TL;DR - Das Wichtigste in Kürze
- Manuelle Rissmessung ist selten, teuer & riskant; liefert nur Momentaufnahmen ohne Klimakontext.
- R1 misst kontinuierlich Rissbreite (0,01 mm), Temperatur & Luftfeuchte und sendet Daten automatisch.
- Kurven & Warnschwellen in der App, Zugriff per Smartphone/PC; Export als Excel/CSV für Gutachten.
- Plug-and-Play: in Minuten montiert, 2 Bohrungen; LTE-M/NB-IoT & Batterie bis zu 7 Jahre.
- Seit Ende 2024 über 100 Installationen in FR, DE, AT, CH; geeignet für Bauwerke & Infrastruktur.

Die Grenzen der manuellen Rissüberwachung
Einen Riss zu überwachen bedeutet, die Veränderung seiner Breite im Laufe der Zeit zu messen. Mit einer klassischen mechanischen Messlehre muss ein Techniker regelmäßig vor Ort sein, den Wert ablesen, ihn notieren und Wochen später erneut messen. Dieses Vorgehen hat mehrere konkrete Nachteile.Zunächst ist die Messhäufigkeit gering: Man erfasst eine punktuelle Momentaufnahme, nie die tatsächliche Dynamik des Phänomens. Ein Riss kann sich infolge von Temperaturschwankungen öffnen und wieder schließen, ohne dass es jemand bemerkt. Zudem wird die manuelle Ablesung an schwer zugänglichen Bauwerken nahezu unmöglich: an hohen Fassaden, Brücken, Viadukten, in Untergeschossen oder in Gebäuden mit großer Raumhöhe. Jede Messung erfordert dann eine Hubarbeitsbühne, ein Gerüst oder einen Industriekletterer – mit erheblichen Kosten und Risiken. Schließlich fehlt dem Sachverständigen ohne kontinuierliche Daten eine entscheidende Information: die Korrelation zwischen den beobachteten Bewegungen und den klimatischen Bedingungen.
Was der vernetzte Rissmonitor R1 tatsächlich misst

Seine Besonderheit liegt in den drei integrierten Sensoren. Der R1 erfasst nicht nur die Rissbreite mit einer Auflösung von 0,01 mm: Er misst auch die Temperatur und die relative Luftfeuchtigkeit der Umgebung. Diese Kombination ist entscheidend. Sie ermöglicht es Experten, den Einfluss klimatischer Schwankungen auf die Struktur zu analysieren und eine natürliche, jahreszeitlich bedingte und reversible Bewegung von einer echten, fortschreitenden Schädigung zu unterscheiden. Genau diese verschränkte Auswertung verwandelt eine bloße Messung in eine Diagnose.
Alle Daten werden je nach gewählter Häufigkeit übertragen – stündlich, alle 6 Stunden oder einmal täglich – und in der Saugnac-App gebündelt, die über Computer oder Smartphone abrufbar ist. Der Nutzer betrachtet die Kurven, legt Warnschwellen fest und erhält eine sofortige Benachrichtigung, sobald ein kritischer Wert erreicht wird. Der Export im Excel- oder CSV-Format erleichtert die Integration der Messwerte in ein Sachverständigengutachten oder ein Gebäudemanagementsystem.
Eine für die Praxis konzipierte Installation

Die Montage erfolgt in wenigen Minuten, auf jedem Untergrund – massiv oder hohl, flach oder in einer Ecke. Zwei Bohrungen genügen zur Befestigung, ohne spezielles Werkzeug oder umfangreiche Schulung. Diese Einfachheit ist an schwer zugänglichen Stellen ein entscheidender Vorteil, an denen jeder Einsatz hohe Kosten verursacht. Die Datenübertragung erfolgt über ein LTE-M/NB-IoT-Modul, das eine stabile Messdatenübertragung unabhängig von den lokalen Netzbedingungen sicherstellt. Die langlebige Batterie ermöglicht zudem eine Betriebsdauer von bis zu sieben Jahren und reduziert den Wartungsaufwand erheblich – ein wesentlicher Pluspunkt bei Bauwerken, die langfristig überwacht werden sollen.
Für welche Anwendungen und welche Fachleute?

- Ingenieurbüros und Bauingenieure: präzisere Diagnosen auf Basis kontinuierlicher Messungen statt einzelner Ablesungen.
- Immobilienverwalter und Gebäudebetreiber: optimierte Sanierungsplanung und reduzierte Wartungskosten, da nur zum richtigen Zeitpunkt eingegriffen wird.
- Historische Bauwerke: diskrete und nicht-invasive Überwachung ohne physische Eingriffe an empfindlichen Strukturen.
- Betonbauwerke und schwere Infrastrukturen: Brücken, Tunnel und Staudämme, die mechanischen und klimatischen Belastungen ausgesetzt sind – mit Echtzeit-Zugriff zur frühzeitigen Erkennung kritischer Entwicklungen.
Ein bereits in der Praxis bewährtes System
Seit seiner Markteinführung Ende 2024 wurde der R1 bereits an über 100 Standorten in Frankreich, Deutschland, Österreich und der Schweiz erfolgreich installiert. Diese rasche Verbreitung unterstreicht das wachsende Interesse von Fachleuten an vernetzten Lösungen für die Bauwerksüberwachung.Hinter diesem Produkt steht eine fundierte Expertise: Saugnac ist ein französisches Unternehmen, das seit über 30 Jahren auf die Herstellung von Messgeräten spezialisiert und im Bereich der Überwachung von Rissen und Strukturbewegungen anerkannt ist. Die Produktpalette umfasst heute rund 20 Modelle, die auf die Anforderungen von Bau- und Infrastrukturexperten abgestimmt sind; das Unternehmen ist seit rund einem Jahrzehnt auf dem deutschen und österreichischen Markt tätig.
Der R1 steht dabei nicht allein: Er ist Teil einer umfassenderen vernetzten Produktreihe, zu der unter anderem der R2 (großer Messbereich, bis zu 100 mm) und der R5 (Neigungssensor mit 2-Achsen-Überwachung) gehören, um jede Art von struktureller Bewegung abzudecken. Für die Überwachung eines Risses bleibt der R1 jedoch die Referenzlösung: präzise, einfach zu installieren und langfristig zuverlässig.
Resümee von Karsten Mueller (Redaktion “bauen.com“)
Die digitale Rissüberwachung ermöglicht eine deutlich präzisere Bewertung von Bauwerksschäden als klassische manuelle Messungen. Der vernetzte Rissmonitor R1 von Saugnac erfasst kontinuierlich Rissbreite, Temperatur und Luftfeuchtigkeit und überträgt die Daten automatisch. Dadurch lassen sich strukturelle Veränderungen frühzeitig erkennen, Wartungskosten senken und fundierte Diagnosen erstellen. Die einfache Installation und lange Batterielaufzeit machen das System für Gebäude, Infrastruktur und Denkmalobjekte gleichermaßen interessant.
