
Foto: DJD/Dr. Klein Privatkunden/Getty Images/Catherine Falls Commercial
Zwischen Wunsch und Wirklichkeit
Doch gerade bei diesen bedeutsamen Faktoren weicht die Realität von der Idealvorstellung ab: Lediglich 73 Prozent – und somit zehn Prozent weniger, als es sich wünschen – empfinden ihre aktuelle Wohnsituation als ruhig und entspannt. Derselbe Unterschied zeigt sich bei Sicherheit und Geborgenheit (70 Prozent). Knapp drei Viertel sehen ihr Zuhause als Rückzugsort, das ist eine Differenz von fünf Prozent. „Der Wohnungsmarkt ist sehr angespannt. Immer mehr Menschen müssen zu Kompromissen bereit sein. Das führt zu einer gewissen Diskrepanz zwischen der ursprünglichen Traumvorstellung und der tatsächlichen Wohnsituation“, erklärt dazu Matthias Kruse, Spezialist für Baufinanzierung bei Dr. Klein in Norderstedt. Hinzu kommt, dass sich Ansprüche an das eigene Zuhause mit der Zeit verändern. „Wichtig ist, dass die Lücke zwischen dem, was ich mir wünsche und dem, was ich habe, nicht zu groß wird.“´
Eigentum stärkt das Zuhause-Gefühl
Wer in den eigenen vier Wänden lebt, fühlt sich mehr zu Hause (93 Prozent) als diejenigen, die zur Miete wohnen (77 Prozent). „Wenn ich mein Haus oder meine Wohnung selbst gestalten kann und jeder Euro, den ich für mein Zuhause bezahle, am Ende in meine eigene Tasche fließt, habe ich natürlich einen stärkeren Bezug als zu einem Mietobjekt“, so Matthias Kruse weiter. Dabei ist der Besitz der selbst genutzten Wohnimmobilie für das Zuhause-Gefühl umso relevanter, je kleiner der Wohnort ist. Fast zwei Drittel derjenigen, die in einer Kleinstadt oder einem Dorf wohnen, geben an, dass die eigenen vier Wände für sie wichtig sind, um sich zu Hause zu fühlen. In Großstädten geht es nur knapp der Hälfte so. Unterschiedliche Sichtweisen gibt es diesbezüglich auch im Osten und Westen sowie unter Männern und Frauen. So präferieren 58 Prozent der Westdeutschen Wohneigentum, in Ostdeutschland sind es nur 49 Prozent. Und während die eigenen vieResümee von Karsten Mueller (Redaktion “bauen.com“)
Für die meisten Deutschen bedeutet Zuhause vor allem Ruhe, Sicherheit und Geborgenheit. Die Umfrage zeigt jedoch eine spürbare Lücke zwischen Wunsch und Realität, bedingt durch einen angespannten Wohnungsmarkt und veränderte Lebensumstände. Wohneigentum stärkt das Zuhause-Gefühl deutlich, insbesondere außerhalb von Großstädten, während regionale und demografische Unterschiede die Wahrnehmung zusätzlich prägen.
