15.04.2020

Pflicht und Kür: Was man in der Garage wirklich braucht!

Die Garage ist heutzutage weit mehr als nur ein notwendiger Abstellplatz fürs Auto. Oftmals ist sie ein multifunktionales Nutz- und Lagergebäude. Viele Bauherren allerdings gehen das Thema trotzdem ohne Elan an – und ärgern sich später, weil die Garage nicht all ihren Notwendigkeiten entspricht.
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Die Garage muss keine vollwertige Werkstatt sein – aber mehr als ein abgeschlossener Stellplatz macht definitiv Sinn. Unsplash.com Foto: Damir Kopezhanov / unsplash.com
Die Garage muss keine vollwertige Werkstatt sein – aber mehr als ein abgeschlossener Stellplatz macht definitiv Sinn. Unsplash.com Foto: Damir Kopezhanov / unsplash.com
Doch was benötigt dieses Gebäude wirklich? Und was sollte man für noch bessere Nutzbarkeit zumindest gedanklich im Vorhinein durchspielen?

1. Pflicht-Faktoren der Garage

Auf Auto-Zuwachs gebaut
Aller Forderungen von Umweltschützern zum Trotze kennt das Größenwachstum der allermeisten Automodelle seit Jahrzehnten nur eine Richtung: aufwärts. Angesichts dessen sollte man dringend bedenken, dass die Garage nicht minder lang von Nutzen sein soll wie das Haus.
Bedeutet, die Abmessungen, also:
  • Breite,
  • Tiefe und
  • Höhe,
sollten nicht nur für den aktuellen Fahrzeugbestand geplant werden. Das gilt doppelt, wenn die Familienplanung noch nicht abgeschlossen ist. Vielleicht wird das nächste oder übernächste Auto ein langer Kombi, ein hoher Van, wollen Kinder in der Garage in ihre Sitze gehievt werden. 

Und so, wie man beim Hausbau großzügige Kinderzimmer plant, obwohl der Nachwuchs jetzt nur auf wenigen Quadratmetern krabbelt, sollte man auch die Garage auf Zuwachs bauen – ungleich simpler und günstiger als nachträgliche Veränderungen.

Übrigens gilt das völlig unabhängig von möglichen Alternativnutzungen.
 
Mit einem sicheren Tor versehen
Zu oft wird für Garagen „irgendein“ Tor gewählt. Das ist schon deshalb falsch, weil es sich dabei um ein zentrales Designelement handelt – das natürlich dem Rest von Haus und Garage entsprechen sollte. 
 
Auf keinen Fall sollte das Thema Sicherheit außer Acht gelassen werden. Immerhin stellt schon das Auto einen beträchtlichen Wert dar. Auch sind in der Garage gelagerte Werkzeuge ein lohnendes Einbruchsziel.
 
Nicht zuletzt sollte man bei der Wahl des Garagentores auch die Art und Weise der geplanten Nutzung bedenken. Immerhin gibt es nicht nur Schwingtore, sondern auch Rolltore sowie nach den Seiten oder nach oben öffnende Sektionaltore. Jedes davon hat einen optimalen Einsatzbereich über den man sich beraten lassen sollte. 
 
Nicht ohne Torantrieb
Man kann es nur immer wiederholen: Wer ohne Garagentorantrieb baut, ärgert sich hinterher. Heutige Autos entriegeln nicht nur per Fernbedienung, je nach Modell öffnen sie auch Kofferraumklappen und mehr elektronisch. Das Garagentor sollte dieser „Geisterhand“ nicht nachstehen.
  
Es braucht nur einen kräftigen Regenschauer, um die Richtigkeit dieser These zu untermauern. Zumal heutige Antriebe nicht nur komfortabel sind, sondern auch ein wichtiger Sicherheitsbaustein. Solange sie kein codiertes Öffnungssignal bekommen, tut sich gar nichts – auch nicht mit roher Gewalt, da blockiert das Getriebe. Zusätzlich ist es wichtig, wenn Kinder in der Garage spielen sollten, dass sich bei dem geringsten Hindernis der Tor-Rücklauf abrupt einleitet – für den Hersteller von Garagentoren und Torantrieben Normstahl etwa ist dies zu Recht ein wichtiger Punkt. 
 
Mit genügend Stromanschlüssen
Die Zeit, in der die einzige Garagen-Stromversorgung in einer Deckenleuchte mündete, ist vorbei. Selbst wer die Garage wirklich nur als Auto-Abstellplatz benötigt, wird sich zumindest beim nächsten Frühjahrsputz für Steckdosen für Staubsauger und Co. freuen.
 
