TL;DR - Das Wichtigste in Kürze
- Haus als Gesamtsystem sehen: unabhängige Beratung verhindert Schäden durch falsche Sanierung.
- Keller besonders prüfen: kühl + feucht, daher schimmelanfällig; Sachverständige erkennen versteckte Mängel.
- Im Frühling gut lüften, Außenwände frei halten; Möbel abrücken für Luftzirkulation & Wandkontrolle.
- Im Sommer nur bei kühlen Außentemperaturen lüften: warme Luft kondensiert im Keller und fördert Schimmel.
- Keller trocken halten: Rückstausicherung prüfen; je nach Nutzung Rückstauverschluss oder Hebeanlage.

„Da dort in der Regel niedrige Raumtemperatur und hohe Luftfeuchtigkeit zusammenkommen, sind Keller anfällig für Schimmel“, weiß Hammes. „Wer ein Haus im Bestand kaufen möchte, sollte dort also besonders gut hingucken.“ Am besten, man zieht einen unabhängigen Bausachverständigen wie die aus dem Netzwerk des VPB zurate. Ein Kennerblick entdeckt auch Mängel, die Laien nicht auffallen würden. Dies vermeidet spätere böse Überraschungen und Kosten.
Hausbesitzer können Schimmelbildung vorbeugen, indem sie ihren Keller im Frühling gründlich durchlüften. „Damit die Luft optimal zirkulieren kann, sollten die Außenwände frei sein“, empfiehlt Hammes. „Wer Möbel und Gegenstände ein Stück in den Raum hineinrückt, hat außerdem freie Sicht auf die Wände, um diese zu prüfen.“ Habe sich bereits Schimmel gebildet, erkenne man dies an den typischen Verfärbungen. Wichtig sei, betont Hammes, den Keller in den warmen Monaten nur bei kühlen Außentemperaturen zu lüften: „Warme Luft speichert mehr Feuchtigkeit, die sie beim Einströmen in die kühlen Kellerräume in Form von Kondenswasser an die Wände abgibt.“ Dies begünstigt Schimmelbildung.
Den Keller gilt es auch in anderer Hinsicht trocken zu halten: indem man die Rückstausicherung an Waschmaschine, Spülbecken oder in Bodenabläufen auf ihre Funktionstüchtigkeit überprüft. „Rückstausicherungen sind notwendig, wenn Abwasser unterhalb der sogenannten Rückstauebene – üblicherweise die Straßenkante – abgeleitet wird“, erklärt Hammes. Der Hintergrund: Wenn heftige Niederschläge die Kanalisation überlasten, drücken diese das Abwasser zurück in die Grundstücksentwässerungsanlagen der umliegenden Häuser. „In Abstellräumen reicht häufig ein Rückstauverschluss mit Pendelklappe“, sagt Hammes. Bei der teuren Heizungsanlage sei schon besserer Schutz geboten. „Auch wenn kein Gefälle zum Kanal besteht, ist eine kontinuierliche Entwässerung von Nöten.“ Dann kommt üblicherweise eine Abwasserhebeanlage zum Einsatz.
„Die Bestandsaufnahme im Eigenheim ist ein kontinuierlicher Prozess“, weiß Hammes. „Kosten für regelmäßige Wartungen und kleinere Reparaturen sind gering im Vergleich zu den hohen Ausgaben, die durch vernachlässigte Schäden entstehen können.“
