Wie entsteht Schimmel im Keller? Ursachen, Risiken & Lösungen

Schimmel sieht nicht nur unschön aus, er ist auch eine ernsthafte Gefahr für die Gesundheit. Parallel dazu reduziert er den Immobilienwert, sofern er nicht fachmännisch entfernt wird, und verursacht in Mietwohnungen Kosten für Eigentümer. Keller sind, ebenso wie Erdgeschosswohnungen, besonders gefährdet. Damit Schimmel gar nicht erst entsteht, lohnt es sich vorsorglich gegenzusteuern.
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  • Schimmel braucht v. a. hohe Feuchte, Staunässe, wenig Luftzirkulation und kühle Temperaturen.
  • Im Keller kondensiert Feuchtigkeit an kalten Wänden; betroffen sind oft Kartons, Holzregale, Textilien.
  • Ursachen: undichte Abdichtung, Risse, falsches Lüften, Wärmebrücken, Wasserschäden und Leckagen.
  • Risiken: Atemwegsreizungen, Gerüche, mögliche Gesundheitsfolgen sowie Schäden an Putz, Dämmung, Mauerwerk.
  • Vorbeugen: Ursache klären, abdichten/Drainage, richtig lüften, Luftfeuchte messen, ggf. Entfeuchter nutzen.
Wie entsteht Schimmel im Keller? Ursachen, Risiken & Lösungen. Foto: Jacob Rudge / Unsplash.com
Wie entsteht Schimmel im Keller? Ursachen, Risiken & Lösungen. Foto: Jacob Rudge / Unsplash.com

Wie entsteht Schimmel - und was braucht der zum Überleben?

Schimmelpilze wachsen nicht zufällig oder "einfach so": Die gute Nachricht ist, dass Schimmel ganz spezielle Voraussetzungen benötigt, um überhaupt zu entstehen. Schiebt man diesen Ursachen einen Riegel vor, stehen die Chancen also gut, dass sich der Pilz nie an Wänden und Decken ausbreitet. Im Keller ist das aber traditionell besonders schwierig, denn Schimmel liebt Feuchtigkeit, Staunässe und generell eine hohe Luftfeuchte - all das ist im Keller normalerweise reichlich vorhanden.

Kommt dazu noch eine geringe Luftzirkulation, setzt sich die Feuchtigkeit fest. Das passiert, auch das ist im Keller sehr häufig, speziell in Kombination mit niedrigen Temperaturen. Warme Luft kann nämlich mehr Feuchtigkeit speichern: Das bedeutet im Umkehrschluss, dass sich weniger Feuchtigkeit an Wänden und anderen Materialien absetzt, da diese an die Luft gebunden ist. Sind die Temperaturen hingegen sehr niedrig, wie im Keller oftmals der Fall, bindet die Luft weniger Feuchtigkeit an sich, die sich im Gegenzug dann an Wänden und Co. absetzt. Besonders im Keller findet man, abseits von den Wänden und Decken, Schimmel daher oftmals an Kartons, Holzregalen oder an Textilien.

Mieter dürfen Schimmel oftmals übrigens nicht selbst entfernen. Bevor man auf gut Glück zu Werke geht, sollte man sich also über seine Rechte und Pflichten dahingehend informieren. Kleinere Stellen müssen auch Mieter nicht einfach wuchern lassen. Bei einem stärkeren Befall führt letztlich aber kein Weg am Fachmann und einer spezialisierten Entfernung vorbei.

Typische Ursachen für einen Schimmelbefall im Keller und/oder den Wohnräumen

Zum aktuellen Zeitpunkt wird in den meisten Objekten wahrscheinlich kein neuer Schimmelbefall entstehen, was der akuten Hitzewelle zu verdanken ist. Schimmel kann zwar das gesamte Jahr über existieren, seine Neuentstehung findet vorwiegend aber im Herbst und Winter statt - wenn es draußen kalt und feucht ist. 

Das ist auch eine der häufigsten Ursachen für Schimmelbefall: Feuchtigkeit von außen dringt nach innen ein, beispielsweise aufgrund von fehlenden oder porösen Abdichtungen. Risse im Mauerwerk oder eine defekte Außenabdichtung sind nicht nur im Hinblick auf die Energieeffizienz problematisch, sie begünstigen zugleich auch Schimmelbefall - vor allem wenn die Kellerräume nicht aktiv genutzt werden und daher nicht an die Heizanlage angebunden sind.

