Handwerker-Sicherheitsleistung auf dem Prüfstand

Wer ein Haus baut oder saniert, kommt an Handwerksbetrieben nicht vorbei – und damit oft auch an deren Forderungen nach Sicherheiten. Bauherren sollten genau hinschauen und sich nicht unter Druck setzen lassen.
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Ein Handwerker errichtet eine Hauswand aus weißen Mauersteinen auf einem Baugerüst..
Um ihre finanziellen Forderungen abzusichern, verlangen viele Handwerker Sicherheiten. Das ist gesetzlich erlaubt, muss aber nicht ungeprüft akzeptiert werden. Foto: djd / Bauherrenschutzbund / Marko Priske
Wer Sanierungs- und Modernisierungsarbeiten oder den Neubau eines Hauses plant, benötigt Handwerksunternehmen. Immer häufiger fordern die Betriebe zur Absicherung ihrer Leistungen sogenannte Sicherheitsleistungen. Grundsätzlich haben Handwerksbetriebe das Recht, sich gegen Zahlungsausfälle abzusichern, etwa über Vorauszahlungen, Bürgschaften oder Sicherheitseinbehalte. Bis zum Doppelten des Auftragswerts sind die Forderungen rechtlich zulässig. Doch gerade private Bauherren sind oft verunsichert, wenn plötzlich hohe Summen als Sicherheit im Raum stehen. Deshalb rät Erik Stange, Pressesprecher des Bauherren-Schutzbund e. V. (BSB): „Bauherren sollten solche Ansprüche nicht ungeprüft hinnehmen.“
Ein Bauarbeiter steht auf einem Dachstuhl aus Holz und montiert Sparren.
Viele Handwerker verlangen für ihre Arbeit beim Bauen oder Modernisieren Sicherheitsleistungen. Private Auftraggeber sollten diese nicht ungeprüft erfüllen. Foto: djd / Bauherren-Schutzbund / Getty Images / grandriver

Sicherheiten ja – aber bitte mit Augenmaß

Sicherheitsleistungen sind im Bauhandwerk durchaus üblich. Trotzdem sollten private Bauherren genau hinsehen, bevor sie solchen Vereinbarungen zustimmen. Denn nicht jede Absicherung ist angemessen oder notwendig. BSB-Verbraucherschützer Stange empfiehlt, Sicherheitsforderungen individuell zu bewerten und sich bei Unsicherheiten fachlich beraten zu lassen.
Mehrere Männer besprechen die korrekte Ausführung bei der Montage einer Haustür im Innenbereich.
Sicherheitsleistungen, die Handwerker verlangen, bevor sie einen Auftrag annehmen, lassen sich in vielen Fällen verhandeln. Foto: djd / Bauherren-Schutzbund

Verhandlungsspielräume nutzen

In der aktuellen Marktlage sind viele Handwerksbetriebe offener für Verhandlungen. Das eröffnet für Bauherren neue Chancen, über Umfang und Form der Sicherheit zu verhandeln und bessere Konditionen zu erzielen, etwa durch gestaffelte Zahlungen, reduzierte Sicherheitsbeträge oder alternative Absicherungsformen. Auch der Einbehalt eines Teils der Schlusszahlung bis zur Abnahme kann eine faire Lösung sein. Entscheidend ist, dass Bauherren keine vorschnellen Zusagen machen, sondern mit Augenmaß und Vergleichen arbeiten.

Alternativangebote einholen lohnt sich

Gerade bei hohen oder komplexen Sicherheitsforderungen ist es sinnvoll, Vergleichsangebote einzuholen. Andere Fachfirmen bieten möglicherweise dieselbe Leistung zu faireren Bedingungen an. Ein transparenter Marktüberblick stärkt die Verhandlungsposition und schafft Vertrauen in die getroffene Entscheidung.
Resümee von Tilman Fabelhardt (Redaktion “bauen.com“)
Verlässliche Handwerksarbeit ist beim Hausbau Gold wert, aber Vertrauen darf keine Einbahnstraße sein. Wer als Bauherr Sicherheiten leisten soll, sollte sich gut informieren und nicht alles blind unterschreiben. Die gute Nachricht: Der Markt bewegt sich, und viele Betriebe sind inzwischen durchaus gesprächsbereit. Wer sachlich verhandelt, Alternativen prüft und unabhängigen Rat einholt, sichert sich nicht nur faire Konditionen, sondern auch ein gutes Gefühl beim Bauprojekt. So entsteht die gewünschte Partnerschaft auf Augenhöhe, genau das, was modernes Bauen braucht.

Quelle08.08.2025
Bauherren-Schutzbund e.V. / djd

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