TL;DR - Das Wichtigste in Kürze
- Wärmebedarf bleibt trotz Wärmepumpe: Dämmung, Fenster, Luftdichtheit, Wärmebrücken sind entscheidend.
- Heizlast senken: kleinere Wärmepumpe reicht, arbeitet effizienter, oft weniger Umbau an Heizflächen.
- Wärmepumpen arbeiten effizient mit niedrigen Vorlauftemperaturen (max. 55 °C statt ca. 70 °C).
- Vorab unabhängige Prüfung: Heizkörper-Reserven, nötige Vorlauftemperaturen, Gebäudetyp beachten.
- 5 Schritte: erfassen, Heizlast prüfen, dämmen, Heizflächen auslegen, Wärmepumpe optimal dimensionieren.

„Bevor private Bauherren die alte Heizung einfach durch eine Wärmepumpe ersetzen, sollten sie die bestehende Heizanlage und das Haus von unabhängigen Fachleuten prüfen lassen“, rät Gierhardt. „Im konkreten Fall kommt es immer auf die Gegebenheiten an, jedes Gebäude ist unterschiedlich, ein Reihenhaus verhält sich wärmetechnisch anders als ein freistehendes, ein Bungalow anders als ein Haus mit zwei Vollgeschossen.“ Wichtige Fragen dabei seien etwa: Welche Reserven haben die vorhandenen Heizkörper? Welche Vorlauftemperaturen braucht das Haus? Eine gute Vorprüfung ist die Grundlage dafür, dass die Wärmepumpe später zum Haus passt.
Unabhängige Fachleute, wie die aus dem Netzwerk des VPB, geben Orientierung für ein Vorgehen fünf Schritten. Erstens: Zustand erfassen, also Heizsystem, Heizkörper, Temperaturen und Verbrauchsdaten. Zweitens: Heizlast und Systemtemperaturen prüfen, woraus sich ergibt, welche Leistung und Temperaturen nötig sind. Drittens: Wärmeverluste gezielt senken, also dämmen, wo es nötig und sinnvoll ist. Viertens: Heizflächen passend auslegen – wo nötig, werden Heizkörper vergrößert, manchmal bieten sich Alternativen wie etwa eine Wandheizung an. Fünftens: Auf dieser verbesserten Ausgangslage lässt sich die Wärmepumpe optimal dimensionieren, sodass sie effizient und wirtschaftlich arbeitet. „Eine Wärmepumpe lässt sich oft auch im Bestand gut einsetzen“, weiß Gierhardt, „wenn man mithilfe von Fachleuten sein Haus samt Heizsystem gut versteht.“
Und nicht vergessen: Maßnahmen zur energetischen Ertüchtigung sind oft auch förderfähig. Für die Gebäudehülle ist die BAFA zuständig. Einen Zuschuss zum Heizungstausch bringt das KfW-Programm 458. Hierzu berät ein Fördermittelberater aus dem Netzwerk des VPB.
