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Experteninterview: Holzfaser-Dämmung

Wer sich mit Hausbau oder Sanierung beschäftigt, sollte das Thema Dämmung nicht außer Acht lassen. Dabei stehen Bauherren vor einer Vielzahl von Möglichkeiten. Gleichzeitig hält die Diskussion über Dämmstoffe weiter an. Macht Dämmung wirklich Sinn und wie nachhaltig kann ein Dämmstoff sein? 
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Was sagt der Experte zur Holzfaser-Dämmung? Hess Holzbau - Zimmerermeister Mathias Hangst. Foto: VDNR
Was sagt der Experte zur Holzfaser-Dämmung? Hess Holzbau - Zimmerermeister Mathias Hangst. Foto: VDNR
Mathias Hangst, Zimmerer-Meister bei Hess Holzbau GmbH & Co KG setzt sich täglich mit Hausbau und Dämmung auseinander und beantwortet die wichtigsten Fragen rund um das Thema.

1) Viele Bauherren stellen sich die Frage: Lohnt sich eine Wärmedämmung überhaupt? 

Ja, in jedem Fall. Denn je besser die äußere Hülle eines Hauses gedämmt ist, desto weniger Energieaufwand ist erforderlich. Im Winter ist es wichtig, mit möglichst geringem Aufwand eine angenehme Temperatur zu schaffen und auch halten zu können. Es hilft ja wenig, wenn die Räume sofort wieder auskühlen, weil die Wärme ungehindert entweichen kann.

2) Worauf muss man bei einer Wärmedämmung abgesehen vom Dämmwert achten? 

Viele Menschen denken bei Wärmedämmung nur an den Winter. Aber das ist auch in Deutschland inzwischen zu kurz gegriffen. Vor allem unter dem Dach steigen die Temperaturen im Sommer schnell bis ins Extreme. Temperaturen von 35° C sind da keine Seltenheit mehr. Gerade wenn das Dach als Wohnraum genutzt wird, ist das eine echte Qual.

Auch Schallschutz ist ein wichtiges Thema. Hier kann die richtige Dämmung sowohl von Außen als Fassadendämmung als auch von Innen als Dämmung zwischen den Geschossdecken eine wertvolle Unterstützung sein. 
Und zu guter Letzt nimmt der ökologische Aspekt eine immer wichtigere Rolle ein. Was will ich für ein Material an oder sogar in meinem Haus haben? Wie wird die Dämmung produziert und steht vielleicht genau das in Widerspruch zu meinem ökologischen Handeln? Hier sind natürliche Dämmstoffe ganz klar auf dem Vormarsch.
 
Experteninterview: Holzfaser-Dämmung. Foto: VDNR
Experteninterview: Holzfaser-Dämmung. Foto: VDNR

3) Welche Vorteile hat eine Holzfaser-Dämmung aus ökologischer Sicht?

Holzfaser-Dämmstoffe sind aus dem natürlichen Rohstoff Holz und somit sehr umwelt- und gesundheitsverträglich. Das Holz ist unbehandeltes Nadelholz aus nachhaltiger Forstwirtschaft, das überwiegend bei der Waldpflege anfällt. Also super für Ihren ökologischen Fußabdruck. Zudem wird bei der Produktion der Holzfaser-Dämmstoffe auf bedenkliche Zusatzstoffe verzichtet. 

4) Wie können Holzfaser-Dämmstoffe denn entsorgt oder recycelt werden?

Holzfaser-Dämmstoffe bestehen ja, wie der Name schon sagt, aus Holz. Und genau so können sie auch in punkto Recycling behandelt werden. Sprich wir haben Kunden, die Abfallstücke im Holzcontainer entsorgen. Bestimmte Platten eignen sich sogar zum Kompostieren. Teilweise können sie auch im Werk zurückgegeben und so für die Produktion neuer Platten verwendet werden. 
 
