Achtung bei Baubeschreibungen

Wer den Bau eines Eigenheims in Auftrag gibt, der geht davon aus, dass er am Ende genau das bekommt, was er mit dem beauftragten Bauunternehmen vereinbart hat. Um dies abzusichern, hat der Gesetzgeber Mindestanforderungen an die Bau- und Leistungsbeschreibung gestellt, die ein wichtiger Bestandteil des Bauvertrags ist.
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Genaue Prüfung der Bau- und Leistungsbeschreibung
Damit Bauherren am Ende auch bekommen, was sie sich vorgestellt haben, sollten sie die Bau- und Leistungsbeschreibung vor einer Unterschrift unter den Bauvertrag genau unter die Lupe nehmen. Foto: djd / Bauherren-Schutzbund
Laut einer aktuellen Studie des Instituts für Bauforschung e.V. im Auftrag des Bauherren-Schutzbund e.V. (BSB) können sich Bauherren darauf aber nicht blind verlassen. 

Nur ein Drittel der Leistungsbeschreibungen für Neubauten sind überwiegend korrekt

Florian Becker, Geschäftsführer des Verbraucherschutzvereins BSB, berichtet: „Nur in einem Drittel der untersuchten Baubeschreibungen sind die Leistungsbereiche überwiegend korrekt beschrieben und entsprechen den geltenden Anforderungen.“ Ein Drittel der bewerteten Bereiche entspreche nicht den geltenden Mindestanforderungen.
 
Unabhängige Bauberater bewahren Bauherren vor unliebsamen Überraschungen
Ein unabhängiger Bauherrenberater kann überprüfen, ob die Bau- und Leistungsbeschreibung im Bauvertrag umfassend und vollständig ist. Foto: djd / Bauherren-Schutzbund
Becker nennt Beispiele für mangelhaft ausgeführte formale Angaben zu den Gebäudedaten: nicht ausreichend definierte Beschreibungen der Wohnfläche oder Angaben zu den Gebäudeabmessungen sowie fehlende Grundrisse, Schnitte oder Ansichten des geplanten Baus. Häufig fehlen auch Angaben zum Lüftungskonzept, das bei luftdichten Niedrigenergiehäusern essenziell ist, um Folgemängel wie die Bildung von Schimmel zu verhindern.

Unvollständig oder uneindeutig beschrieben sind in vielen Fällen weitere Leistungsbereiche wie die Baustelleneinrichtung oder die Entwässerungsgenehmigung. Hier können dem Bauherrn unvorhergesehene Zusatzkosten drohen.
 
Nicht alle Baubeschreibungen sind vollständig und eindeutig
Trotz klarer gesetzlicher Vorgaben sind viele Baubeschreibungen noch immer nicht vollständig und eindeutig. Foto: djd / Bauherren-Schutzbund

Unabhängige Vertragsprüfung gibt mehr Sicherheit

„Trotz der Defizite hat sich das Gesamtergebnis im Vergleich zu unserer Untersuchung aus dem Jahr 2016 leicht verbessert“, erläutert BSB-Geschäftsführer Florian Becker. Da es für den Baulaien schwierig ist, die Vollständigkeit von Bauvertrag und Leistungsbeschreibung abschließend zu beurteilen, rät Becker zu unabhängiger Beratung: „Wer vor dem Bau auf Nummer sicher gehen will, lässt den gesamten Bauvertrag inklusive der Baubeschreibung, der Leistungs- und Nachtragsangebote und der AGB des Hausanbieters vor der Unterschrift von einem unabhängigen Fachanwalt und Sachverständigen prüfen.“

Quelle20.02.2021
Bauherren-Schutzbund e.V. / djd

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