15.01.2021

Kosten einer Hausmodernisierung

Wer sich für den Neubau eines Eigenheims entscheidet, der schiebt das Thema „Modernisierung“ in weite Ferne, denn Neubauten folgen heutzutage den modernsten Standards. Das wiederum bedeutet, dass Modernisierungsmaßnahmen, wie etwa die Umrüstung auf die Smart-Home-Technik, kein Muss sind, sondern in die Kategorie Wertsteigerung fallen.
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Wer hingegen ein altes Häuschen kauft, um es in Eigenregie umzubauen, der braucht zweierlei: Einen Plan, was zu tun ist, und Geld, um die jeweilige Maßnahme umzusetzen. Im Folgenden sollen einige Maßnahmen sowie ihre preislichen Dimensionen beleuchtet werden. Angenommen wurde für die folgenden Beispielmaßnahmen ein Haus aus den 80er Jahren. Das Beispielhaus hat ein Satteldach, eine Grundfläche von 80 Quadratmetern, 130 Quadratmeter Wohnfläche, fünf Zimmer und eineinhalb Geschosse. Die Erneuerung der Heizung, der Elektronik und des Bades wurden ausgeklammert und können in separaten Fachbeiträgen nachgelesen werden.
 
Tipp vorweg: Um eine oder mehrere der folgenden Maßnahmen umzusetzen, ist oft Fremdkapital nötig. Förderungen für Bestandsimmobilien gibt es von der KfW. Wer sich nicht nach den Vorgaben der Kreditanstalt für Wiederaufbau richten möchte, kann sich bei Credimaxx um einen Modernisierungskredit bemühen.
 
Arbeiten am Dach sind grundsätzlich recht teuer, weil mindestens ein Gerüst nötig ist, um Dachdämmung und Dacheindeckung umzusetzen. Profis würden dafür sogar einen Kran nutzen. Foto: pixabay.com
Arbeiten am Dach sind grundsätzlich recht teuer, weil mindestens ein Gerüst nötig ist, um Dachdämmung und Dacheindeckung umzusetzen. Profis würden dafür sogar einen Kran nutzen. Foto: pixabay.com
  • Dachdämmung: Material, Stärke, Dachform und Dachdämmung haben einen entscheidenden Einfluss auf die Kosten dieser Modernisierungsmaßnahme. Als Faustregel gilt: Eine Aufsparrendämmung ist kostenintensiv, dafür aber auch effektiv. Bis 200 Euro pro Quadratmeter muss für eine Aufsparrendämmung kalkuliert werden. Die Gesamtkosten können sich dabei leicht auf 20.000 Euro belaufen; die Unterkonstruktion ist darin bereits inbegriffen. Zum Vergleich: Die Zwischen- oder Untersparrendämmung kann bereits für 50 Euro pro Quadratmeter umgesetzt werden. Auch für die Arbeite an sich ist nicht zwingend ein Fachbetrieb nötig.
     
  • Dachdecken: Das Dachdecken kann als Einzelmaßnahme umgesetzt werden oder als Teil des Gesamtprojekts der Dachsanierung. Wie hoch die Kosten für das Decken sind, ist abhängig von der Dacheindeckung. Günstige Dacheindeckungen sind Bitumenschindeln sowie Dachpfannen aus Beton oder Stahl. Die teuersten Dacheindeckungen sind nicht überall üblich. Dabei handelt es sich um Reetdächer oder Schieferplatten. Kostenfaktor: 5.000 bis 12.000 Euro – je nach Größe des Dachs und Wahl der Dachbedeckung.
Der Dachausbau ist eine Modernisierungsmaßnahme, die meist nicht „nötig“ ist, um das Dach dichter und energieeffizienter zu machen. Stattdessen kann ein Dachausbau dann sinnvoll sein, wenn zusätzlicher Wohnraum erschlossen werden soll. Ein Dachausbau beginnt bei 25.000 Euro und kann – je nach Art des Ausbaus und nach Ausstattung der neuen Wohnraumfläche – preislich sehr teuer werden. 1.000 Euro pro Quadratmeter sind durchaus möglich. Als Faustregel gilt: Fenster sind günstiger als Gauben. Wenn ein Bad einziehen soll oder die Elektroleitungen zu erneuern sind, wird der Dachausbau teurer als wenn nur Dämm- und Ausbaumaßnahmen absolviert werden sollen.
Modernisierungsmaßnahmen an den Wänden: Innen- und Außendämmung 
Die Wände eines Hauses halten Wärme und Kälte ab bzw. im Haus und stehen deswegen ganz oben auf der Prioritätenliste, wenn eine Modernisierung ansteht.
 
