Welche Rolle spielen die Bauzinsen für die Gesamtkosten einer Immobilie?
Die Bauzinsen wirken sich direkt auf die Gesamtkosten der Immobilie aus. Schon kleine Zinsunterschiede von wenigen Zehntelprozentpunkten können die monatliche Belastung spürbar senken oder anheben. Grund dafür ist die lange Laufzeit eines Immobilienkredits.Dazu ein Rechenbeispiel: Für den Bau des Eigenheims benötigt eine Baufamilie einen Kredit von 300.000 Euro. Die Tilgung soll 2 Prozent betragen. Bei einem Zinssatz von 3,5 Prozent ergibt sich eine monatliche Rate von 1.375 Euro. Erhöht sich der Zinssatz auf 4 Prozent, müsste die Familie stattdessen 1.500 Euro im Monat zahlen.
Welche Faktoren bestimmen die Höhe der Bauzinsen?
Grundsätzlich orientieren sich die Bauzinsen am aktuellen Leitzins der Europäischen Zentralbank (EZB). Darunter versteht man den Zinssatz, zu dem sich europäische Kreditbanken bei einer Zentralbank Geld beschaffen oder anlegen können. Es gibt aber noch weitere Faktoren, die die Höhe der Zinsen beeinflussen:- Bonität des Kreditnehmers: Die Bank holt mit Zustimmung des Kunden eine Schufa-Auskunft ein und prüft die Einkommenssituation des Kreditnehmers. In die Bewertung fließen auch die Beschäftigungsdauer und andere Einkünfte ein.
- Beleihungsauslauf: Der Beleihungslauf beschreibt das Verhältnis zwischen Beleihungswert und der Höhe des Baukredits. Je größer der Unterschied, desto größer das Risiko der Bank und dementsprechend höher fallen die Zinsen aus.
- Darlehenssumme: Oft erheben Banken Zinsauf- oder abschläge wenn eine bestimmte Kreditsumme über- bzw. unterschritten wird.
- Dauer der Zinsbindung: Der Bank können bei langen Sollzinsbindungen Zinserlöse entgehen. Diesen Verlust versucht sie mit höheren Zinsen auszugleichen.
- Tilgungsrate: Je höher die jährliche Tilgungsrate, desto schneller hat die Bank ihr Geld wieder. Das geringere Risiko belohnt sie mit günstigeren Zinsen.
