Der Öltank auf dem Prüfstand!

Jedes dritte Haus in Deutschland wird heute mit Heizöl beheizt. Das sind ca. 5,8 Mio. Ölheizungen. Viele davon sind bereits 25, 30 oder 40 Jahre in Betrieb. Wenn dann eine Modernisierung ansteht, wird meistens nur der Ölheizkessel getauscht, die Öltanks allerdings nicht. Nicht selten ist ein Tank in seinem „Öltankleben“ sogar noch nie überprüft worden.
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Der Bundesverband Lagerbehälter e.V. rät allen Hausbesitzern, spätestens nach fünf Jahren ihren Heizöltank von einem Gutachter oder Sachverständigen überprüfen zu lassen. Damit ist der Verbrau cher bezüglich des Qualitätsstandards seines Öltanks auf der sicheren Seite. Foto: Bundesverband Lagerbehälter e.V.
Der Bundesverband Lagerbehälter e.V. rät allen Hausbesitzern, spätestens nach fünf Jahren ihren Heizöltank von einem Gutachter oder Sachverständigen überprüfen zu lassen. Damit ist der Verbrau cher bezüglich des Qualitätsstandards seines Öltanks auf der sicheren Seite. Foto: Bundesverband Lagerbehälter e.V.
Kein Wunder also, dass bundesweite Überprüfungen bei mindestens der Hälfte der veralteten Öltanks festgestellt haben, dass diese nicht mehr den heutigen Sicherheitsstandards entsprechen. Grund genug, um mit Reginald Homer vom technischen Prüfdienst Bayern, die zentralen  Fragestellungen zur Überprüfung, Reinigung oder Austausch eines Heizöltanks zu diskutieren:     
    
1. Herr Homer, gibt es denn keine Vorgaben vom Gesetzgeber, die vorschreiben, wann oder wie oft ein Öltank überprüft werden muss?

„Es gibt zwar gesetzliche Vorgaben, nur gelten diese leider zumeist nicht für kleine Anlagen, wie sie in den typischen Einfamilienhäusern vorkommen. In diesen Fällen muss der Eigen-tümer selber erkennen, ob seine Anlage den Vorschriften und den technischen Regeln ent-spricht.“ 

2. Was kann denn im schlimmsten Fall passieren?

„Der schlimmste Fall ist natürlich der tatsächliche Ölschaden. Und in der Regel wird dann ein Gutachter oder ein Tankschutzfachbetrieb eingeschaltet, der an der Anlage entspre-chende technische Mängel feststellt. Sei es im Auffangraum, sei es an den Behältern selbst oder an den Rohrleitungen. Und dann muss natürlich der Hausbesitzer für diesen Schaden aufkommen. Diese Schäden bei privaten Anlagen häufen sich leider in letzter Zeit. Denn durch den günstigen Ölpreis wird nicht erst beim leeren Tank nachgefüllt, sondern es wer-den bereits vorher kleine Mengen nachgetankt. 1.000, 1.500 Liter. Und dabei kommt es sehr häufig in letzter Zeit zu Überfüllschäden.“

3. Woran erkenne ich als Laie, dass etwas mit meinem Öltank nicht stimmt?

„Nun, auch wenn der Laie kein Fachmann bzw. Sachverständiger ist, gibt es doch eindeutige Merkmale, die auch für einen Laien leicht erkennbar sind. Vor allem, wenn die Tanks älter sind wie 25 Jahre - Verformungen an den Behältern, welche sich dann zur Seite neigen oder  dicke Füße bekommen. Sie haben keine Zwischenabstände mehr, die Leitungen oben wölben sich zur Seite, das alles sind eindeutige Merkmale, dass diese Anlage eigentlich nicht mehr betrieben werden darf. Das Gleiche betrifft den Auffangraum, bei dem im Laufe der Jahre gerne Rissbildungen oder Abplatzungen auftreten. Diese Mängel sind für den Laien eigentlich leicht erkennbar. Dabei sind Schäden im Auffangraum besonders gefährlich, da im Falle ei-nes Ölaustrittes das Öl ins Mauerwerk gelangen kann, danach in den Estrich des Kellerbo-dens, und im schlimmsten Fall vielleicht sogar bis ins Grundwasser.“   
  
Der Austausch eines in die Jahre gekommenen Öltanks hat u.a. den großen Vorteil des Platzgewinns im Heizungskeller, da aufgrund der Doppelwandigkeit moderner Öltanks keine separaten Auffangbereiche mehr notwendig sind. So kann beispielweise der Heizungskeller in einen kreativen Musikproberaum verwandelt werden. Grafik: Bundesverband Lagerbehälter e.V.
Der Austausch eines in die Jahre gekommenen Öltanks hat u.a. den großen Vorteil des Platzgewinns im Heizungskeller, da aufgrund der Doppelwandigkeit moderner Öltanks keine separaten Auffangbereiche mehr notwendig sind. So kann beispielweise der Heizungskeller in einen kreativen Musikproberaum verwandelt werden. Grafik: Bundesverband Lagerbehälter e.V.
4. Was kann man denn tun, damit so etwas nicht passiert? 

„Der erste Schritt wäre, die Anlage von einem Fachmann anschauen zu lassen. Das kann entweder ein speziell geprüfter Heizungsbauer sein oder ein Gutachter in der Nähe. Diese Überprüfung dürfte kostenmäßig etwa zwischen 100 und 150 Euro liegen, aber der Verbrau-cher hat dann eine wirklich fundierte und vor allem neutrale Auskunft zu seiner Anlage. Zu-dem kann der Experte sicher auch noch sagen, ob eine Reinigung für die alte Tankanlage sinnvoll erscheint oder ob es nicht gleich vernünftiger wäre, die Tanks auszutauschen.“   
 
5. Und ab wann lohnt sich eine Öltank-Reinigung nicht mehr?

„Man muss sich erst mal hinterfragen, ob man überhaupt reinigen muss. Denn man reinigt eigentlich nur aus zwei Gründen: erstens wegen der Korrosionsgefahr durch Schwitz- und Kondenswasser; zweitens wegen der Ölverschmutzung. Bei einem Kunststoff-Batterietank kann es gar nicht zu Korrosionserscheinungen kommen. Dieser Punkt fällt schon einmal weg. Und ob das Öl verschmutzt ist, erkennt man mit einem Blick am Filter vor dem Brenner. Soll-ten da keine gravierenden Ablagerungen sein, ist die Reinigung eigentlich überflüssig. Das Gleiche betrifft alte Batterietankanlagen aus Stahl. In diese Tanks müssten erst mal Mannlö-cher geschweißt werden, um in die Tanks zu kommen. Die Kosten für diese Umbaumaß-nahme liegen in etwa in der Größenordnung eines neuen doppelwandigen Sicherheitstanks. Da sollte man doch lieber bei einer Anlage, die älter ist wie 25 Jahre, sich dieses Geld für die Tankreinigung sparen und dafür gleich in eine sichere, neue, moderne Anlage investieren. Mit allen Vorteilen eines modernen Öltanks: mehr Raum im Keller Wegfall durch den Wegfall eines Auffangraums, kein lästiger Ölgeruch mehr dank geprüfter Geruchssperren sowie ab-gesicherte Obenbefüllsysteme.“ 


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