Pflanzenspiralen sind wahre Hingucker im Garten und bringen Struktur und Eleganz ins Grün. Mit etwas Geduld, dem richtigen Werkzeug und einer klaren Anleitung gelingt der kunstvolle Formschnitt auch Anfängern.
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Für den perfekten Spiralschnitt braucht es nicht viel: eine kegelförmige Pflanze, gutes Werkzeug und etwas Geduld. Mit einfachen Hilfsmitteln wie Bambusstäben lässt sich die Form Schritt für Schritt gestalten. Foto: STIHL
In geometrische Formen geschnittene Pflanzen sind lebende Kunstwerke und wachsen in jedem Barockgarten. Auch im eigenen Garten erfreuen sie als toller Blickfang, vor allem Pflanzenspiralen sind sehr beliebt. Die Form wirkt kompliziert, lässt sich mit diesen Tipps aber auch von Garten-Anfängern gut schneiden und gestalten. Benötigt werden etwas Geschick, einfachste Hilfsmittel, das richtige Werkzeug und Zeit. Voraussetzung, um aus einer Pflanze eine Spirale zu schneiden, ist eine kegelförmige Pflanze mit dichtem Wuchs und nur einem Mitteltrieb. Besteht eine Pflanze aus zwei oder mehr Trieben, scheidet sie für diesen Formschnitt aus.
Mit ruhiger Hand und scharfer Schere entsteht aus einer einfachen Pflanze ein kleines Kunstwerk. Der Formschnitt bringt Struktur, Eleganz und Persönlichkeit in jeden Garten. Foto: STIHL
Der für den Formschnitt benötigte Pflanzenkegel lässt sich selbst heranziehen, indem man eine Schablone – im Prinzip eine Art Tipi-Zelt – aus Bambusstangen fertigt, in die die Pflanze hineinwächst. Überstehende Zweige werden so lange abgeschnitten, bis die Pflanze die gewünschte Kegelform gebildet hat. Zypressen, Eiben, Buchs oder Liguster: Geeignet sind Pflanzen mit kleinem Laub oder feiner Benadelung. Die beste optische Wirkung erzielt eine Pflanzenspirale ab einer Größe von 100 Zentimeter. Sobald es im Frühjahr wärmer wird und die Pflanzen mit dem Austrieb beginnen, kann mit dem Formschnitt begonnen werden. Wie oft geschnitten werden muss, hängt von der Wuchskraft der jeweiligen Pflanzensorte und der gewünschten Größe der Pflanzenspirale ab.
Eine detaillierte Schritt-für-Schritt-Anleitung finden Sie in der Bildergalerie auf dieser Seite.
Resümee von Tilman Fabelhardt (Redaktion “bauen.com“)
Spannend, wie aus einer einfachen Pflanze mit Geduld und Präzision ein kleines Kunstwerk entstehen kann. Der Formschnitt zur Spirale bringt nicht nur barocke Eleganz in den Garten, sondern auch eine meditative Ruhe beim Arbeiten. Gerade wer Spaß an handwerklichen Aufgaben im Grünen hat, wird an dieser Technik Gefallen finden. Und am Ende steht eine Pflanze, die nicht nur wächst, sondern mit jeder Umdrehung ein Stück Persönlichkeit zeigt.
Bildergalerie
Für das Schneiden einer Pflanzenspirale werden folgende Materialien und Werkzeuge benötigt: Eine geeignete Pflanze wie beispielsweise Zypresse, Eibe, Buchs oder Liguster, dazu sechs Bambusstangen, die länger als Pflanze und Topf sind. Außerdem werden Kabelbinder, Geschenkband oder eine dickere Schnur sowie Vlies benötigt. Zum Arbeiten kommen eine Heckenschere STIHL HSA 60, eine Strauchschere STIHL HSA 26, eine Gartenschere STIHL PG 10, das STIHL Schärfwerkzeug 3-in-1 für Gartenscheren, eine Haushaltsschere und ein Maßband zum Einsatz. Zur persönlichen Schutzausrüstung gehören Arbeitshandschuhe und eine Schutzbrille. Foto: STIHL
Stecken Sie sechs Bambusstäbe in gleichmäßigem Abstand rings um den Topf in den Boden. Steht die Pflanze im Topf auf der Terrasse, stellen Sie den Topf für diesen Arbeitsschritt einfach auf den Rasen. Foto: STIHL
Der Winkel der Stäbe bestimmt die Kegelform und ist Geschmackssache. Der Abstand der Stäbe zum Topf – 30 cm sind ein guter Richtwert - muss bei allen Stäben gleich sein, damit der Kegel nicht schief wird. Foto: STIHL
Binden Sie die Stangen über der Pflanze mit Kabelbinder zusammen. Foto: STIHL
So können Sie die „ZeltKonstruktion“ ganz einfach wieder abbauen und mehrmals verwenden. Foto: STIHL
Mit der Akku-Heckenschere STIHL HSA 60 starten Sie nun den ersten groben Formschnitt. Foto: STIHL
Bevor Sie die überstehenden Triebe mit der Heckenschere abschneiden, setzen Sie sicherheitshalber eine Schutzbrille auf. Sie verhindert, dass abgeschnittene Pflanzenteilchen
in die Augen geschleudert werden können. Arbeitshandschuhe schützen zudem Ihre Hände vor eventuellen Verletzungen. Foto: STIHL
Schneiden Sie nun mit der Heckenschere alle Triebe ab, die aus der „Zelt-Konstruktion“ herauswachsen. Bewegen Sie die Klingen dabei langsam entlang der Stangen auf und ab. Sind alle Triebe abgeschnitten, nehmen Sie die zusammengebundenen Stangen ab und bewahren Sie sie auf. Foto: STIHL
