Brennwerttechnik: Funktionen und Vorteile 

Egal ob Neubau oder Modernisierung der Heizung - es stellt sich schnell die Frage: Wie können Bauherren und eigentümer von imobilien auch mit Öl und Gas zukunftssicher, wirtschaftlich und umweltfreundlich heizen? Immer mehr Verbraucher investieren in alternative Heizungen wie Wärmepumpen oder Pelletanlagen. 
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Brennwerttechnik für Öl- und Gasheizungen: Funktionen und Vorteile. Foto: avatrend / pixabay.com
Brennwerttechnik für Öl- und Gasheizungen: Funktionen und Vorteile. Foto: avatrend / pixabay.com
Dabei sind klassische Öl- und Gasheizungen besser als Ihr Ruf und dank technischer Weiterentwicklung lässt sich auch mit ihnen umweltfreundlich und kostengünstig heizen. Möglich macht dies die Brennwerttechnik, die Hersteller seit September 2015 auch bei der Fertigung ihrer Heizungsanlagen zu berücksichtigen haben. Herkömmliche Heizungen mit Niedertemperaturtechnik dürfen seitdem nicht länger verbaut werden. Bei modernen Gas und Ölheizungen handelt es sich somit ausschließlich um Brennwertgeräte. 
 
Wie diese Technik funktioniert und warum sie damit bares Geld sparen verraten wir neben vielen weiteren Vorteilen im Überblick.
 

Was unterscheidet Brennwertkessel von herkömmlichen Heizungen?

 Bei der Verbrennung von Gas oder Heizöl in der Brennkammer eines Konstanttemperatur- oder Niedertemperaturkessels entstehen Abgase, die über die Abgasführung ungenutzt durch den Schornstein nach außen in die Umwelt entweichen. Dabei werden je nach Art des Kessels Abgastemperaturen von 160-180 Grad Celsius freigesetzt. Bei einem Konstanttemperaturkessel sind sogar Temperaturen von bis zu 300 Grad Celsius keine Seltenheit. Heiße Abgase haben eine hohe Verschmutzung der Umwelt mit Kohlenstoffdioxid zur Folge. Brennwertkessel hingegen nutzen die zusätzliche Energie, die in diesen Abgasen enthalten ist über die Wärmerückgewinnung und kühlen sie gleichzeitig herunter. Durch die Ausnutzung dieses Brennwerteffektes steigt die Energieausbeute bei einem Heizölkessel um etwa 6 Prozent und bei einer Erdgasheizung um etwa 11 Prozent gegenüber einem herkömmlichen Niedertemperaturkessel. Wie die Technik im Detail funktioniert, lesen Sie im nachfolgenden Abschnitt.
  

Wie funktioniert die Brennwerttechnik?

Im Gegensatz zu Nieder- und Konstanttemperaturkesseln verwerten Brennwertkessel die bei der Verbrennung entstehenden heißen Abgase. Möglich wird dies mit einem Hocheffizienzwärmetauscher, der die Gase bis unter den Taupunkt abkühlt. Dieser Zustand ist für Erdgas bei niedrigen Rücklauftemperaturen von 0 bis 57 Grad Celsius und für Heizöl von 0 bis 47 Grad erreicht. Am Taupunkt wechselt das Wasser seinen Zustand von gasförmig auf flüssig - es beginnt zu kondensieren. Dieser Prozess setzt große im Dampf enthaltende Mengen von Wärmeenergie frei. Dies gewonnene zusätzliche Energie gibt der Hocheffizienzwärmetauscher an den Heizkreislauf der Heizungsanlage ab. Es kommt also bereits erwärmtes Wasser im Heizkessel an: Zum Erreichen der gewünschten Vorlauftemperatur ist demnach deutlich weniger Kesselleistung erforderlich. Dies reduziert den Brennstoffverbrauch. Sie schonen damit die Umwelt und Ihren eigenen Geldbeutel. Da bei der Verflüssigung des Wasserdampfes Kondensat anfällt, erfolgt der Ablauf in die Kanalisation mithilfe einer entsprechenden Abführung.
 
Nützliche Fakten und Hintergründe sowie Infos zu Vorteilen und Kosten einer modernen Öl- oder Gastherme erhalten Sie auf der Seite von Kesselheld.
 

Was ist bei der Montage eines Brennwertkessels zu beachten?

Die Brennwerttechnik stellt im Vergleich zu herkömmlichen Kesseln andere Voraussetzungen an die Abgasführung, denn die Abgase sind säurehaltig, feucht und kalt. Dies hat zur Folge, dass sie nicht automatisch nach oben steigen. Stattdessen übernimmt ein Gebläse die Weiterleitung und den Transport, was den Rohrdruck erhöht. Feuchte-, Säure- und Druckbeständigkeit des installierten Abgassystems sind daher Mindestanforderungen, die vor Beschädigung und Rost schützen.
 

Raumluftabhängiger und -unabhängiger Betrieb?

