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Übersicht der gängigsten Deckensysteme

Geschossdecken tragen nicht nur Lasten, sondern haben als statisch relevante Bauteile eine aussteifende Wirkung.
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Stahlbetondecke (monolithisch)
Eisenstäbe, wie sie bei einer typischen Decke aus Stahlbeton verwendet werden. - Foto: pixelquelle.de
Foto: pixelquelle.de
Die monolithische Stahlbetondecke ist eine Verbundkonstruktion aus Stahlstäben oder -matten und Beton. Der Stahl dient als Bewehrung und hat die Hauptaufgabe, die auf die Decke wirkenden Zugkräfte zu übernehmen. Der Beton dagegen ist für die Druckkräfte zuständig.

Vorteile der Stahlbetondecken
Sie verfügt über hervorragenden Lastaufnahmefähigkeiten (ob Zug- oder Druckkräfte) und kann unabhängig vom Gebäudegrundriß eingesetzt werden.

Nachteile der Stahlbetondecken
Da die komplette Deckenunterseite eingeschalt werden muss, ist der Aufwand an Schalung und Hilfsjochen sehr hoch. Weiterhin bremst die langandauernde Baufeuchte, bzw. die lange Trockenzeit das Fortschreiten der Arbeiten am Rohbau. Außerdem bietet die Stahlbetondecke nur einen ungenügenden Trittschall- und Wärmedämmschutz.


Sinnvolle Alternative zur monolithischen Form der Stahlbetondecke sind vorgefertigte oder teilvorgefertigte Deckenelemente aus Stahlbeton.

Vorteile
Vorgefertigte Teile bieten eine gleichbleibende Qualität und machen den Fortgang der Bauarbeiten weitgehend vom Wetter unabhängig. Außerdem entfallen die sonst entstehehenden Schalungskosten und -zeiten.

Nachteil
Die Auswahl an vorgefertigten Teilen ist weitgehend von Grundrißform und Abmessung bestimmt.


Marktübersicht
Es gibt: Hohldielen-, Füllkörper-, Rippen-, Balken-, Platten- oder Trapezblech-Betondecken. Diese sind auch als Leichtbetondecken - z.B. Stegdielen - erhältlich.


Filigrandecken - eine weitere Möglichkeit
Filigrandecken sind nur teilvorgefertigt erhältlich. Mehrere Quadratmeter große Platten werden von einem mobilen Kran auf Mauerwerk und wenige Hilfsjoche aufgesetzt. Die Zugbewehrung wird vervollständigt und die Decke bis zur endgültigen Deckenstärke mit Ortbeton aufgefüllt.
Der Vorteil ist die Möglichkeit der Verlegung von Versorgungsleitungen.
Nachteilig gegenüber komplett vorgefertigten Deckenelementen ist hier wieder die zusätzliche Baufeuchte und die Abbindezeit des Betons.


Fertig-Element-Decken
Fertig-Element-Decke. - Foto: pixelquelle.de
Foto: pixelquelle.de
Fertig-Element-Decken werden im Werk komplett vorgefertigt oder teilvorgefertigt und vor Ort mit einem Kran montiert. Es stehen hierbei diverse Materialien zur Auswahl.

Bei der Ziegeldecke werden z.B. im Werk Deckenziegel zu raumlangen Ziegelelementen (Breiten bis zu 3,25 m und Längen bis 7,30 m) mit konstruktiv bewehrten Stoßfugen vermörtelt. Ohne Oberbeton sind sie sofort begeh- und weiterbearbeitbar.

Bims- oder Porenbetondecken werden aus mehreren Elementen montiert, die bis zu sechs Meter lang und 25 - 80 cm breit sind. Die Länge wird dabei individuell festgelegt und hängt von der Raumbreite ab.

Vorteil
Komplette Vorfertigung mit enthaltener Bewehrung. Es müssen nur die Außenkanten und das Treppenloch geschalt werden, der Rest entfällt. Nach der Montage werden lediglich die Elementstöße vermörtelt und der Ringanker mit Beton verfüllt. Diese Vorgehensweise erspart Zeit und Kosten. Decken, die in dieser Form gefertigt werden verkraften hohe Traglasten bis zu 5,0 kN/m².


Multitalent Holzdecke
Die klassische Holzbalkendecke wird wieder zunehmend eingebaut. Sie trägt den gesamten Decken- und Fußbodenaufbau, kann entweder von Dämmung oder Vertäfelung versteckt werden oder sichtbar bleiben. Auf ihr können Holzdielen oder -platten als naturbelassener Bodenbelag dienen oder Untergrund für andere Beläge, wie z.B. Parkett, sein. Für eine Deckenunterkonstruktion werden diverse Materialien angeboten, wie z.B. Holz- oder Gipsbauplatten.
Der Zwischenraum kann als zusätzliche Dämmöglichkeit genutzt werden, was einen erhöhten Schall- und Wärmeschutz bewirkt. Eine statische Berechnung ist natürlich auch bei Holzbalkendecken unerläßlich, um Anzahl, Abstände und Abmessungen der Balken festzulegen.



Träger- und Balkendecken (Einhängedecken)
Die Ziegeleinhängedecke. - Foto: ArGe Ziegeldecke
Foto: ArGe Ziegeldecke
Die tragende Konstruktion dieser Decken besteht aus Trägern oder Balken, die in gleichmäßigen Abständen entsprechend der Spannrichtung montiert sind. Die Träger bestehen aus einem Fuß, der die komplette statische Bewehrung enthält, und einem Gitterträger, der aus dem Betonfuß herausragt. Zwischen den Trägern werden Steine oder Elemente aufgelegt.
Zusätzliche Bewehrungsstäbe zur Aufnahme der Zuglast werden in den Längsfugen verlegt, dann wird mit Beton verfüllt. Die Einhängesteine unterscheiden sich in ihren Eigenschaften sowie im Gewicht entsprechend des verwendeten Materials. Zur Auswahl stehen dabei Ziegel-, Leicht- oder Porenbetone.

Die leichten Gitterträger werden nach einem Verlegeplan von Wand zu Wand verlegt, unterstützt von zusätzlichen Stützjochen. Einige Hersteller befestigen unter den Trägern schon Holzleisten, so dass ohne zusätzliche Konterlattung eine untergehängte Decke befestigt werden kann.

Vorteile
Die Schalungskosten entfallen und für den Bauherren ist sehr viel Eigenleistung ist möglich.
Einhängedecken verfügen über sehr gute Schall- und Wärmedämmungseingenschaften.
Außerdem sind hohe Traglasten und große Spannweiten (z.B. Ziegel-Einhängedecken bis 8,5 m und Nutzlast bis 12,5 kN/m²) das Plus dieses Deckensystems.


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