Die Innendämmung ist zwar günstiger, kann aber – beispielsweise bei einem alten Haus, das vielleicht dem Denkmalschutz Rechnung tragen muss, durchaus kostspielig werden. Foto: pixabay.com
Die Innendämmung ist zwar günstiger, kann aber – beispielsweise bei einem alten Haus, das vielleicht dem Denkmalschutz Rechnung tragen muss, durchaus kostspielig werden. Foto: pixabay.com
  • Fassadendämmung: Grundsätzlich unterschieden wird in ein Wärmedämmverbundsystem und in eine Vorhangfassade. Der Unterschied besteht in der Art der Anbringung. Wärmeverbundsysteme werden direkt auf die Fassade geklebt und dort verputzt. Für eine Vorhangfassade ist eine Aufbaukonstruktion nötig, die mit Metall, Schiefer oder Holz verkleidet wird. Die Kosten hierfür können – je nach Art der Fassade – zwischen 20.000 und 40.000 Euro liegen. Besonders spannende Fassaden mit Dachvorsprüngen, Ecken und außergewöhnlichen Fenstern machen die Arbeiten aufwändiger und die Fassadendämmung teurer.
     
  • Innendämmung: Deutlich günstiger ist eine Innendämmung, die preislich zwischen 30 und 60 Euro pro Quadratmeter liegt und sich so auf eine Investitionssumme von 5.000 bis 8.000 Euro belaufen kann. Die Wahl des Dämmmaterial schlägt sich direkt auf die Kosten nieder: Flachs und Wolle sowie andere umweltverträgliche Dämmstoffe sind teurer als Polyurethan und Mineralwolle. Wichtig sind Details wie die Dampfbremse sowie deren Verkleidung.
Jeder Dämmarbeit folgt meist auch das Streichen – und zwar sowohl im Außen- als auch im Innenbereich. Erfolgt die Außendämmung ohne bereits gestaltete Platten, wird in der Regel Siloxan oder Silikat aufgetragen, um die neue Außenhülle besonders widerstandsfähig zu machen. Hierfür sind etwa 3.000 bis 4.000 Euro zu kalkulieren. 

Modernisierungsmaßnahmen an den Durchgängen: Fenster und Türen

Fenster und Türen sorgen für Wärme im Inneren und für die Sicherheit der Bewohner sowie des Hab und Guts. Grund genug, Fenster und Türen auch für Modernisierungsmaßnahmen in Betracht zu ziehen.
 
Wer die Fenster tauscht, muss bei der Wahl der Rahmen darauf achten, dass sie zum Rest des Hauses passen – auch wenn Holzrahmen teurer sind. Foto: pixabay.com
Wer die Fenster tauscht, muss bei der Wahl der Rahmen darauf achten, dass sie zum Rest des Hauses passen – auch wenn Holzrahmen teurer sind. Foto: pixabay.com
  • Fenster: Die Preisspanne für den Austausch der Fenster ist extrem hoch. Zwischen 350 und 1.000 Euro pro Quadratmeter könnten neue Fenster kosten, was die Gesamtinvestitionen auf 8.000 bis 20.000 Euro kalkulierbar macht. Vor allem das Material der Fensterrahmen sowie die Verglasung schlagen sich im Preis nieder. Demnach sind Holzfenster teurer als Kunststofffenster, bestehen aber aus einem umweltfreundlichen Rohstoff. Auch für Ausbau und Entsorgung fallen Kosten an. 
     
  • Türen: Die Erneuerung der Türen ist günstiger, kann aber weitere Folgekosten bedingen – vor allem dann, wenn Türen und Zargen im Innenraum getauscht werden sollen. 2.000 bis 5.000 Euro könnte der Tausch der Innentüren im eingangs erwähnten Beispielhaus kosten. Die Außentür könnte zusätzlich mit 1.500 bis 5.000 Euro zu Buche schlagen. Entscheidenden Einfluss auf die Kosten könnten die Werte zur Wärmedämmung haben sowie die Einbruchsicherheit, für die die neue Haustür steht.
Gerade dann, wenn Türen und Fenster getauscht werden, lässt sich Dreck im Innenraum nur schwerlich vermeiden. Wer den Tausch von Fenstern und Türen zum Anlass nehmen möchte, um auch die Bodenbeläge zu erneuern, muss mit weiteren Kosten rechnen, die abhängig vom Material sind. Für das Verlegen durch einen Fachmann werden ab 11 Euro pro Quadratmeter anfallen.

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