Hausbau: Eigenheim in modularer Bauweise 

Die modulare Bauweise gewinnt in der Baubranche immer mehr an Bedeutung. Immerhin bringt sie viele Vorteile wie eine verkürzte Bauzeit und geringere Kosten mit sich. Interessierte können unter verschiedenen Arten der modularen Bauweise wählen und das eigene Zuhause perfekt planen. Zudem ist es bei diesem Baukonzept möglich, die Baukosten genau zu kalkulieren. Ein Ziel sollte darin bestehen, eine Balance zwischen Flexibilität und Individualität zu erreichen.
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Die modulare Bauweise mit vorgefertigten Elementen gewinnt zunehmend an Beliebtheit. Foto: pixabay.com
Die modulare Bauweise mit vorgefertigten Elementen gewinnt zunehmend an Beliebtheit. Foto: pixabay.com

Was ist modulares Bauen genau?

Unter modularem Bauen versteht man grundsätzlich eine Bauweise, bei der die einzelnen Komponenten nicht mehr vor Ort gebaut, sondern nur noch installiert werden. Einzelne Bestandteile wie Außenwände und Decken werden industriell vorgefertigt und dann zum gewünschten Bauort transportiert. Diese Module müssen dann aufgebaut und miteinander verbunden werden. Das modulare Bauen zeichnet sich unter anderem durch eine konsequente Emissionsvermeidung und Energieeffizienz aus und geht mit niedrigeren Betriebskosten sowie kürzeren Bauzeiten als andere Verfahren einher.

Diese Arten der modularen Bauweise gibt es

Beim modularen Bauen wird grundsätzlich zwischen drei verschiedenen Verfahren unterschieden: der Skelettbauweise, der Großtafelbauweise und der Modulbauweise beziehungsweise Containerbauweise. Die Skelettbauweise arbeitet mit einem Rahmen, der entweder am Bauort selbst errichtet oder ebenfalls modular vorgefertigt wird. Ein solcher Rahmen kann aus verschiedenen Materialien wie Holz, Stahl oder Stahlbeton bestehen. In diesen Rahmen müssen die ebenfalls vorgefertigten Deckenplatten sowie Wand-und Fassadenmodule eingesetzt werden. Für den Innenbereich wird auf das sogenannte Baukastenprinzip zurückgegriffen.

Bei der Großtafelbauweise wird komplett auf einen Rahmen verzichtet. Stattdessen werden die industriell hergestellten Wand- und Bodenplatten miteinander kombiniert. Bei der Modulbauweise schließlich müssen nicht einmal mehr bestimmte Platten und Elemente miteinander verbunden werden. Stattdessen sind die einzelnen Komponenten schon werksseitig montiert und müssen nur noch an den Bauort gebracht und dort aufgestellt werden. Hierfür kommt in der Regel ein Kran zum Einsatz. Wenn es sich bei den Modulen um Container handelt, wird auch von der Containerbauweise gesprochen.

Das eigene Zuhause perfekt planen

Die Planung der modularen Bauweise gelingt meist exakt und leicht. Foto: pixabay.com
Die Planung der modularen Bauweise gelingt meist exakt und leicht. Foto: pixabay.com
Die modulare Bauweise bietet Bauherren die Möglichkeit, ihr eigenes Zuhause vom ersten Moment an perfekt zu planen. Die einzelnen Module und Bauteile sind immer gleich und können daher analog und digital präsentiert und angesehen werden. In einigen Regionen gibt es ganze Musterhäuser, bei denen sich Interessierte einen Eindruck von den fertigen Gebäuden verschaffen können. So sehen sie auf einen Blick, ob sich ein bestimmtes Baukonzept für sie anbietet oder nicht.

