Fertighäuser in Tafelbauweise

Mehr als jedes fünfte neu genehmigte Ein- oder Zweifamilienhaus ist aktuell ein Fertighaus. Die meisten davon werden in Holz-Tafelbauweise errichtet.
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Digitalisierter Produktionsablauf
Die Holztafeln werden so weit wie möglich im Werk vorgefertigt. Foto: BDF / FingerHaus / Rolf Vennenbernd
„Die Beliebtheit von Fertighäusern beruht auf der kurzen Bauzeit, der hohen Energieeffizienz, der strengen Qualitätssicherung sowie der individuellen Gestaltung der Häuser. All dies macht die Tafelbauweise möglich“, sagt Georg Lange, Geschäftsführer des Bundesverbandes Deutscher Fertigbau (BDF).

Die Holz-Tafelbauweise ist seit je her die gängigste Art, industriell hergestellte Fertighäuser zu bauen. Es handelt sich hierbei um eine holzbasierte Verbundbauweise, bei der die Tragkonstruktion beidseitig mit Plattenwerkstoffen zu sogenannten „Tafeln“ verbunden wird.  Die Wand-, Decken- und Dachtafeln lassen sich besonders gut im Werk vorfertigen und dann in kurzer Zeit auf dem Grundstück des Bauherrn zu einem Gebäude montieren. Die großformatigen Tafeln vereinen viele wichtige Eigenschaften: Sie bilden die lastabtragenden und raumabschließenden Elemente des Hauses. Außerdem bieten sie als Außenbauteil sehr gute Dämmeigenschaften, weil sich der Großteil der Wärmedämmung im Tafelinnern, den sogenannten Gefachen, befindet. Dies ermöglicht hochgedämmte Gebäude, wie zum Beispiel KfW-Effizienzhäuser 40, und dennoch schlanke Außenwandstärken.
 
Fertighaus in Holz-Tafelbauweise
Die Holz-Tafelbauweise ist die gängigste Art, Fertighäuser zu bauen. Foto: BDF / Fischerhaus
Die Holztafeln werden in einem industriellen und weitreichend digitalisierten Produktionsablauf im Werk hergestellt. Die genauen Abmessungen der geschosshohen Tafeln orientieren sich an der maximal zu transportierenden Länge bzw. an der geplanten Gebäudelänge. Sie setzen sich aus Bauteilschichten  zusammen, die sich je nach angestrebtem Wärmeschutz, der Statik und der gewählten Fassadengestaltung sowie  den Wünschen der Bauherren von Hersteller zu Hersteller unterscheiden können.

Bei allen führenden Holztafelbauern gilt das Vier-Augen-Prinzip, um eine gleichbleibend hohe Qualität jedes Bauteils zu gewährleisten. „Externe Güteprüfer überwachen regelmäßig die werkseigenen Kontrollen, damit sich Bauherren der versprochenen Qualität sicher sein können und ihr Haus genauso gebaut wird wie geplant“, erklärt Lange. Auch die Einhaltung streng definierter Vorgaben in den Bereichen Brand-, Wärme- und Schallschutz sowie Luftdichtheit werde nicht nur versprochen, sondern auch nachweislich sichergestellt.
 
Industriell gefertigte Holztafeln
Wand-, Decken- und Dachtafeln werden im Werk vorgefertigt. Foto: BDF / FingerHaus / Rolf Vennenbernd
Eine Außenwandtafel kann beispielsweise von innen nach außen aus einer Gipskartonplatte, einer Holzwerkstoffplatte, einer Dampfbremse, dem Riegelwerk mit Dämmung in den Gefachen (Holz-Zwischenräumen), einer weiteren Holzfaserplatte oder Trägerplatte, dem Grundputz sowie dem abschließenden Edelputz bestehen. Auch werden Fenster und Türen inklusive Rollläden und Fensterbänken und Laibungen sowie Leitungen und Rohre für Wasser, Strom und die Lüftungsanlage bereits in die Holztafeln integriert, sodass sie auf der Baustelle nur noch verbunden werden müssen.

Per Tieflader werden die Tafeln zum Bauherrn geliefert, dort mit mobilen Kränen auf das vorgefertigte Fundament gesetzt und verschraubt. Nach nicht einmal zwei Werktagen steht der wetterfeste Rohbau, der innerhalb weniger Wochen alle individuellen Bau- und Ausstattungsdetails erhält. „Alle Prozesse sind bei der Tafelbauweise optimal aufeinander abgestimmt, damit der Bauherr sein Fertighaus termingerecht und zum vereinbarten Festpreis erhält. Auch diese gute Planbarkeit ist eine große Stärke von Fertighäusern in Holz-Tafelbauweise“, schließt Lange

Quelle18.06.2020
Bundesverband Deutscher Fertigbau e.V. (BDF)

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