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13.06.2019

Mehr aus der Sonne rausholen

Eine Photovoltaikanlage auf dem Dach und eine Batterie im Keller – diese Idee reizt viele Hausbesitzer. Denn durch Solarspeicher ist die Nutzung von Solarstrom flexibel: Hausbesitzer können die Energie der Solaranlage jederzeit nutzen, auch wenn die Sonne gerade nicht scheint. Dadurch machen sie sich ein Stück weit unabhängig von den Preiserhöhungen der Stromversorger. Im Interview spricht Jochen Schäfenacker, Energieexperte der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg und der Energieagentur Zollernalb, über Herausforderungen und Lösungen rund um das Thema Photovoltaik und Speicher:
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Herr Schäfenacker, die Bundesnetzagentur vermeldet für das letzte Jahr einen Zubau von 2.960 Megawatt an Photovoltaik-Leistung. Erlebt die Solarenergie gerade eine Renaissance? 

Nachdem die Einspeisevergütungen in den Jahren 2011 und 2012 immer stärker sanken, kehrten viele der Photovoltaik den Rücken. Erfreulicherweise setzt nun eine spürbare Gegenbewegung ein, denn der Markt hat sich in den letzten Jahren verändert. Die Preise für die Anschaffung der Solarmodule sind stark gesunken und die Einspeisevergütung hat sich eingependelt ­– wenn auch auf niedrigem Niveau. Und auch politisch wird der Ausbau der Solarenergie in Deutschland gefördert: Die Regierung strebt einen Zubau von 2,6 Gigawatt pro Jahr an.

Das heißt: Jetzt ist eine gute Zeit, sich eine Photovoltaikanlage aufs Dach zu bauen?

Ja, das kann man so sagen. Gerade wenn man selbst viel Strom verbraucht, lohnt sich die Photovoltaikanlage. Je nach Anlagentyp und Globalstrahlung erreichen Photovoltaikanlagen zurzeit Stromgestehungskosten zwischen 3,71 und 11,54 EUR /kWh. Die regulären Stromkosten, die der Stromversorger in Rechnung stellt, liegen da deutlich darüber – teilweise sogar mehr als das Doppelte. Noch dazu steigen die Strompreise gerade wieder, wie die Preiserhöhung der Stromversorger zu Jahresbeginn gezeigt hat.

Kann mit einem Batteriespeicher denn noch mehr Strom selbst verbraucht werden?

Mit einer PV-Anlage auf dem Dach kann man im Durchschnitt 15 bis 30 Prozent des erzeugten Stroms selber nutzen. Mit einer Batterie lässt sich der Anteil an selbstgenutztem Strom auf 30 bis 60 Prozent hochschrauben. Durch Solarspeicher wird die Nutzung von Solarstrom also flexibler.

Wie viel Speicher ist denn sinnvoll?

Das kommt drauf an, denn die Größe des Batteriespeichers richtet sich vor allem nach der Größe der Photovoltaikanlage. Und beide müssen zum Stromverbrauch des Haushalts passen. Als Richtwert gilt aber: Pro 1.000 Kilowattstunden (kWh) Stromverbrauch im Jahr sollte die Photovoltaikanlage etwa ein Kilowattpeak (kWp) Nennleistung haben und der Speicher circa eine Kilowattstunde nutzbare Kapazität.

Was kostet ein Speicher und legt der Staat was drauf?

Die Preise für Batteriespeicher kennen bislang nur eine Richtung: abwärts. Bisher war der Betrieb eines Speichers in den seltensten Fällen wirtschaftlich, mittlerweile lohnt er sich nun deutlich häufiger: Die Preise für Akkus haben sich seit 2013 halbiert und eine ordentliche Förderung gibt es bundesweit obenauf. In Baden-Württemberg gibt es zudem das Förderprogramm „Netzdienliche Photovoltaik-Batteriespeicher“ des Umweltministeriums, welches bis zu 30 Prozent der Nettoinvestitionskosten des Speichers erstattet.

Wo gibt es weitere Informationen?

Unabhängige Informationen und Beratung sind wichtig, um die richtige Anlage und einen passenden Speicher zu kaufen. Erste Ansprechpartner sind in diesem Fall die regionalen Energieagenturen, die in Kooperation mit der Energieberatung der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg in fast allen Landkreisen vertreten sind. Mit einer stationären Beratung oder einem Eignungs-Check Solar können Interessierte herausfinden, ob Photovoltaik überhaupt auf das Dach des Hauses passt und ob sich ein Speicher lohnt.

Quelle
Verbraucherzentrale Baden-Württemberg e.V.


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