Umfrage: Modernisieren, um den Wert der Immobilie zu sichern
Unsanierte Häuser und Wohnungen erzielen oft deutlich geringere Preise als modernisierte Gebäude – Abschläge von bis zu 30 Prozent sind möglich. Entschied früher vor allem die Lage, spielt heute ferner die Energieeffizienzklasse eine wichtige Rolle für den Immobilienwert. Das erkennen auch die Eigentümer: Eine Modernisierung sehen sie in erster Linie als Maßnahme, um den Wert ihrer Immobilie zu sichern – so eine aktuelle Umfrage der Bausparkasse Schwäbisch Hall.
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Eigentümer sehen Modernisierungen in erster Linie als Investition in den Immobilienwert. (Grafik: Bausparkasse Schwäbisch Hall)
Für die Umfrage hat Schwäbisch Hall gemeinsam mit dem Meinungsforschungsinstitut Civey im Zeitraum 18. März bis 5. April 2026 online 2.500 Eigentümerinnen und Eigentümer privater Wohnimmobilien befragt.
Modernisierung: Werterhalt wichtiger als Wohnkomfort
Für 54,3 Prozent ist Modernisieren vor allem eine Investition in den Werterhalt – der Spitzenwert der Umfrage. Knapp 40 Prozent nennen mehr Wohnkomfort als Beweggrund. Auf Platz drei folgt der Wunsch, Energiekosten zu begrenzen (38,0 Prozent). Immobilienexperte Oliver Adler sagt: „Modernisierung ist eine Investition in die Zukunft der eigenen Immobilie. Ohne regelmäßige Instandhaltung verliert eine Immobilie jährlich etwa ein bis zwei Prozent an Wert. Wer modernisiert, kann diesen Verlust ausgleichen – und je nach Umfang den Wert sogar um fünf bis 20 Prozent steigern.“
38,0 Prozent wollen sich durch Modernisierung vor steigenden Energiekosten schützen. In Haushalten mit Kindern ist dieser Wunsch besonders ausgeprägt (56,1 Prozent; ohne Kinder: 34,8 Prozent). Oliver Adler ordnet ein: „Energiekosten – vor allem fürs Heizen – sind für viele Hausbesitzer ein Dauerthema. Globale Krisen verschärfen die Lage. Wer energetisch saniert, senkt laufende Kosten und macht sich unabhängiger.“ Klimaschutz nennen dagegen nur 28,3 Prozent als Motiv. Das zeigt: Eigentümer handeln meist aus handfesten realen Gründen – nicht aus Idealismus.
Größte Hürde: Unsicherheit bei Kosten und Nutzen
Viele zögern trotzdem: 34,9 Prozent der befragten Eigentümer sehen eine Modernisierung als hohe finanzielle Belastung. 26,5 Prozent sind unsicher, ob sich die Investitionen tatsächlich amortisieren. Auffällig: Wer erst plant, ist skeptischer als Eigentümer, die bereits eine Modernisierung umgesetzt haben. „Oft fehlt es an Sicherheit – bei Kosten, Nutzen und Finanzierung. Und häufig ist die Sorge vorab größer als die tatsächliche Belastung nach der Umsetzung“, schlussfolgert Oliver Adler.
Wer schon modernisiert hat, bewertet Nutzen höher
Die Umfrage zeigt auch: Wer bereits modernisiert hat, bewertet den Nutzen deutlich höher – etwa bei Kostenersparnis, Komfort und Klimaschutz – und hat geringere Zweifel an der Wirtschaftlichkeit. Die größte Hürde liegt in der Planungsphase. Dort entscheidet sich, ob aus einer Idee konkrete Schritte werden. Adler sagt: „Wer bereits modernisiert hat, merkt: Der Nutzen ist greifbarer als die Angst davor. Gerade in der Planungsphase brauchen Eigentümer also Sicherheit und Orientierung, damit Vorhaben nicht aufgeschoben werden.“
Energieeffizienz steht bei geplanten Maßnahmen im Fokus
Wer in den nächsten fünf Jahren modernisieren will, setzt vor allem auf Energieeffizienz. Ganz vorn steht der Tausch der Heizung: 42,9 Prozent der Modernisierungsplaner wollen umrüsten. Es folgen ein modernes Bad (33,0 Prozent), eine Photovoltaikanlage (31,3 Prozent) sowie Dämmmaßnahmen (28,2 Prozent). „Energetische Maßnahmen senken laufende Kosten und sichern den Wert – das wissen Wohnimmobilienbesitzer. Eigentümer investieren dort, wo der Nutzen spürbar ist – für sich und für die nächste Generation.“
Eigentümer wollen Wert sichern – für Verkauf oder Vererbung
Den Wert der eigenen Immobilie stabil zu halten, ist für die große Mehrheit wichtig oder sehr wichtig: 82,0 Prozent stimmen zu. „Das Eigenheim ist für viele Menschen der größte Vermögenswert. Entsprechend groß ist der Wunsch, diesen Wert zu sichern – für einen möglichen Verkauf und für die nächste Generation“, sagt der Schwäbisch Hall-Experte.
Fazit
Wer nicht modernisiert, riskiert langfristig Wertverluste. Viele Eigentümer sehen die Sanierung längst als Investition – scheitern aber oft an Unsicherheit. Hilfreich sind ein klarer Maßnahmenplan, verlässliche Kostenangebote und eine passende Finanzierung. Dann wird aus dem Vorsatz ein Projekt – und aus Modernisierung ein Plus beim Werterhalt.