Baunebenkosten nicht unterschätzen

Die sogenannten Baunebenkosten werden bei der Planung eines Eigenheims häufig unterschätzt. Damit sind die Kosten gemeint, die neben dem Kaufpreis für eine Immobilie beziehungsweise für den Erwerb des Grundstücks anfallen.
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Realistische Baunebenkosteneinschätzung bewahrt vor bösen Überraschungen
Finanziell sicher ins neue Eigenheim kommen: Dabei sollte man die Baunebenkosten realistisch einschätzen. Foto: djd / Schutzgemeinschaft für Baufinanzierende / shutterstock
„Wer diese Ausgaben nicht einkalkuliert, erlebt unter Umständen eine böse Überraschung“, warnt Florian Haas, Finanzexperte und Vorstand der Schutzgemeinschaft für Baufinanzierende e. V. Ob Kauf oder Bau der eigenen vier Wände: Grunderwerbsteuer sowie Notar- und Grundbuchkosten werden immer fällig. Und wer einem Makler den Auftrag zur Suche einer Immobilie oder einem Grundstück erteilt, muss ebenfalls tief in die Tasche greifen. Bei einem Neubau sind zudem viele weitere Nebenkosten einzukalkulieren.
 
Baunebenkosten im Vorfeld klären
Bauherren sollten sich vor der vertraglichen Bindung mit einem Hausbauunternehmen ein genaues Bild über die voraussichtlich anfallenden Nebenkosten machen – sonst kann es schnell ein böses Erwachen geben. Foto: djd / Schutzgemeinschaft für Baufinanzierende / thx

Nebenkosten machen rund 15 bis 20 Prozent der Gesamtkosten aus

Insgesamt können die Baunebenkosten rund 15 bis 20 Prozent der Gesamtkosten ausmachen. „Diese Kosten kann man durchaus seriös in eine Finanzplanung einbeziehen“, meint Florian Haas. Man müsse es aber auch wollen – und daran hapere es bei so manchem Hausbauberater. Aus Angst, den Auftrag nicht zu bekommen, weiß Haas, würden die Berater die Kosten stattdessen oftmals schönrechnen. Tatsächlich aber verlangen Makler je nach Region, Lage und Qualität des Grundstücks zwischen drei und sieben Prozent des Kaufpreises als Courtage.
 
Checklisten für den Überblick über die Baunebenkosten
Mit einer Checkliste gewinnt man den systematischen Überblick über alle im Bauprozess entstehenden Kosten. Foto: djd / Schutzgemeinschaft für Baufinanzierende / Shutterstock
Die Grunderwerbsteuer beträgt je nach Bundesland aktuell 3,5 bis 6,5 Prozent – und der Grunderwerb selbst unterliegt der Beurkundungspflicht bei einem Notar. Die Kosten dafür können individuell sehr unterschiedlich ausfallen. Bei einem Neubau sind Vermessungskosten ein erheblicher Teil der Baunebenkosten. Dazu kommen unter anderem Planungskosten, Ausgaben für Prüfstatiker und Baugrundgutachten, Kosten für die Erschließung und Verlegung der Hausanschlüsse sowie für die Gestaltung der Außenanlagen.
 
Die Baunebenkosten summieren sich oft zu stattlichen Beträgen
Addiert man Positionen wie Maklerprovision, Grunderwerbsteuer, Notar und Grundbuch, Vermessung, Planung und Hausanschlüsse, kommt eine stattliche Summe zusammen. Foto: djd / Schutzgemeinschaft für Baufinanzierende / thx

Checkliste gibt Überblick über alle Kosten

Addiert man all diese Positionen, kommt eine stattliche Summe zusammen. Diese erhöht die reinen Baukosten aus dem Hausbauprospekt um ein gutes Stück und muss meist aus Eigenmitteln erbracht werden. „Nur mit einer detaillierten Aufstellung über alle entstehenden Kosten bekommt man Klarheit über die Größenordnung des Gesamtprojekts und kann eine seriöse und ausreichende Finanzierung auf die Beine stellen“, rät Florian Haas.

Die Schutzgemeinschaft etwa stellt unter www.finanzierungsschutz.de eine Checkliste zur Verfügung, die einen systematischen Überblick über die einzelnen zu berücksichtigenden Punkte aller im Bauprozess entstehenden Kosten gibt. Daneben bietet die Seite weitere wertvolle Hinweise sowie Übersichten und Ratgeber rund um den Hausbau.

Quelle12.08.2020
Schutzgemeinschaft für Baufinanzierende e.V.

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