13.02.2026

Hitzeschutz ohne Reue...

Schwindel, Verwirrtheit, Erschöpfung, Hitzschlag – die gesundheitlichen Folgen von Hitzewellen machen immer mehr Menschen zu schaffen. Besonders gefährdet sind Senioren, Kranke und Kleinkinder. Ein probates Mittel gegen die Folgen von Hitzewellen sind Klimaanlagen. Allerdings haben diese in Deutschland einen denkbar schlecht Ruf – sie gelten als teuer, energiehungrig und umweltschädlich.
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Leuchtturmprojekt in Aschersleben: erster Umbau eines DDR-Plattenbaus in ein nahezu energieautarkes Wohnhaus in Deutschland bzw. europaweit. Der hier erzeugte Strom kann wiederum auch zur Klimatisierung des Gebäudes verwendet werden. (Foto: epr / Bundesverband Solarwirtschaft e. V., Berlin / agw)
Leuchtturmprojekt in Aschersleben: erster Umbau eines DDR-Plattenbaus in ein nahezu energieautarkes Wohnhaus in Deutschland bzw. europaweit. Der hier erzeugte Strom kann wiederum auch zur Klimatisierung des Gebäudes verwendet werden. (Foto: epr / Bundesverband Solarwirtschaft e. V., Berlin / agw)
Doch trotz eines schlechten Leumunds und vergleichsweise moderater Durchschnittstemperaturen in Mitteleuropa zog die Nachfrage nach Klimaanlagen in den letzten Jahren deutlich an. 2021 verfügten laut repräsentativen Umfragen des Verbraucherportals Verivox nur rund drei Prozent der deutschen Haushalte über eine Klimaanlage. 2023 waren es bereits 13 Prozent und 2024 stieg der Anteil sogar auf 19 Prozent. Der Grund ist so eindeutig wie einleuchtend: Je höher die Temperaturen im Sommer steigen, desto mehr Klimaanlagen werden installiert.

Laut Prognosen der Internationalen Energieagentur (IEA) könnten bis 2050 weltweit bereits zwei von drei Haushalten mit Klimaanlagen ausgestattet sein. In den USA werden schon heute rund 90 Prozent aller Gebäude gekühlt. Mit zunehmendem Hitzeschutz steigt unweigerlich auch der Energiebedarf für den Betrieb von Klimaanlagen. Dieser könnte sich nach IEA-Szenarien von 6.200 GWh im Jahr 2016 auf rund 23.000 GWh im Jahr 2050 nahezu vervierfachen – mit Konsequenzen nicht nur für das Klima, sondern auch die Stromnetze. Insbesondere während Hitzewellen, wie Anfang Juli, könnte die zunehmende Verbreitung von Klimageräten zusätzliche Lastspitzen verursachen. Eine aktuelle Untersuchung des Karlsruher Institute of Technology und Quantensprung Energy Consulting kommt zu dem Ergebnis, dass allein mobile Klimageräte die Spitzenlast im Sommer um rund 14 GW erhöhen könnten, was einer signifikanten Steigerung von 23 Prozent entspricht.

Den hohen Stromverbrauch von Klimaanlagen spüren die Betreiber auch im Geldbeutel. Nach Berechnungen der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz und des Öko-Instituts verbrauchen Klimageräte bei 500 Betriebsstunden im Jahr zwischen 391 und 481 kWh. Wird die Klimaanlage mit Netzstrom betrieben, summieren sich die Kosten für die Kühlung eines Raums schnell auf 150 Euro im Jahr. „Wer hingegen Solarstrom vom eigenen Dach nutzt, kann die Stromkosten für die Klimaanlage um rund 65 Prozent senken“, sagt Carsten Körnig, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes Solarwirtschaft. „Damit der steigende Energiebedarf für Klimaanlagen und industrielle Kühlprozesse nicht dazu führt, dass mehr teurer Graustrom genutzt wird und in Folge der CO₂-Ausstoß steigt und die weltweiten Klimaschutzziele gerissen werden, muss Kälte in Zukunft zwingend aus Erneuerbaren Energien erzeugt werden. Die perfekte Lösung ist die Kombination von Solar- und Klimaanlagen, denn die Sonne scheint immer dann, wenn auch der Bedarf nach Hitzeschutz am höchsten ist – an warmen, sonnigen Sommertagen.“

Resümee von Karsten Mueller (Redaktion “bauen.com“)
Steigende Temperaturen machen Klimaanlagen zunehmend unverzichtbar, erhöhen jedoch zugleich Energieverbrauch und Kosten. Die intelligente Kombination von Klimaanlagen mit Solarstrom bietet einen nachhaltigen Ausweg: Sie senkt die Betriebskosten deutlich, entlastet Stromnetze und reduziert CO₂-Emissionen. So lässt sich wirksamer Hitzeschutz mit Umwelt- und Klimaverantwortung verbinden.
Quelle
Bundesverband Solarwirtschaft e.V. / EPR


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