
Laut Prognosen der Internationalen Energieagentur (IEA) könnten bis 2050 weltweit bereits zwei von drei Haushalten mit Klimaanlagen ausgestattet sein. In den USA werden schon heute rund 90 Prozent aller Gebäude gekühlt. Mit zunehmendem Hitzeschutz steigt unweigerlich auch der Energiebedarf für den Betrieb von Klimaanlagen. Dieser könnte sich nach IEA-Szenarien von 6.200 GWh im Jahr 2016 auf rund 23.000 GWh im Jahr 2050 nahezu vervierfachen – mit Konsequenzen nicht nur für das Klima, sondern auch die Stromnetze. Insbesondere während Hitzewellen, wie Anfang Juli, könnte die zunehmende Verbreitung von Klimageräten zusätzliche Lastspitzen verursachen. Eine aktuelle Untersuchung des Karlsruher Institute of Technology und Quantensprung Energy Consulting kommt zu dem Ergebnis, dass allein mobile Klimageräte die Spitzenlast im Sommer um rund 14 GW erhöhen könnten, was einer signifikanten Steigerung von 23 Prozent entspricht.
Den hohen Stromverbrauch von Klimaanlagen spüren die Betreiber auch im Geldbeutel. Nach Berechnungen der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz und des Öko-Instituts verbrauchen Klimageräte bei 500 Betriebsstunden im Jahr zwischen 391 und 481 kWh. Wird die Klimaanlage mit Netzstrom betrieben, summieren sich die Kosten für die Kühlung eines Raums schnell auf 150 Euro im Jahr. „Wer hingegen Solarstrom vom eigenen Dach nutzt, kann die Stromkosten für die Klimaanlage um rund 65 Prozent senken“, sagt Carsten Körnig, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes Solarwirtschaft. „Damit der steigende Energiebedarf für Klimaanlagen und industrielle Kühlprozesse nicht dazu führt, dass mehr teurer Graustrom genutzt wird und in Folge der CO₂-Ausstoß steigt und die weltweiten Klimaschutzziele gerissen werden, muss Kälte in Zukunft zwingend aus Erneuerbaren Energien erzeugt werden. Die perfekte Lösung ist die Kombination von Solar- und Klimaanlagen, denn die Sonne scheint immer dann, wenn auch der Bedarf nach Hitzeschutz am höchsten ist – an warmen, sonnigen Sommertagen.“
Resümee von Karsten Mueller (Redaktion “bauen.com“)
Steigende Temperaturen machen Klimaanlagen zunehmend unverzichtbar, erhöhen jedoch zugleich Energieverbrauch und Kosten. Die intelligente Kombination von Klimaanlagen mit Solarstrom bietet einen nachhaltigen Ausweg: Sie senkt die Betriebskosten deutlich, entlastet Stromnetze und reduziert CO₂-Emissionen. So lässt sich wirksamer Hitzeschutz mit Umwelt- und Klimaverantwortung verbinden.
