Bauseitige Fallstricke

Wer den Bau eines Eigenheims plant und sich auf die Suche nach einem passenden Bauunternehmen für das Hausprojekt macht, sollte beim Bauvertrag genau hinsehen. 
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Erst das Grundstück suchen, dann den Bauvertrag unterschreiben
Ein Baugrundgutachen kann Bauherren vor Überraschungen im Boden ihres Grundstücks bewahren, die zusätzliche Kosten nach sich ziehen oder den Bau verzögern könnten. Foto: djd / Bauherren-Schutzbund
Denn oft sind es leicht zu übersehende Kleinigkeiten, die zu erheblichen Mehrkosten führen und die Finanzierung des Eigenheimtraums gefährden können. Ein versteckter Fallstrick in vielen Bau- und Leistungsbeschreibungen ist das Wörtchen „bauseits“. Es bedeutet, dass bestimmte Arbeiten, Aufgaben oder Materialien nicht vom Bauunternehmen erbracht oder geliefert werden, sondern vom Bauherrn selbst organisiert und bereitgestellt werden müssen.
 
Unerwartete Zusatzkosten beim Bauvertrag voraussehen
Wenn Leistungen zum Beispiel zur Erschließung eines Grundstücks im Bauvertrag als "bauseits" vorausgesetzt werden, dann können auf den Bauherren unerwartete Zusatzkosten zukommen. Foto: djd/Bauherren-Schutzbund / Getty Images / Wilfried Besler

Vorsicht vor nicht angebotenen Zusatzleistungen für Vorbereitungen des Grundstücks

Als typisches Beispiel für bauseitig geforderte Leistungen nennt Erik Stange, Pressereferent des Bauherren-Schutzbund e. V. (BSB), Anforderungen an das Bauland, die vom Unternehmen vertraglich vorausgesetzt werden oder vom Bauherrn zu erfüllen sind. Das können etwa die Anschlüsse ans öffentliche Strom-, Wasser-, Abwasser- und Telekommunikationsnetz, die Erschließung der Zufahrt für Baufahrzeuge oder Bereitstellung von Baustrom und anderen Baustelleneinrichtungen sein. Auch die Beseitigung von Hindernissen und Vegetation, das Einholen von Genehmigungen oder die Bauschuttentsorgung können als Bauherrenleistungen definiert sein.
 
Bodengutachten schützen vor unliebsamen Überraschungen
Wenn das Grundstück gefunden ist, gibt ein Bodengutachten mehr Sicherheit vor unvorhersehbaren Mehrkosten. Foto: djd / Bauherren-Schutzbund

Keinen Bauvertrag ohne Klarheit über den Grundstückszustand abschließen

Den Bauvertrag sollte man vor Abschluss daraufhin überprüfen lassen, am besten von einem unabhängigen Vertrauensanwalt. Unter www.bsb-ev.de gibt es dazu weitere Infos und ein bundesweites Adressverzeichnis. Dringend abzuraten ist laut Erik Stange vom Abschluss eines Bauvertrags, bevor ein Grundstück gefunden ist. Hier kann der Bauunternehmer Zusatzkosten für die Grundstückserschließung oder die Beseitigung von Altlasten nicht abschätzen und fordert daher in vielen Fällen „bauseits“ einen Zustand, bei dem er ohne weitere Vorarbeiten mit dem Hausbau starten kann. Wenn das Grundstück gefunden ist, gibt ein Bodengutachten mehr Sicherheit vor unvorhersehbaren Mehrkosten. Auf Basis des Grundstückszustands und des Gutachtens kann der Bauherr ein Angebot einfordern, in dem keine Bauherrenleistungen im Kleingedruckten versteckt sind.

Quelle02.01.2024
Bauherren-Schutzbund e.V. / djd

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