Obwohl Heizungsbesitzer die Möglichkeiten haben zwischen raumluftabhängigen und raumluftunabhängigen Kesseln zu wählen, ist die letztere Variante zu empfehlen. Hier wird die Verbrennungsluft für den Antrieb des Kessels nicht aus dem Wohnraum selber, sondern aus einem Ringspalt zwischen der Verrohrung und der Hauswand gesogen. Heizungsbesitzer schützen sich damit effizient vor einer Überhitzung des Aufstellungsraumes. Zusätzlich steht ausreichend frische Luft zur Verfügung, die sich begünstigend auf den Verbrennungsprozess auswirkt und eine verbesserte Verbrennung der Brennstoffe Öl und Gas ermöglicht.
 
Modernisierung Ihrer Öl- und Gasheizung mit Brennwerttechnik. Foto: Gerald / pixabay.com
Modernisierung Ihrer Öl- und Gasheizung mit Brennwerttechnik. Foto: Gerald / pixabay.com

Vorteile bei der Modernisierung Ihrer Öl- und Gasheizung mit Brennwerttechnik

Brennwertheizungen nutzen Brennwert und Heizwert

Der Wirkungsgrad von Niedertemperaturkesseln orientiert sich am Heizwert. Dieser gibt jene Menge der Wärmeenergie an, die bei der Verbrennung von Öl oder Gas entsteht. Der Wirkungsgrad beläuft sich dabei auf ca. 90 Prozent oder mehr. Brennwertkessel nutzen den Heizwert und die im Abgas vorhandene Verdunstungswärme, die beispielsweise bei einer Brennwertheizung mit Erdgas einen Zusatzgewinn von ca. 11 Prozent ausmacht. Der Gesamtwirkungsgrad liegt bei einem Erdgasbrennwertkessel bei über 100 Prozent.
 

Brennwertheizungen werden gefördert

Wer seine Öl- oder Gasheizung gegen Brennwerttechnik austauscht, erhält Kredite und Zuschüsse der KfW Förderbank. Der Zuschuss im Rahmen des Förderprogramms 430 beläuft sich dabei auf eine Höhe von 15 % der förderfähigen Kosten. Pro Wohneinheit sind das maximal 7.500 Euro. Auch das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle zahlt Bauherren bei der Anschaffung eines Brennwertkessels in Kombination mit erneuerbaren Heizungen wie Wärmepumpen oder Solaranlagen einen Kesseltauschbonus in Höhe von 500 Euro. Beachten Sie jedoch, dass Fördermaßnahmen die Durchführung eines hydraulischen Abgleichs über einen Fachmann voraussetzen. Dieser sorgt für einen auf alle Heizkörper gleichmäßig verteilten Wasserdruck und stellt sicher, dass die Heizungen im gesamten Haus richtig warm werden. Das reduziert die Heizkosten und senkt den Energieverbrauch.  
 

Brennwertheizungen lassen sich bedarfsgerecht regeln (modularer Betrieb)

Alte Konstanttemperaturkessel lassen sich während der gesamten Betriebszeit nicht bedarfsgerecht einstellen. Sie erzeugen rund um die Uhr Temperaturen von 70 bis 90 Grad Celsius. Die Folge sind hohe Abstrahlungsverluste und Energieverschwendung. Schließlich wird beispielsweise an warmen Tagen weniger Wärme benötigt, als in den Wintermonaten. Durch die fehlende Regulierbarkeit wird am tatsächlichen Bedarf vorbeigeheizt. Niedertemperaturheizungen regeln die Kesseltemperatur zwar bei steigenden Außentemperaturen herauf oder herunter, arbeiten aber nicht mit der gleichen Effizienz wie Brennwertkessel. Letztere verfügen über einen Brenner mit modularer Betriebsweise. Diese können je nach Bedarf unterschiedliche Leistungen abgeben. Denn Ihre Gas- und Luftzufuhr lässt sich regeln. Das bedeutet, dass Sie einstellen können, wieviel Energie durch den Brenner verfeuert werden soll. So wird die Temperatur erhöht oder abgesenkt, indem Sie die Gaszufuhr auf oder zudrehen. Modulierende Kessel erledigen dies automatisch in Abhängigkeit von Ihrer zuvor eingestellten Heizkurve und des Wetters. Ein weiterer Vorteil ist, dass sich der Kessel nicht an und ausschaltet, sondern kontinuierlich seine Leistung anpasst. Durch die langen Laufzeiten des Brenners und der wenigen Starts erhöht sich der Wirkungsgrad und die Schadstoffemissionen sinken.
 
Auch im Teillastbetrieb sind Brennwertheizungen sehr effizient. Denn selbst bei geringer Wärmeabnahme und einer geringen Auslastung sinkt der Wirkungsgrad nicht. Dies ist auf die geringen Auskühlungs- und Oberflächenverluste zurückzuführen. Außerdem werden im Teillastbetrieb weniger schädliche CO2 Emissionen erzeugt als bei einer konstanten Vollzeitleistung des Kessels. Dieser Effekt verstärkt sich auch bei einer Kombination mit einer Solaranlage. Während diese im Sommer den Grundwärmebedarf sicher stellt, deckt der Kessel lediglich die Wärmespitzen ab. Damit werden weniger Öl- und Gas verbraucht. wodurch die Heizkosten sinken und die Umwelt geschont wird.

kesselheld.de / Kerstin Bruns

Quelle30.09.2016
kesselheld.de / Crafttech GmbH

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