06.06.2026

Hausbau: Rissüberwachung aus der Ferne

Ein Riss in einer Wand ist nie belanglos. Er kann stabil und folgenlos sein – oder eine fortschreitende strukturelle Bewegung anzeigen, welche die Standsicherheit eines Bauwerks gefährdet. Genau hier liegt die Herausforderung einer zuverlässigen Diagnose: zwischen beiden Fällen zu unterscheiden. Lange Zeit beruhte diese Unterscheidung auf manuellen, zeitlich weit auseinanderliegenden Ablesungen, die wenig präzise und teuer waren. Die Rissüberwachung aus der Ferne liefert heute eine deutlich genauere Antwort – und der vernetzte Rissmonitor R1 von Saugnac ist deren überzeugendste Ausprägung.
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  • Manuelle Rissmessung ist selten, teuer & riskant; liefert nur Momentaufnahmen ohne Klimakontext.
  • R1 misst kontinuierlich Rissbreite (0,01 mm), Temperatur & Luftfeuchte und sendet Daten automatisch.
  • Kurven & Warnschwellen in der App, Zugriff per Smartphone/PC; Export als Excel/CSV für Gutachten.
  • Plug-and-Play: in Minuten montiert, 2 Bohrungen; LTE-M/NB-IoT & Batterie bis zu 7 Jahre.
  • Seit Ende 2024 über 100 Installationen in FR, DE, AT, CH; geeignet für Bauwerke & Infrastruktur.
Vernetzter Rissmonitor R1 zur Fernüberwachung eines durchgehenden Risses. Foto: Saugnac
Vernetzter Rissmonitor R1 zur Fernüberwachung eines durchgehenden Risses. Foto: Saugnac
Die Rissüberwachung aus der Ferne liefert heute eine deutlich genauere Antwort – und der vernetzte Rissmonitor R1 von Saugnac ist deren überzeugendste Ausprägung.

Die Grenzen der manuellen Rissüberwachung

Einen Riss zu überwachen bedeutet, die Veränderung seiner Breite im Laufe der Zeit zu messen. Mit einer klassischen mechanischen Messlehre muss ein Techniker regelmäßig vor Ort sein, den Wert ablesen, ihn notieren und Wochen später erneut messen. Dieses Vorgehen hat mehrere konkrete Nachteile.

Zunächst ist die Messhäufigkeit gering: Man erfasst eine punktuelle Momentaufnahme, nie die tatsächliche Dynamik des Phänomens. Ein Riss kann sich infolge von Temperaturschwankungen öffnen und wieder schließen, ohne dass es jemand bemerkt. Zudem wird die manuelle Ablesung an schwer zugänglichen Bauwerken nahezu unmöglich: an hohen Fassaden, Brücken, Viadukten, in Untergeschossen oder in Gebäuden mit großer Raumhöhe. Jede Messung erfordert dann eine Hubarbeitsbühne, ein Gerüst oder einen Industriekletterer – mit erheblichen Kosten und Risiken. Schließlich fehlt dem Sachverständigen ohne kontinuierliche Daten eine entscheidende Information: die Korrelation zwischen den beobachteten Bewegungen und den klimatischen Bedingungen.

Was der vernetzte Rissmonitor R1 tatsächlich misst

R1 mit klassischer Ablese-Messlehre auf einem Innenriss – Auflösung 0,01 mm. Foto: Saugnac
R1 mit klassischer Ablese-Messlehre auf einem Innenriss – Auflösung 0,01 mm. Foto: Saugnac
Der vernetzte Rissmonitor R1 beantwortet diese Grenzen unmittelbar. Es handelt sich um einen autonomen Sensor, der die Entwicklung eines Risses kontinuierlich misst und seine Daten automatisch aus der Ferne überträgt – ganz ohne Einsatz vor Ort.

Seine Besonderheit liegt in den drei integrierten Sensoren. Der R1 erfasst nicht nur die Rissbreite mit einer Auflösung von 0,01 mm: Er misst auch die Temperatur und die relative Luftfeuchtigkeit der Umgebung. Diese Kombination ist entscheidend. Sie ermöglicht es Experten, den Einfluss klimatischer Schwankungen auf die Struktur zu analysieren und eine natürliche, jahreszeitlich bedingte und reversible Bewegung von einer echten, fortschreitenden Schädigung zu unterscheiden. Genau diese verschränkte Auswertung verwandelt eine bloße Messung in eine Diagnose.

Alle Daten werden je nach gewählter Häufigkeit übertragen – stündlich, alle 6 Stunden oder einmal täglich – und in der Saugnac-App gebündelt, die über Computer oder Smartphone abrufbar ist. Der Nutzer betrachtet die Kurven, legt Warnschwellen fest und erhält eine sofortige Benachrichtigung, sobald ein kritischer Wert erreicht wird. Der Export im Excel- oder CSV-Format erleichtert die Integration der Messwerte in ein Sachverständigengutachten oder ein Gebäudemanagementsystem.