Die Digitalisierung erleichtert die Planung von Modellbauhäusern noch einmal deutlich. Die Bauherren haben immer und überall Zugriff auf die unterschiedlichen Module und Möglichkeiten und können somit gezielt planen, wie ihr eigenes Haus später einmal aussehen soll. Außerdem können mittels digitaler Technologien verschiedene Bauteile miteinander kombiniert und somit Pläne für individuelle Immobilien geschaffen werden. Auch die Preiskalkulation und Preisvergleiche gelingen mit digitalen Technologien besonders leicht.

Modulares Bauen gelingt schnell und ist flexibel

Ein großer Vorteil der modularen Bauweise besteht darin, dass der eigentliche Bauvorgang innerhalb kürzester Zeit abgeschlossen ist. Es müssen keine Trocknungsphasen eingeplant werden, da die einzelnen Module bereits ausgehärtet und voll einsatzfähig sind. Es muss lediglich Zeit dafür kalkuliert werden, diese an den Wunschort zu transportieren und dort aufzubauen. Hierdurch lässt sich ein Hausbau viel schneller realisieren als mit anderen Bauweisen.

Hinzu kommt, dass das modulare Bauen äußerst flexibel ist. Die einzelnen Module können bei Bedarf wieder voneinander getrennt und anderweitig eingesetzt werden. Die einzelnen Häuser müssen später also nicht zwingend abgerissen werden, was die Einsatzzeit der eingesetzten Materialien und Ressourcen deutlich erhöht. Hierdurch ist die modulare Bauweise ausgesprochen nachhaltig. Hinzu kommt, dass die Materialien selbst nach der letzten Verwendung noch einmal genutzt und zum Aufbauen neuer Module eingesetzt werden können. Im Falle der Containerbauweise ist es häufig sogar möglich, den gesamten Container auf einen Schwertransporter zu laden und an einem anderen Ort wieder aufzustellen. Somit ist es nach einem Umzug kein Problem, das eigene Zuhause mitzunehmen und nicht erst komplett neu bauen zu müssen.

Preise exakt kalkulieren

Da die einzelnen Module seriell und industriell hergestellt werden, sind sie vergleichsweise günstig zu haben. Durch eine Massenproduktion wird eine hohe Effizienz erreicht, die sich an niedrigen Preisen für die einzelnen Module zeigt. Hinzu kommt, dass sich die Preise für das komplette Haus besonders leicht kalkulieren lassen. Neben den eigentlichen Modulen fallen nur noch Kosten für das Fundament, den Transport und den Aufbau an. Die Kostenkalkulation bei modularen Bauen ist in den meisten Fällen äußerst exakt und explodierende Baukosten lassen sich nahezu immer vermeiden.

Eine Balance aus Flexibilität und Individualität finden

Eine Schwierigkeit der modularen Bauweise besteht darin, dass die fertigen Module quasi nicht mehr angepasst werden können. Somit ist es nur eingeschränkt möglich, Sonderwünsche zu realisieren und ein Haus zu gestalten, das sich von anderen abhebt. Die einzelnen Modulbauten ähneln sich stark und sind eher funktional als ein Ausdruck des individuellen Stils. Einige Anbieter reagieren auf dieses Problem und bieten Bauherren die Möglichkeit, individuelle Anpassungen an den Modulen vorzunehmen. So können zum Beispiel Fassaden teils außergewöhnlich gestaltet werden und auch bei der Innenraumaufteilung ist es in Grenzen möglich, individuelle Vorstellungen umzusetzen. 

Insbesondere bei einem flexiblen Bausystem ohne Rastervorgaben sind Bauvorhaben individualisierbar. Die Anbieter loten im gemeinsamen Gespräch mit den Bauherren und deren Architekten die individuellen Wünsche und Zielsetzungen aus und entwickeln ein maßgeschneidertes Baukonzept. Hierbei werden unterschiedliche Faktoren wie der Brandschutz, die Energieeffizienz und vieles mehr berücksichtigt. Wer sich für modulares Bauen entscheidet, um die vielen Vorteile dieser Bauweise zu nutzen, sollte sich aber bewusst sein, dass Individualität nur eingeschränkt zu erreichen ist.

Quelle
f.l.


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