Ein weiterer häufiger Grund, der vor allem Wohnbereiche betrifft, ist falsches oder gar kein Lüften. Hier ist zwischen den Räumen und Jahreszeiten zu differenzieren. Im Winter empfiehlt es sich zu stoßlüften: Dann kühlen die Räume nicht so stark ab, die Feuchtigkeit wird durch die kalte Außenluft hingegen blitzschnell herausgezogen. Wer Fenster im Herbst und Winter hingegen nur kippt, riskiert eine starke Auskühlung der umliegenden Stellen, wodurch sich dort schneller Schimmel bemerkbar machen kann. 

In den Sommermonaten und im Keller sind es hingegen die großen Temperaturunterschiede, die problematisch werden können. Draußen ist es warm oder vielleicht sogar heiß, während der Keller typischerweise auch im Sommer sehr kühl ist. So kann Feuchtigkeit an den Wänden kondensieren, was dann im weiteren Verlauf zu Schimmel führt. Sofern ganz konkrete Baumängel vorliegen, zum Beispiel in Form einer schlechten Isolierung oder Wärmebrücken, ist das ebenfalls ein Risiko. Selbiges gilt für Wasserschäden, die am ehesten noch die Kellerräume betreffen. Schon kleine Leckagen sorgen dafür, dass die Feuchtigkeit im Keller massiv ansteigt - gepaart mit den kühlen Kellertemperaturen wird das dann zum Risiko.

Schimmel ist eine Gefahr für die Immobilie ebenso wie die Gesundheit

Dauerhafter und starker Schimmelbefall kann die Atemwege massiv reizen, unangenehme Gerüche verursachen, steigert mitunter das Krebsrisiko und ist eine generelle Belastung für alle Bewohner und das Raumklima. Ebenso birgt Schimmel natürlich Risiken für die Immobilie. Das Mauerwerk kann Schäden davontragen, der Putz bröckeln, die Dämmung beschädigt werden. All das reduziert den Immobilienwert, ebenso natürlich wie der unansehnliche Schimmelbefall selbst.

Deshalb sollten Bewohner, egal ob im Eigentum oder zur Miete, zumindest sporadisch Ausschau halten. Es gibt viele eindeutige Signale, die entweder auf Schimmel hindeuten oder zumindest das Risiko dafür erhöhen können. Das sind zum Beispiel:
  • -ein dauerhafter modriger Geruch, der kurz nach dem Lüften wieder auftritt
  • dunkle Flecken, die ein Indiz für Feuchtigkeit sein können
  • beschlagene, triefende Fenster im Keller
  • abblätternder Putz und Farbe
  • im Keller (oder anderen Räumen) befindliche Textilien und Kartons, die sich feucht und klamm anfühlen
Spätestens wenn der Schimmelbefall schon sichtbar ist, sollte umgehend ein Experte hinzugezogen werden. Bei einer Schimmelbeseitigung Wuppertal würden die Fachleute beispielsweise nicht nur den bereits entstandenen Schimmel entfernen, sondern zugleich der Ursache dafür auf den Grund gehen. Das ist auch notwendig: Selbst wenn der Schimmel entfernt wird, würde der nämlich einfach direkt wieder entstehen, sofern nicht die Ursache dafür behoben wird.

Wie lässt sich einem Schimmelbefall effizient vorbeugen?

Das Problem ist letztlich die Feuchtigkeit, folglich müssen Maßnahmen darauf abzielen, eben jene auf ein verträgliches Niveau zu bringen. Aber schon die Feuchtigkeit kann unterschiedliche Ursachen haben: Hier ist nun festzustellen, ob diese von außen kommt, durch Kondensation entsteht oder beispielsweise bauliche Schwachstellen und technische Defekte für zu viel Feuchtigkeit sorgen.