In den nächsten Monaten stehen Folgeschnitte an – je nach Wuchs der Pflanze zwei bis drei Mal im Jahr –, für die Sie das „Zelt“ wieder über die Pflanze stülpen und herauswachsende Triebe abschneiden müssen. Mit ein wenig Übung können Sie auch auf die Stangen verzichten. Nach dem Schnitt können Sie den Topf wieder an seinen ursprünglichen Platz stellen. Je nach Ausgangszustand der Pflanze ist der für die Pflanzenspirale benötigte, mindestens 100 cm große Kegel nach ein bis zwei Jahren gewachsen. Foto: STIHL
Das Prinzip ist einfach, das Ergebnis eindrucksvoll: Ein spiralförmig um die Pflanze gewundenes Geschenkband von der Spitze bis zur Basis der Pflanze dient als Richtschnur für die Form. Entlang dieser Linie werden Furchen in die Pflanze geschnitten, sodass sich die Spiralform nach und nach von selbst ergibt. Zum Erhalt der bestehenden Form müssen in den kommenden Jahren immer nur die Jahrestriebe abgeschnitten werden, also alle neuen Äste mit hellgrünen Blättern oder Nadeln. Soll die Pflanze und damit die Figur noch größer werden, reicht es, nur die Triebspitzen abzuschneiden. Foto: STIHL
Knoten Sie das Geschenkband an der Triebspitze fest und wickeln Sie es drei bis vier Mal in gleichmäßigen Abständen abwärts um die Pflanze, sodass diese in mehrere Zonen unterteilt ist. Foto: STIHL
Binden Sie das Band unten an einem Zweig fest, damit es nicht verrutschen kann. Mit einer Haushaltsschere können Sie das Band auf die richtige Länge kürzen. Foto: STIHL
Der grobe Schnitt erfolgt mit einer Gartenschere wie der STIHL PG 10. Schneiden Sie die Furchen in die Zwischenräume der Windungen des Geschenkbandes. Beginnen Sie direkt unterhalb eines Bandes und schneiden Sie für eine gleichmäßige Spirale immer entlang des Bandes. Lassen Sie sich dabei Zeit und betrachten Sie die Pflanze immer wieder aus einiger Entfernung, um den Schnitt zu prüfen – Fehlschnitte lassen sich nicht mehr beheben, sondern müssen auswachsen. Foto: STIHL
Sobald eine von oben bis unten durchgehende Furche in die Pflanze geschnitten ist und die grobe Form feststeht, können Sie das Band entfernen, da es bei den folgenden Schritten stören würde. Foto: STIHL
Formen Sie die Furchen mit der Gartenschere weiter aus und schneiden Sie die Zweige dabei
bis zum Stamm zurück. Foto: STIHL
Auch dabei sollten Sie sich Zeit lassen und die Pflanze immer wieder aus allen Blickwinkeln betrachten. Foto: STIHL
Zur besseren Übersicht schütteln Sie das Schnittgut regelmäßig aus den Zweigen, Reste kämmen Sie mit den Fingern heraus. Foto: STIHL
Das Schnittgut können Sie in der Regel gut kompostieren. Reste von Thuja oder Eibe sollten Sie zum Kompostieren allerdings klein schneiden, da große Stücke davon nur langsam verrotten. Foto: STIHL
Steht die fertige Pflanzenspirale in der Sonne, schützen Sie sie in den ersten zwei Tagen mit einem Vlies vor Sonnenbrand, denn durch den Rückschnitt sind nun Zweige und Pflanzenteile der Sonne ausgesetzt, die bisher im Pflanzeninneren geschützt waren. Diese müssen sich erst an die neuen Bedingungen anpassen. Foto: STIHL
Mit dem Neuaustrieb der Pflanze in den nächsten Wochen und Monaten wird die Spirale immer dichter. Ein möglicherweise zunächst zerzaust wirkender Wuchs wächst sich heraus. Foto: STIHL
Da die Form bereits besteht, ist der Nachschnitt relativ einfach. Verwenden Sie dazu eine kurze Akku-Strauchschere wie die STIHL HSA 26, das geht schneller als mit einer mechanischen Gartenschere. Auch hier gilt es, mit Bedacht zu schneiden, um die Form nicht zu zerstören. Je nach Wuchs der Pflanze muss sie zwei- bis dreimal im Jahr geschnitten werden: das erste Mal Mitte Mai, dann Ende Juni und gegebenenfalls Ende August – je nachdem, wie dicht die Figur werden soll. Foto: STIHL
Setzen Sie die Schutzbrille auf und schneiden Sie alle aus der Form wachsenden Triebe ab. Foto: STIHL
Das kurze Messer macht die HSA 26 dabei sehr wendig und ermöglicht exakte Schnitte. Foto: STIHL
Entfernen Sie die Schnittreste zwischendurch sorgfältig, um die Form der Pflanze gut erkennen und eventuell noch Korrekturen vornehmen zu können. Foto: STIHL
Da bei den Erhaltungsschnitten immer nur wenig abgeschnitten wird, können Sie auf einen Sonnenschutz der Pflanze verzichten. Foto: STIHL
In geometrische Formen geschnittene Pflanzen sind lebende Kunstwerke und wachsen in jedem Barockgarten. Auch im eigenen Garten erfreuen sie als toller Blickfang, vor allem Pflanzenspiralen sind sehr beliebt. Foto: STIHL
In geometrische Formen geschnittene Pflanzen sind lebende Kunstwerke und wachsen in jedem Barockgarten. Auch im eigenen Garten erfreuen sie als toller Blickfang, vor allem Pflanzenspiralen sind sehr beliebt. Foto: STIHL