Aber: Grundsätzlich gilt auch in der Garage, dass man nicht genügend Steckdosen haben kann. Besonders, wenn sie gut verteilt sind. An der hinteren Wand machen sie ebenso Sinn wie an beiden Flanken. Tatsächlich sollte man beim Bau so weit gehen und eine 400-Volt-Leitung samt Absicherung und vielleicht auch einer Steckdose legen lassen. Aus zwei Gründen:
  1. So hat man die Option, Kraftstrom-betriebene Werkzeuge zu nutzen.
  2. Man kann bei der Wahl des nächsten Autos auch Elektrofahrzeuge miteinbeziehen. Wenn bereits ein 400-Volt-Kabel in die Garage führt, ist die Installation einer Wallbox zum Aufladen ein Klacks. 
Zumindest mit etwas Stauraum
Viele Bauherren lagern die Saisonbereifung in ihrer Autowerkstatt. Wozu also zusätzlicher Garagen-Stauraum? Deshalb:
  • Irgendwann kommen wahrscheinlich Fahrräder hinzu;
  • Nachwuchs kommt, braucht Sitzschalen, später Outdoor-Spielzeug;
  • Eiskratzer, Urlaubsfahrt-Reservekanister und Co. wollen nicht dauernd im Auto mitfahren.
Ehe man sich versieht, platzt die Garage aus allen Nähten und man kauft wacklige Kunststoffregale, um zumindest etwas Ordnung in die Lage zu bringen. 
 
Wer es cleverer macht, erkennt an, dass er jetzt vielleicht keinen Stauraum braucht, dieser aber zukünftig mit allerhöchster Wahrscheinlichkeit notwendig sein wird – und plant entsprechend mit mehr Fläche und integrierten Stauräumen und Regalen. 

2. Keine Pflicht, aber ziemlich angenehm

Sammeln von Regenwasser
Selbst eine kleine Einzelgarage verfügt über eine nicht zu verachtende Dachfläche. Was diese an Regenwasser sammelt, ist zu schade, um es in die Kanalisation zu leiten.

Schon wenn man nur einzelne Blumen/Pflanzen im oder ums Haus möchte, macht es viel Sinn, der Garage einen Sammelbehälter zu spendieren – erst recht, wenn man sich richtiggehend hobbygärtnerisch betätigen möchte.
Just diesen Schritt sollte man während der Planungsphase überdenken – dann nämlich kann man den Tank als unterirdische Zisterne nonchalant unter dem Garagenfundament verschwinden lassen. Nachträgliche Lösungen sind meist wesentlich weniger charmant.

Netter Nebeneffekt: durch das Sammeln des Regenwassers kann man die Belastung der Haushaltskasse durch die Abwassergebühr teils dramatisch senken
 
Mini-Umkleide für Arbeitsbekleidung
Garten-Clogs, Gummistiefel, Latzhose, Regenjacke… in den meisten Hausbesitzer-Familien gibt es viele Kleidungsstücke, die nur beim Werkeln, Outdoor-Spielen und der Gartenarbeit getragen werden. Doch da sie oft schmutzig sind, bleiben sie mangels Stauraum bei vielen Häusern „schmückend“ an Vorder- oder Hintertür, besonders das Schuhwerk. 
Wer es cleverer möchte, integriert innerhalb der Garage, alternativ als von außen zugänglicher Mini-Raum, eine Umkleidekabine. Dort werden diese Kleidungsstücke nicht nur gelagert, sondern man kann sie auch gleich an- und wieder ausziehen. 
 
Werkstattbereich
Natürlich, wer schon vor dem Hausbau Heimwerker oder Autoschrauber war, beziehungsweise sich fest vorgenommen hat, sich als Hausbesitzer auf dieses Steckenpferd zu schwingen, wird wahrscheinlich keine Garage ohne Werkstatt planen.
 
Aber auch alle anderen Bauherren sollten nicht verkennen, wie sehr das Hausbesitzerdasein einen manchmal dazu verleitet, die Dinge selbst in die Hand oder den Schraubenschlüssel zu nehmen. Vielleicht möchte man mal eine Einbausteckdose installieren, eine Lampe tauschen, ein Hochbeet selber bauen... Und dann gibt es ja noch die lange Liste der Gartengeräte – von denen nicht alle, schon wegen ihres Werts, in ein leichtgesichertes Gartenhäuschen gehören. 
 
Platz für eine kleine Werkbank und Werkzeug einzuplanen macht deshalb abermals viel Sinn. Dazu eine weitere Steckdosenreihe, angenehme Beleuchtung… Vielleicht sollte man auch überlegen, ob man diesen Bereich nicht räumlich etwas abgetrennt in die Garage integrieren möchte. 

Die Hundedusche

Knapp zwölf Millionen Hunde gibt es in Deutschland – sehr viele bei Eigenheim-Neubesitzern, die sich dieses Familienmitglied zuvor wegen eines Vermieters verkneifen mussten. Aber: Nicht nur bei Regenwetter sind Bellos in der Lage, sehr viel Schmutz ins Haus zu tragen.
 
An diesem Punkt sollte man sich fragen, ob es nicht sinnig wäre, die Garage um eine Art „Hundedusche“ zu erweitern – letztendlich nicht mehr als eine geflieste Ecke mit Brause, Abfluss und Wandhaken fürs Halsband; die kann auch hinter der Garage im Freien installiert sein. 
 
Auf diese Weise kann man den Vierbeiner nach einem Spaziergang von allem mitgebrachten Schmutz befreien und muss nicht die für Mensch und Tier gleichermaßen anstrengende Variante in der häuslichen Dusche oder Badewanne wählen.  

Quelle
e.l.


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