Ein historisches Amts- und Pfarrhaus in Beilstein erhielt eine neue Nutzung der Dachterrasse. Aus einer ungenutzten Fläche entstand ein moderner, begrünter Rückzugsort.
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Das sanierte Gebäude mit neuer Dachterrasse fügt sich harmonisch ins historische Ortsbild und verbindet Tradition mit moderner Gestaltung. Foto: Richard Brink
Neben den Weinbergen auf den Anhöhen prägen historische Bauten, darunter das ehemalige Amts- und Pfarrhaus, das Bild von Beilstein. Das Erdgeschoss dient weiterhin als Geschäftsfläche, die obere Etage als Wohnraum. Bei der Sanierung der rückseitigen Fassade wurde auch die angrenzende Dachterrasse erneuert, die bisher kaum genutzt war und nun als begrünter Rückzugsort dient. Dafür wünschten sich die Bauherren Sichtschutzelemente, die Funktion und Ästhetik vereinen – umgesetzt mit den Pflanzwänden „Eva“ der Firma Richard Brink.
Die überdachte Zone bietet Schatten und freien Blick auf die grüne Umrahmung – ein geschützter Platz für entspannte Stunden. Foto: Richard Brink
„Die Herausforderung lag darin, mit wenig Raum Privatsphäre zu schaffen, ohne die Offenheit zu verlieren“, erklärt Benjamin Klotz von „KLOTZ I garten“. Sein Betrieb übernahm Planung und Umsetzung. Mehrere freistehende Pflanzwände erfüllten die Anforderungen. Entscheidend waren die flexible Konfiguration und die schnelle Lieferung.
Vertikale Gärten gewinnen immer mehr an Bedeutung, da sie zusätzliche Grünflächen schaffen und Wasser sowie CO2 speichern können. Auch im kleineren Maßstab bieten Pflanzwände gestalterische Vielfalt und eröffnen neue Pflanzflächen in der Vertikalen.
Holz, Stein und Grünflächen gehen auf der neuen Terrasse eine lebendige Verbindung ein, die zum Verweilen einlädt. Foto: Richard Brink
Richard Brink bietet passende Systeme für unterschiedliche Ansprüche: Die Pflanzwand „Adam“ eignet sich zur Fassadenbegrünung, während das freistehende Modell „Eva“ flexibel einsetzbar ist und bis zu 100 Pflanzen pro Seite Platz bietet. Standardfarben sind Reinweiß und Eisenglimmer, weitere Varianten sind möglich. Auch Hochbeete und Pflanzkästen gehören zum Sortiment.
Aus der Vogelperspektive wird die klare Struktur sichtbar: Sitzbereiche, Wege und Bepflanzung bilden ein stimmiges Ensemble. Foto: Richard Brink
Für das Projekt in Beilstein kam eine einseitig geschlossene Variante der „Eva“ mit geschlossenem Unterbau zum Einsatz, die sich elegant in das Gesamtbild einfügt. Die Bewässerung wurde per Tröpfchensystem realisiert, pro Paneel mit eigener Schlauchleitung. Die Terrasse war zuvor eine schlichte Dachfläche mit Waschbetonplatten, während am Gebäude eine Sanierung der alten Holzschindeln erfolgte. Stattdessen wurde eine moderne Fassadenverkleidung aus vorvergrauter Weißtanne gewählt, passend zum historischen Umfeld.
Pflanzwände und Beete schaffen auf engem Raum eine grüne Vielfalt, die Struktur und Lebendigkeit zugleich bringt. Foto: Richard Brink
Ergänzt wurde die Terrasse durch eine Überdachung in Holzrahmenbauweise von der Zimmerei Bauer. Anthrazitfarbene Fassadenbleche und Kantprofile von einem lokalen Betrieb setzten Kontraste zur hellen Holzverkleidung. Nach Dämmung und Abdichtung durch die Firma Schäfer Flachdachbau konnten die weiteren Gewerke ihre Arbeiten ausführen. „Die gelungene und enge Zusammenarbeit der beteiligten Betriebe war der Schlüssel zum Erfolg dieses Projekts“, betont Zimmerermeister Marco Bauer.
Die Pflanzwände „Eva“ verwandeln die Terrasse in ein vertikales Gartenparadies und sorgen für natürlichen Sichtschutz. Foto: Richard Brink
Das neue Entree wird L-förmig von der Terrasse eingerahmt, die Sitzgelegenheiten, Zierbeete und ein aufgeständertes Podest umfasst. Großformatige Natursteinplatten, bepflanzte Hochbeete und Pflanzwände fassen den Bereich ein. Farne, Gräser, Stauden und Kräuter bilden ein harmonisches Ensemble entlang der Terrasse. Bauherrin Angelika Zeeh lobt die Pflanzwände als Beitrag zum Wohlbefinden und die insgesamt deutlich gesteigerte Wohnqualität.
Resümee von Karsten Mueller (Redaktion “bauen.com“)
Dieses Projekt zeigt eindrucksvoll, wie historische Bauten mit modernen Gestaltungselementen in Einklang gebracht werden können. Die Art und Weise, wie begrenzter Raum durch vertikale Begrünung optimal genutzt wurde, überzeugt auf ganzer Linie. Die Pflanzwände schaffen nicht nur Privatsphäre, sondern setzen auch lebendige Akzente, die sich harmonisch ins Gesamtbild einfügen. Durch die Zusammenarbeit lokaler Handwerksbetriebe entstand ein Ensemble, das Handwerk, Ästhetik und Natur verbindet. So wird eine Dachterrasse zu einem Ort, der gleichermaßen Entspannung, Geborgenheit und ein Stück gelebte Nachhaltigkeit bietet.