20.09.2020

Energetisch sanieren Schritt für Schritt

Gekauft, geerbt, lange nichts gemacht: Viele Hausbesitzer wollen energetisch sanieren, wissen aber nicht, wo sie anfangen sollen. Was ist zu beachten? Und wen braucht es für Planung und Umsetzung? Eine Anleitung in zehn Schritten.
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Noch im Originalzustand: Wohnhaus aus den 1950er-Jahren vor der Modernisierung. (Foto: Bausparkasse Schwäbisch Hall/Scheyhing)
Noch im Originalzustand: Wohnhaus aus den 1950er-Jahren vor der Modernisierung. (Foto: Bausparkasse Schwäbisch Hall/Scheyhing)
Schimmelbildung, zu heißes Dachgeschoß im Sommer oder kalte Räume trotz aufgedrehter Heizung im Winter – spätestens dann ist eine energetische Sanierung geboten. Wer saniert, kann gegenüber unsanierten Gebäuden 50 bis 80 Prozent der Heizkosten einsparen und schont damit zugleich das Klima.

Schritt 1: Sanierungsbedarf analysieren

Im ersten Schritt gilt es, den energetischen Zustand des Gebäudes einzuschätzen. In welchem Zustand ist die Dämmung von Dach und Wänden? Wie alt ist die Heizung? Sind die Fenster dicht?

Schritt 2: Sanierungsfahrplan ganzheitlich aufsetzen

Anstatt unkoordinierter Einzelmaßnahmen sollte das Haus ganzheitlich betrachtet werden. Ein Energieberater hilft, einen individuellen Sanierungsfahrplan zu erstellen. Dieser beschreibt alle Maßnahmen, die entweder schrittweise oder am Stück umgesetzt werden können.

Schritt 3: Maßnahmen professionell planen

Jetzt wird es konkret: Bei der Maßnahmenplanung sollten – je nach Umfang der Sanierung – Experten zu Rate gezogen werden. Dies erspart Hausbesitzern oftmals Zeit und Geld. Architekten koordinieren das Bauvorhaben, Fachingenieure übernehmen die technische Planung und qualifizierte Handwerker führen die Maßnahmen durch.

Schritt 4: Zusätzliche Modernisierungen prüfen

Hausbesitzer sollten die Gelegenheit nutzen und im Rahmen der energetischen Sanierung auch an andere notwendige Baumaßnahmen denken. Sind die Wände oder Decken feucht? Steht in den nächsten Jahren ein altersgerechter Umbau an? Dann kann es sinnvoll sein, die Bauvorhaben zu kombinieren.

Schritt 5: Finanzierung gestalten

Eine erste Grobplanung des finanziellen Rahmens liefert Orientierung. Eigentümer sollten ihr Eigenkapital und die zusätzliche Belastung durch einen Kredit realistisch einschätzen und einen Puffer für Unvorhergesehenes einplanen. So lässt sich das Sanierungskonzept auf das Budget abstimmen. Bis zur Fertigstellung sollten die entstandenen Kosten immer wieder überprüft werden. Wichtig: Für viele Maßnahmen gibt es staatliche Förderungen, beispielsweise für die Dämmung der Fassade, den Einbau neuer Fenster oder den Austausch der Heizung. Wer eine staatliche Förderung in Anspruch nehmen will, muss Förderkriterien und technische Anforderungen kennen (www.kfw.de).

Schritt 6: Rahmenbedingungen beachten

Auch rechtlich gibt es einiges zu beachten: Da das Bauvorhaben meist mit Schmutz und Lärm einhergeht, müssen Nachbarn und Mieter früh informiert werden. Versicherungen wie eine Bauherrrenhaftpflicht können vor finanzi-ellen Schäden während der Sanierung schützen.

Schritt 7: Ausführung planen

Bei einem größeren Sanierungsvorhaben lohnt sich eine Ausführungsplanung. Diese koordiniert die einzelnen Schritte und dient den am Bau Beteiligten als Grundlage. Eigentümer legen in diesem Zug weitere Details wie Baustoffe fest. Spätestens jetzt müssen Hausbesitzer entscheiden, ob sie einzelne Maßnahmen in Eigenleistung umsetzen wollen.

Schritt 8: Angebote und Verträge abstimmen

Angebote für die Umsetzung sollten eine Leistungsbeschreibung enthalten, inklusive der Angabe von Materialien und dem geplanten Ausführungszeitraum. Ist die Entscheidung gefallen, wird ein Bauvertrag aufgesetzt. Dieser enthält in der Regel Angebot, Leistungsbeschreibung und Ausführungsplanung sowie Zahlungsbedingungen.

Schritt 9: Umbau durchführen

Die ordnungsgemäße Durchführung der Maßnahmen kann der Hausbesitzer durch einen qualifizierten Bauleiter überwachen lassen. Dieser kümmert sich beispielsweise um die Koordination aller Firmen vor Ort oder führt zusätzliche Qualitätskontrollen durch.

Schritt 10: Nach Abschluss regelmäßig warten

Abschließend erfolgt die Abnahme der erbrachten Leistungen. Stellen Haus-besitzer Mängel fest, muss die beauftragte Firma diese beseitigen.
Ist die Sanierung abgeschlossen, sollten Hausbesitzer die Anlagen regelmäßig warten, um den positiven Effekt lange zu erhalten:
  • Heizkörper entlüften
  • Filter in Lüftungsanlagen wechseln
Wer staatliche Förderungen beantragt hat, sollte im letzten Schritt auch prüfen, ob alle erforderlichen Nachweise vorliegen.

Quelle
Schwäbisch Hall


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