Eine für die Praxis konzipierte Installation

Lieferumfang des R1: betriebsbereit geliefert, in wenigen Minuten installiert. Foto: Saugnac
Lieferumfang des R1: betriebsbereit geliefert, in wenigen Minuten installiert. Foto: Saugnac
Eine der historischen Hürden für die flächendeckende Nutzung von Überwachungssensoren war ihre komplizierte Installation. Der R1 folgt einer „Plug-and-Play“-Logik. Er wird betriebsbereit geliefert und lässt sich in wenigen Klicks konfigurieren – ganz ohne IT-Kenntnisse.

Die Montage erfolgt in wenigen Minuten, auf jedem Untergrund – massiv oder hohl, flach oder in einer Ecke. Zwei Bohrungen genügen zur Befestigung, ohne spezielles Werkzeug oder umfangreiche Schulung. Diese Einfachheit ist an schwer zugänglichen Stellen ein entscheidender Vorteil, an denen jeder Einsatz hohe Kosten verursacht. Die Datenübertragung erfolgt über ein LTE-M/NB-IoT-Modul, das eine stabile Messdatenübertragung unabhängig von den lokalen Netzbedingungen sicherstellt. Die langlebige Batterie ermöglicht zudem eine Betriebsdauer von bis zu sieben Jahren und reduziert den Wartungsaufwand erheblich – ein wesentlicher Pluspunkt bei Bauwerken, die langfristig überwacht werden sollen.

Für welche Anwendungen und welche Fachleute?

R1 zur Fassadenüberwachung im Außenbereich, diskret in einer Ecke montiert. Foto: Saugnac
R1 zur Fassadenüberwachung im Außenbereich, diskret in einer Ecke montiert. Foto: Saugnac
Die Rissüberwachung aus der Ferne betrifft ein breites Spektrum von Akteuren im Bauwesen und Ingenieurbau:
  • Ingenieurbüros und Bauingenieure: präzisere Diagnosen auf Basis kontinuierlicher Messungen statt einzelner Ablesungen.
  • Immobilienverwalter und Gebäudebetreiber: optimierte Sanierungsplanung und reduzierte Wartungskosten, da nur zum richtigen Zeitpunkt eingegriffen wird.
  • Historische Bauwerke: diskrete und nicht-invasive Überwachung ohne physische Eingriffe an empfindlichen Strukturen.
  • Betonbauwerke und schwere Infrastrukturen: Brücken, Tunnel und Staudämme, die mechanischen und klimatischen Belastungen ausgesetzt sind – mit Echtzeit-Zugriff zur frühzeitigen Erkennung kritischer Entwicklungen.
Diese Früherkennung vermeidet kostspielige Reparaturen und trägt vor allem zur Sicherheit der Bauwerke und der Menschen bei.

Ein bereits in der Praxis bewährtes System

Seit seiner Markteinführung Ende 2024 wurde der R1 bereits an über 100 Standorten in Frankreich, Deutschland, Österreich und der Schweiz erfolgreich installiert. Diese rasche Verbreitung unterstreicht das wachsende Interesse von Fachleuten an vernetzten Lösungen für die Bauwerksüberwachung.

Hinter diesem Produkt steht eine fundierte Expertise: Saugnac ist ein französisches Unternehmen, das seit über 30 Jahren auf die Herstellung von Messgeräten spezialisiert und im Bereich der Überwachung von Rissen und Strukturbewegungen anerkannt ist. Die Produktpalette umfasst heute rund 20 Modelle, die auf die Anforderungen von Bau- und Infrastrukturexperten abgestimmt sind; das Unternehmen ist seit rund einem Jahrzehnt auf dem deutschen und österreichischen Markt tätig.

Der R1 steht dabei nicht allein: Er ist Teil einer umfassenderen vernetzten Produktreihe, zu der unter anderem der R2 (großer Messbereich, bis zu 100 mm) und der R5 (Neigungssensor mit 2-Achsen-Überwachung) gehören, um jede Art von struktureller Bewegung abzudecken. Für die Überwachung eines Risses bleibt der R1 jedoch die Referenzlösung: präzise, einfach zu installieren und langfristig zuverlässig.
 

Resümee von Karsten Mueller (Redaktion “bauen.com“)
Die digitale Rissüberwachung ermöglicht eine deutlich präzisere Bewertung von Bauwerksschäden als klassische manuelle Messungen. Der vernetzte Rissmonitor R1 von Saugnac erfasst kontinuierlich Rissbreite, Temperatur und Luftfeuchtigkeit und überträgt die Daten automatisch. Dadurch lassen sich strukturelle Veränderungen frühzeitig erkennen, Wartungskosten senken und fundierte Diagnosen erstellen. Die einfache Installation und lange Batterielaufzeit machen das System für Gebäude, Infrastruktur und Denkmalobjekte gleichermaßen interessant.
Quelle
af.pr.


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