13.10.2021

Tiny House: So kommen kleine Bäder groß heraus

Vom Tiny House bis hin zu dessen Sonderform mobile Unterkunft wird Wohnen auf minimaler Fläche bei zunehmendem Baugrundmangel immer beliebter. So klein die Mini-Häuser auch sind, so große Planungsherausforderungen stellen sie. In den eigenen vier Wänden will man sich wohlfühlen. Je weniger Platz man zur Verfügung hat, desto geschickter muss jener genutzt werden. Gerade im Hinblick auf das Bad ist die Planung oftmals schwierig. Jener Raum soll nicht nur der Körperhygiene dienen, sondern auch der Entspannung. Zu beachten gibt es bei der Gestaltung kleiner Bäder nicht nur die Funktionalität, sondern auch ästhetische Aspekte. Gerade im Tiny House ist in dieser Hinsicht Kreativität gefragt.
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Tiny House. Foto: iStock.com / Svetlana Mokrova
Tiny House. Foto: iStock.com / Svetlana Mokrova

Tiny-House-Bad: Wohlfühl-Oase statt Wohnmobil-Flair

In den USA sind sie schon länger beliebt. Auch in Deutschland ist die Tiny-House-Bewegung nun angekommen. 100.000 Euro für 30 Quadratmeter Wohnfläche bekommt man in der Bundesrepublik mit anderen Wohnkonzepten kaum. Das Wichtigste bei der Entscheidung für die Mini-Häuser: genügend Planungsgenie. Kreative Konzepte und smarte Ideen gibt es im Hinblick auf den Innenausbau in minimalistischer Form bei stetig wachsender Anhängerschaft viele. Zahlreiche Mikro-Hausherren nutzen ihr Häuschen als festen Wohnsitz und geben sich nicht mit Wohnwagen-Flair zufrieden. Das gilt besonders im Hinblick auf die Gestaltung des Badezimmers, denn jenes ist in Wohnmobilen oft beengend. Auch Provisorien wie Kompost- oder Trockentoiletten reichen den meisten Menschen in einem dauerhaft bewohnten Tiny House nicht aus. Der Großteil will fließendes Wasser statt Frischwassertanks. Anstelle einer Chemietoilette soll es lieber ein Wand-WC mit Spülung sein. Auch auf minimalistischem Raum sind jene Wünsche realisierbar. Soll ein vollwertiges Badezimmer entstehen, benötigt man:
  • Frischwasseranschlüsse
  • Abwasseranschlüsse
  • Stromanschluss und Licht
  • Wassererwärmungsmöglichkeiten, beispielsweise per Boiler
  • raumsparende Keramik für Waschbecken, WC und Duschen oder Dusch-Bad-Einheiten in genau passender Abmessung
Achtung bei Wasseranschlüssen im Tiny House! Installationen wie Waschbecken, WC und Dusche werden idealerweise so platziert, dass Wasser- und Abwasserleitungen zugunsten der Wärmedämmung auf kurzem Weg in einer innenliegenden Wand verlaufen.

Praktisch und platzsparend: Tipps für minimalistische Badkonzepte

Mini-Hausbesitzer haben bei der Planung ihrer Sanitäranlagen zwei Hauptmöglichkeiten. Sie können den Duschraum vom WC trennen oder beides vereinen. Je weniger Platz vorhanden ist, desto sinnvoller ist die Entscheidung für letztere Option. Wozu man sich auch entschließt: Am wichtigsten ist auf kleinem Raum eine möglichst praktische Planung. Ein platzsparender Grundriss nutzt buchstäblich jede Ecke des geplanten Badezimmers aus. Ob nun durch die dortige Installation von Waschbecken oder bodengleichen Duschen. Optimalerweise wählt man Badkeramik, die speziell für kleine Räume vorgesehen ist. Trotz minimalistischer Abmessung muss die Zweckmäßigkeit weiterhin gegeben sein. Mit folgenden Tipps zur Badkeramik wirkt der Raum automatisch weitläufiger:
  • Handwaschbecken gibt es in Modellen, die höchstens 65 Zentimeter breit und maximal 35 Zentimeter tief sind.
  • Armaturen sowie andere Bedienelemente befinden sich am besten seitlich hinter Installationen oder in der Wand.
  • Hinsichtlich der Formsprache lassen sich je nach Einrichtungsstil ovale bis eckige Elemente wählen.
  • Besonders beliebt für Tiny Houses: wandhängende Badkeramik. Neben dem Waschbecken und Schränken kann beispielsweise das WC wandhängend installiert werden.
Extra-Planungstipp: Einige Tiny-House-Bäder haben keine echten Badezimmerwände, sondern Glasscheiben. So wird der Raum optisch vergrößert. Um trotzdem Intimsphäre zu schaffen, können vor dem WC Vorwandelemente eingeplant werden. Auf deren Front kann man das Waschbecken platzieren. Übrigens wirken auch bodengleiche Duschen optisch erweiternd. Dasselbe gilt für Dusch-Bad-Lösungen gegenüber von Türen.

Klein, aber oho: Gestaltungstipps für optische Weite

Steht das Konzept für das Mini-Bad, können auch gestalterische Ideen Engegefühlen entgegenwirken. Dunkle Wandfarben sind in kleinen Räumen nicht geeignet. Im Gegensatz dazu darf der Bodenbelag durchaus dunkel ausfallen. In Kombination mit hellen Wänden entsteht so ein Gefühl der Weite. Grundsätzlich sind Weiß, Beige und Creme als Wandfarben die besten Nuancen in einem kleinen Bad. Neben einer optischen Vergrößerung schaffen sie fröhliche Stimmung. Auch Wandtattoos und Fototapeten mit passenden Motiven sind für kleine Badezimmer eine Überlegung wert. Von weißem Bücherregal-Design bis hin zu einem lebensechten Wald oder Meer lassen viele Varianten den Raum größer wirken. Vorsicht: Hierbei immer darauf achten, dass sich der gewählte Wandbelag mit der Feuchtigkeit im Badezimmer verträgt.

Extra-Gestaltungstipp: Nicht nur die richtige Wandgestaltung ist für Wohlfühl-Flair in minimalistischen Badezimmern unersetzlich. Genauso wichtig ist angenehmes Licht. Diffuse Lichter vor einer breiten Spiegelfront geben dem Raum eine freundliche Ausstrahlung und wirken optisch vergrößernd. Dieser Effekt lässt sich noch verstärken, indem man bei den Wandfarben auf einen hohen Reflexionsgrad achtet. Besonders weiße Wände schaffen dadurch Weite.

Quelle
c.n.


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