01.06.2026

Bausparen im Faktencheck

In Deutschland gibt es derzeit zwischen 22 und 27 Millionen Bausparverträge – rechnerisch hat damit etwa jeder zweite Haushalt einen. Lange galt Bausparen als Standardweg ins Eigenheim. Doch passt das noch? Gerade in unsicheren Zeiten wächst der Wunsch nach planbarer Finanzierung, gleichzeitig hält sich Kritik: „unflexibel“, „altmodisch“, „unrentabel“. Schwäbisch Hall-Bausparexperte Matthias Zott ordnet die häufigsten Vorurteile ein.
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Bausparen bietet, entgegen aller Vorurteile, Sicherheit und Planungsspielraum, gerade in bewegten Zeiten. (Foto: Westend61 / Joseffson)
Bausparen bietet, entgegen aller Vorurteile, Sicherheit und Planungsspielraum, gerade in bewegten Zeiten. (Foto: Westend61 / Joseffson)

Vorurteil 1: „Bausparen ist altmodisch“ 

Steigende Mieten und hohe Anforderungen an Eigenkapital erschweren vielen Haushalten den Weg ins Wohneigentum. Und die Zinsbewegungen der letzten zwei Monate zeigen: Wer kaufen oder bauen will, braucht vor allem eines – verlässliche, langfristige Planung. „Gerade in der heutigen Zeit stehen Sicherheit und Planbarkeit wieder im Mittelpunkt jeder Finanzentscheidung. Bausparen hat sich dabei über viele Jahre hinweg bewährt. Trotz aller Krisen und Turbulenzen konnten Sparer ihren Traum vom eigenen Zuhause verwirklichen – Bausparen ist alles andere als altmodisch“, sagt Matthias Zott. 

Vorurteil 2: „Bausparen ist unflexibel“ 

Beim Bausparen geht es nicht nur ums „Bauen“ – ein weit verbreiteter Irrtum. Tatsächlich lässt sich ein Bausparvertrag für viele wohnwirtschaftliche Zwecke nutzen: für den Kauf oder Bau einer Immobilie samt Nebenkosten, für Modernisierung, Sanierung, Grundstückskauf, altersgerechte Umbauten, Anschlussfinanzierungen, die Ablösung bestehender Kredite oder den Erwerb eines dauerhaften Wohnrechts. 

Während der Sparphase haben Bausparer zudem Spielraum: Sie können ihre Raten flexibel anpassen und jederzeit Sonderzahlungen leisten. 

Auch in der Bauspardarlehensphase sind Sondertilgungen jederzeit kostenfrei möglich. Wer das Darlehen nicht benötigt, kann sich das angesparte Guthaben auszahlen lassen – allerdings entfällt eventuell die staatliche Förderung. „Unterschiedliche Tarifvarianten und Optionen ermöglichen, den Vertrag nach den eigenen Bedürfnissen zu gestalten“, erklärt Matthias Zott. 

Vorurteil 3: „Bausparen lohnt sich für junge Leute nicht“ 

Gerade für junge Menschen bietet Bausparen oft einen guten Einstieg in den Vermögensaufbau. Wer früh beginnt, hat mehr Zeit, Eigenkapital für spätere Wohnvorhaben aufzubauen. Zudem profitieren insbesondere Berufseinsteiger mit niedrigeren Einkommen von staatlichen Förderungen wie der Wohnungsbauprämie, der Arbeitnehmersparzulage oder Wohn-Riester beziehungsweise künftig der neuen Eigenheimrenten-Förderung. Wer seinen Bausparvertrag vor dem 25. Lebensjahr abschließt, kann das angesparte Guthaben inklusive Wohnungsbauprämie später auch ohne wohnwirtschaftliche Bindung verwenden. 

„Was vielen nicht bewusst ist: Die Einkommensgrenzen für Förderungen wurden angehoben. Damit können zum Beispiel heute rund 70 Prozent der Bevölkerung die Wohnungsbauprämie bekommen. Es profitieren also nicht nur junge Menschen, sondern auch Familien, Sanierer oder Anschlussfinanzierer", sagt Zott. 

Vorurteil 4: „Bausparen lohnt sich wegen niedriger Zinsen nicht“ 

Ein häufiger Fehler liegt darin, Bausparen nur anhand der Guthabenzinsen zu bewerten. Wer das tut, übersieht den eigentlichen Nutzen – das planbare, zinsgünstige und flexible Bauspardarlehen. 

Ein Bausparvertrag ist kein Renditeprodukt und eignet sich nicht für einen direkten Vergleich mit ETFs oder Fonds. Sein Kernnutzen: Er sichert frühzeitig einen festen Darlehenszins für später – besonders in unsicheren Zinsphasen. Je nach Bausparkasse und Tarifangebot liegen die Darlehenszinsen aktuell bei etwa 1,4 bis 3,5 Prozent und damit oft unter dem Niveau klassischer Baufinanzierungen, etwa Annuitätendarlehen. Das kann sich rechnen, wenn Bauzinsen steigen. „Die aktuell starke Nachfrage nach Bauspardarlehen zeigt: Immer mehr Kunden, die sich in den vergangenen Jahren niedrige Zinsen gesichert haben, nutzen jetzt ihr Bauspardarlehen für Wohnprojekte“, betont Zott. „Und was viele nicht wissen: Wird der Bausparvertrag nicht benötigt, lässt er sich auch auf Angehörige – etwa die eigenen Kinder – übertragen.“ 

Vorurteil 5: „Mit Bausparen allein kommt man ohnehin nicht an Immobilien heran“ 

Richtig, ein Bausparvertrag ersetzt in der Regel keine komplette Immobilienfinanzierung. „Er ist aber ein wichtiger Baustein“, erklärt Zott. „Er hilft beim Aufbau von Eigenkapital und kann die Finanzierungskonditionen verbessern.“ In Kombination mit einem klassischen Darlehen kann ein Bausparvertrag Finanzierungslücken schließen oder einzelne Finanzierungsbestandteile planbar machen – etwa bei Modernisierungen oder Anschlussfinanzierungen. 

„Viele Vorurteile rund um das Bausparen entstehen durch falsche Vergleiche oder vereinfachte Annahmen“, fasst Matthias Zott abschließend zusammen. „Ein Bausparvertrag dient vor allem dem Aufbau von Eigenkapital und der Absicherung eines günstigen Bauspardarlehens. Für Sparer mit konkreten Wohnplänen kann er ein sinnvoller Baustein der Finanzplanung sein.“

Quelle
Bausparkasse Schwäbisch Hall AG


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