Rechtzeitig den Baugrund checken

Für manch einen Häuslebauer kommt es knüppeldick, wenn sich sein Baugrundstück als Problemfall herausstellt. Das kann nach dem Grundstückskauf passieren. Schlimmstenfalls kommt diese Erkenntnis sogar erst nach dem Hausbau, wenn das Gebäude absinkt oder in Schieflage gerät.
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Baugutachten schützen Bauherren vor Mängeln
Mit einem professionell erstellten Baugutachten auf der sicheren Seite. Foto: pixabay / Manfred Richter
Wenn aus unerklärlichen Gründen die Türen oder Fenster schleifen oder das Spielzeug der Kinder von allein über den Boden rollt, könnte das Haus in Schieflage geraten sein. Grund dafür ist meist eine fehlende oder falsche Bewertung des Baugrunds vor Baubeginn. Birgit Scheer von der Gütegemeinschaft Fertigkeller (GÜF) empfiehlt: „Ein Baugrundgutachten macht schon vor dem Grundstückskauf Sinn, um seine Investition abzusichern. Spätestens aber vor Beginn der Baumaßnahmen ist es zwingend erforderlich, die Bodenbeschaffenheit zu prüfen. Hierbei sollten sich Bauherren für einen Gutachter entscheiden, der sein Handwerk versteht, gründlich arbeitet und analysiert und schließlich detaillierte Informationen an den Bauherren weitergibt.“ 
  
Vor dem Kauf Bodenproben entnehmen und prüfen lassen
Bodenproben tieferer Erdschichten sind ein wichtiger Bestandteil eines gründlichen Baugrundgutachtens. Foto: GÜF / glatthaar
Ein zuverlässiges Baugrundgutachten ist auf die individuelle Situation, Planung und Konstruktion abzustimmen und erfordert einen Aufwand, den ein Spezialist nicht zum Dumpingpreis anbieten kann. Insofern gibt mitunter schon die Kostenkalkulation Aufschluss über die Qualität des zu erwartenden Gutachtens. Formal ist ein unzureichendes Gutachten zum Beispiel an ausschließlich tabellarischen Beurteilungen komplexer geologischer Sachverhalte oder manchmal schon an der Überschrift „Kurzbericht“ erkennbar.

Inhaltlich sollte ein Bodengutachten unter anderem exakte Beschreibungen der Geologie sowie Informationen zum Grundwasser wie den Bemessungswasserstand und mögliche ökologische Belastungen umfassen. Außerdem gehören Angaben zu Erdbebenzonen, zu geologischen Untergrund- und Baugrundklassen sowie zur Frostsicherheit und Versickerungsfähigkeit in das Gutachten.
 
Bauland vor dem Grundstückskauf checken
Ein Bodengutachten gibt Sicherheit und bewahrt vor bösen Überraschungen. Foto: pixabay / Free-Photos
Eine Lastfalleinschätzung und Vorgaben zur Bauwerksabdichtung, Ausführungen und Vorgaben zum Erdbau wie zum Beispiel bauliche Sicherungsmaßnahmen oder falls erforderlich zur Eignung und Einbaugüte von Bodenaustauschmaterialien und Geotextilien sollten ebenfalls nicht fehlen. Überdies sollten dem Gutachten ein maßstäblicher Lageplan mit Baufeld, Bohransatzpunkten, Maßstab und Höhenbezugspunkt, die Bohr- und Rammprofile, eine Fotodokumentation des Baugeländes sowie falls erforderlich Protokolle der Gelände- und Laborversuche, Laborprüfberichte zur chemischen Analytik und rechnerische Nachweise beigelegt werden.

In Einzelfällen können auch im Nachhinein weitere Untersuchungen von Nöten sein. Hier kommt es vor allem auf die individuelle Situation und die Erfahrung der Fachleute an.

Quelle16.01.2021
Gütegemeinschaft Fertigkeller (GÜF)

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