Experteninterview: Holzfaser-Dämmung. Foto: VDNR
Experteninterview: Holzfaser-Dämmung. Foto: VDNR

5) Warum entscheiden sich Bauherren Ihrer Erfahrung nach in erster Linie für eine Holzfaser-Dämmung? 

Wir stellen immer öfter fest, dass beim Bau eines Eigenheims heute mehr denn je Gesundheitsaspekte, Funktionalität und individuelle Gestaltungsmöglichkeiten im Vordergrund stehen. Holzfaser-Dämmstoffe sind wohngesund, ökologisch und vielseitig einsetzbar. Und vor allem vermittelt Holz – mehr als jedes andere Baumaterial – ein Gefühl von Behaglichkeit. 
Durch die steigende Zahl an Neubauten in Holzständerbauweise ist auch die Nachfrage an Holzfaser-Dämmungen bei uns deutlich gestiegen. Denn wenn man ein Holzhaus baut, möchte man in der Regel passend im System bleiben, also auch eine natürliche und nachhaltige Dämmung. Dabei hilft, dass die Produktpalette an Holzfaser-Dämmstoffen gewachsen ist. Wo früher nur Plattenwerkstoffe auf dem Markt waren, gibt es heute schon flexible Gefach- und Holzfaser-Einblasdämmung. 

6) Kann eine Holzfaser-Dämmung denn auch das leisten, was andere können? Wie sieht es mit dem Mindestdämmwert für die Außenhülle aus? Kann dieser mit Holzfaser-Dämmstoffen erreicht werden?

Der Mindestdämmwert für die Außenhülle ist eine Vorgabe der Energieeinsparverordnung (EnEV), die 2016 nochmals deutlich verschärft wurde. Bei einer Holzfaser-Dämmung lässt sich dieser Wert beispielsweise mit einer Kombination aus 6 cm dicken stabilen Dämmplatten und einer flexiblen Dämmung im Ständerwerk locker erreichen. Für uns ist das natürlich die Maßgabe, dass jeder Dämmwert mindestens diesen Vorgaben entspricht. Das wird bei der Planung von vornherein berechnet und berücksichtigt. 
 
Experteninterview: Holzfaser-Dämmung. Foto: VDNR
Experteninterview: Holzfaser-Dämmung. Foto: VDNR

7) Wärmebrücken sind bei der Dämmung ein großer Risikofaktor. Was versteht man darunter genau und wie lassen sich diese vermeiden?

Wärmebrücken sind örtlich begrenzte wärmetechnische Schwachstellen in der  Gebäudehülle. Also Bereiche in Dach oder Fassade, in denen vermehrt Wärme verloren geht. Diese kann man bei der Holzfaser-Dämmung durch die Kombination aus stabilen und flexiblen Dämmplatten ganz gut vermeiden. Die flexiblen Dämmstoffe passen sich in die kleinsten Bereiche ein, während die stabilen Platten eine umfassende Dämmung gewährleisten. Generell muss man sagen, dass hier vor allem eine gute Planung und eine fachmännische Ausführung wichtig sind. So eine Dämmung sollte schon vom Profi durchgeführt werden.

8) Wärmedämmungen standen in Sachen Brandgefahr immer wieder in der Kritik. Wie sicher ist in dieser Hinsicht eine Dämmung aus Holzfaser? 

Die Holzfaser-Dämmung verhält sich im Brandfall wie Massivholz. Das heißt, es bildet sich eine oberflächliche Verkohlungsschicht. Und die sorgt dafür, dass der Dämmstoff sehr langsam abbrennt und sich generell die Hitze und somit auch das Feuer nicht so schnell ausbreiten. Deshalb ist der Dämmstoff wie Massivholz als „normal entflammbar“ in der Baustoffklasse B2 eingestuft. Der Nachweis hierfür wurde in zahlreichen Brandschutzprüfungen erbracht. Bei Anwendungen von im System geprüften Konstruktionen sind Holzfaser-Dämmstoffe sehr sicher – sie können bedenkenlos als Dämmmaterial im privaten Hausbau eingesetzt werden.


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