Je nachdem, was der Grund für den Schimmelbefall ist, können dann unterschiedliche Maßnahmen ergriffen werden. Sofern Feuchtigkeit von außen eindringt, muss der Keller effizienter abgedichtet werden. Das kann zum Beispiel mit einer neuen Abdichtung der Kellerwände oder einer Abdichtung des Mauerwerks von der Außenseite her geschehen. Risse müssen im Gleichschritt saniert werden, anderenfalls kommt durch diese immer wieder neue Feuchtigkeit. Sofern sich Wasser staut, beispielsweise nach Schneefall oder bei stärkerem Regen, sollte ein Drainagesystem integriert werden.

Die Außenabdichtung erzielt normalerweise bessere Ergebnisse, denn dann wird die Feuchtigkeit gestoppt, bevor sie überhaupt auf das eigentliche Mauerwerk trifft. Andererseits sind Außenabdichtungen aus baulicher Sicht anspruchsvoller und damit auch teurer, denn sie setzen zwangsläufig Erdarbeiten auf dem Grundstück voraus. Sofern eine Außenabdichtung, aus welchem Grund auch immer, nicht möglich ist, wird stattdessen eine Innenabdichtung genutzt. 

Zudem ist natürlich allgemein die Luftfeuchtigkeit zu kontrollieren. Regelmäßiges Lüften und eine fortlaufende Kontrolle, zum Beispiel mit einem Hygrometer, sind immer empfehlenswert. Wenn das nicht reicht, kann über weitere Alternativen nachgedacht werden: Luftentfeuchter zum Beispiel sind vor allem in der akuten Phase eine Hilfe, um erst einmal die Feuchtigkeit herauszubekommen, bevor bauliche Maßnahmen ergriffen werden. Automatische Lüftungssysteme sind ebenso eine Überlegung wert, aber natürlich relativ kostspielig und im Keller eher untypisch. Letztlich geht es vor allem darum: Es muss eine Möglichkeit geschaffen werden, wie im Keller Luft effektiv zirkuliert, damit sich Feuchtigkeit nicht staut und festsetzt.
Wie entsteht Schimmel im Keller? Ursachen, Risiken & Lösungen. Foto: Rodion Kutsaiev / Unsplash.com
Wie entsteht Schimmel im Keller? Ursachen, Risiken & Lösungen. Foto: Rodion Kutsaiev / Unsplash.com

Maßnahmen sollten nicht herausgezögert werden

Ist der Schimmel einmal da, wird er sich nicht von allein wieder in Luft auflösen, sofern die Ursache weiterhin für Schimmelbefall sorgt. Umso wichtiger ist es, sowohl für Mieter als auch Eigentümer, möglichst zügig zu reagieren. Ein kleinerer Schimmelbefall lässt sich deutlich einfacher und kostengünstiger als ein großer Befall in den Griff bekommen. Die notwendigen Sanierungsmaßnahmen können Eigentümer typischerweise steuerlich geltend machen. Auch deshalb lohnt sich schnelles Eingreifen: Wuchert der Schimmel ungehindert weiter kann das massive Schäden verursachen, die im Gegenzug sehr kostspielige Sanierungsmaßnahmen erforderlich machen. Schnell zu handeln ist also wichtig - und allein die Entfernung, ohne ein Blick auf die Ursache, ist dafür nicht ausreichend.
Resümee von Karsten Mueller (Redaktion “bauen.com“)
Schimmel im Keller entsteht meist durch Feuchtigkeit, schlechte Luftzirkulation und niedrige Temperaturen. Besonders gefährdet sind unbeheizte Kellerräume, in denen sich Kondenswasser an Wänden, Kartons oder Textilien absetzt. Ursachen reichen von falschem Lüften über undichte Kellerabdichtungen bis hin zu Wasserschäden oder baulichen Mängeln. Neben gesundheitlichen Risiken kann Schimmel auch die Bausubstanz schädigen und den Immobilienwert mindern. Entscheidend ist daher, nicht nur den sichtbaren Befall zu entfernen, sondern die Ursache dauerhaft zu beseitigen. Regelmäßiges Lüften, kontrollierte Luftfeuchtigkeit, funktionierende Abdichtungen und eine gute Luftzirkulation helfen dabei, Schimmel langfristig vorzubeugen.

Quelle27.05.2026
ssc.am.

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