15.11.2022

Heizlüfter statt Zentralheizung? Keine gute Idee! 

Zum Start der Heizperiode sind elektrische Heizgeräte wie frei aufstellbare Radiatoren oder Heizlüfter vielerorts ausverkauft. Viele Menschen hoffen, damit ihre Energiekosten im Winter senken zu können. Doch diese Rechnung geht nicht auf: „Heizen mit Strom ist nicht billiger, sondern teurer als mit Öl oder Gas“, erklärt Frank Peters, Abrechnungsexperte beim Immobiliendienstleister Minol.
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Heizlüfter sind geeignet, um in kleinen Räumen und für kurze Zeit Wärme bereitzustellen. Die Stromkosten dafür sind jedoch enorm hoch. Foto: pixabay.com
Heizlüfter sind geeignet, um in kleinen Räumen und für kurze Zeit Wärme bereitzustellen. Die Stromkosten dafür sind jedoch enorm hoch. Foto: pixabay.com
Um das aufzuzeigen, genügt eine überschlägige Kalkulation für eine durchschnittliche 75-Quadratmeter-Wohnung mit angenommenen Mittelwerten für Wärmeleistung, Heizstunden, Wärmewirkungsgrad und Energiepreisen (siehe Tabelle). Der Vergleich zeigt, dass die Beheizung mit Strom doppelt so teuer ist wie eine Beheizung mit Öl oder Gas aus der zentralen Heizanlage. Das gilt selbst für die hier angesetzten hohen Preisen von 1,60 Euro je Liter Heizöl oder 0,18 Euro je Kilowattstunde Gas. „Wenn die Preise für Öl und Gas noch weiter nach oben klettern, steigen vermutlich auch die Strompreise. Tendenziell wird das Ergebnis dieses Vergleiches immer gegen eine Strombeheizung sprechen“, erklärt Peters. Wer mit Strom heizt, riskiert außer einer horrenden Stromrechnung noch ein weiteres Problem: Wenn viele Haushalte elektrische Heizgeräte einsetzen, droht eine Überlastung des Stromnetzes mit unkontrollierbaren und langfristigen Stromausfällen. Deshalb raten Energie-Experten und Stadtwerke dringend von Heizlüftern ab.  

Auswirkung auf Heizkostenverteiler

Wer dennoch mal einzelne Räume elektrisch heizt, stellt sich oft die Frage, wie die Heizkostenverteiler an den Heizkörpern darauf reagieren. Zeigen die Geräte einen Verbrauch an? Oder erkennen sie, dass es sich um „Fremdwärme“ handelt, die nicht vom Heizkörper und damit auch nicht von der Zentralheizung stammt? Das hängt davon ab, wie modern die Messtechnik im Gebäude ist, sagt Peters: „Elektronische Heizkostenverteiler, wie Minol sie anbietet, haben eine intelligente Fremdwärmeerkennung. Diese verhindert, dass die Geräte in den Sommermonaten einen Verbrauch anzeigen, und funktioniert auch bei Heizlüftern.“ Bei Heizkostenverteilern nach dem Verdunstungsprinzip, die zwar noch zugelassen, aber nicht mehr zeitgemäß sind, sei eine Mehranzeige nicht ganz auszuschließen. Doch diese falle gering aus, sagt der Experte, weil eine gewisse „Fremdwärme“ schon allein wegen der Erwärmung im Sommer mit einkalkuliert sei und innerhalb des Gerätes kompensiert werde. 

Keine Alternative zur Standardheizung

Das Fazit des Experten: „Elektrische Heizgeräte sind grundsätzlich nicht dafür vorgesehen und auch leistungsmäßig nicht in der Lage, fest installierte Fußbodenheizungen oder Heizkörper zu ersetzen. Sie sollten deshalb nur im Ausnahmefall zum Einsatz kommen, etwa wenn die Heizung ausfällt.“ Um eine komplette Wohnung oder gar ein Haus mit Strom zu beheizen, bräuchte man mehrere Geräte. Dabei fallen nicht nur Anschaffungs- und Stromkosten an, bei unbedachtem oder unbeaufsichtigtem Verbrauch steige zudem die Brandgefahr. „In der Regel ist es allemal besser, seinen Wärmebedarf aus der konventionellen Heizanlage zu bestreiten und dabei Energiespartipps zu beachten – hier können Hausbewohner schon mit wenig Aufwand viel bewirken“, erklärt Peters.

Quelle
Minol Messtechnik W. Lehmann GmbH & Co. KG


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