Bauen & Wohnen: Jahrestrends 2022

2022 herrscht Aufbruchsstimmung unter Deutschlands Haus- und Wohnungseigentümerinnen und -eigentümern. Die Zukunft gehört dem klimaschonenden und nachhaltigen Bauen und Wohnen. BHW stellt die diesjährigen Trends vor.
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Wiederverwendung alter Baumaterialien: Kreislaufwirtschaft
Alte Baumaterialien lassen sich oft wiederverwenden. Foto: pixabay / Denise Husted

Trend 1: Kreislaufwirtschaft: das Nachhaltigkeitsprinzip

Innovative Verfahren beleben den Markt für klimafreundliches, nachhaltiges Bauen. Im Zentrum steht die Wiederverwendbarkeit bereits verbauter Materialien – das „Cradle to Cradle“-Prinzip. Umweltexpertinnen und -experten fordern: Bereits in der frühen Planungsphase von Bauten müssen Instandhaltung und Entsorgung berücksichtigt werden. Statistisch gesehen werden in Deutsch­land mehr als 16 Tonnen Metall, Beton, Holz und andere Roh­stoffe pro Jahr und Person verbraucht. Dieser Ver­schwen­dung wert­voller Roh­stoffe und Ressourcen will die Euro­päische Kommission Einhalt gebieten. Die Spar­effekte für die Umwelt und Wirt­schaft schätzt sie sehr hoch ein: Eine sofortige Um­stellung auf ein Wieder­ver­wendungs­prinzip, der sogenannten „Circular Economy“, würde EU-weit in den nächsten acht Jahren 600 Milliarden Euro einsparen und zwei Millionen neue Jobs schaffen.

„Allein auf das Bau­gewerbe ent­fallen über 35 Prozent des Ab­fall­auf­kommens in der EU“, sagt Holm Breitkopf von der Bau­spar­kasse BHW. „Die Kreis­lauf­wirt­schaft ist der Zukunfts­markt schlechthin!“ Aktuell werden die meisten Ressourcen verschwen­det, weil Materialien nach Gebrauch nicht in ihre Bestandteile zerlegt werden. Leucht­turm-Projekte wie die Bayern-Kaserne in München zeigen, was geht. Hier baut man – nach dem Prinzip der Öko­effektivität – aus Bau- und Abbruch-Abfällen neue Häuser für junge Familien.
 
Neue Raumpotenziale für Gemeinschaften
Co-Working-Spaces versprechen eine effektive und preiswerte Nutzung von Platzressourcen. Foto: afven-Coworking-Space / Olaf Mahlstedt / BHW Bausparkasse

Trend 2: Flexibel wohnen und arbeiten

Neue Formen des städtischen Wohnens und Arbeitens finden immer mehr Anhänger. Cluster-Wohnen und Co-Working-Spaces ermöglichen eine neue Wohnflexibilität. Sie versprechen nicht nur kreatives Wohnen, sondern auch die effektivere und preiswerte Nutzung von Platzressourcen. Viele Menschen suchen eine Ant­wort auf steigende Miet­preise und den Bedarf an wohn­ort­nahen Arbeits­plätzen. Eine Option ist es, Wohn­raum ge­mein­sam zu ge­stalten und Ge­meinschafts­räume fürs Arbeiten zu schaffen. Cluster-Wohnungen, eine Kreuzung zwischen Wohn­gemein­schaft und Kleinst­wohnung, bieten dafür attrak­tive Möglich­keiten. Sie sehen zusammen nutz­bare Räume vor, etwa Wohn­küchen, Biblio­theken, Lese­zimmer oder Dach­terrassen.

„Für das Wohnen bedeutet das ein Um­denken“, sagt Iris Laduch von der BHW Bau­spar­kasse. „Neue Konzepte zielen daher auch auf die lang­fristige Flexi­bili­tät für die Be­wohnenden.“ Noch werden die meisten Wohn­gebäude sowohl eigen­tums­rechtlich wie auch bau­technisch als Einzel­einheiten gebaut. Das erschwert eine spätere An­passung, wenn sich Be­dürf­nisse verändern. Das Cluster-Wohn­projekt Spree­feld in Berlin zeigt, welche Vorteile ressourcen- und klima­schonende Wohn­qualität bieten kann. Im Erd­geschoss gibt es so­genannte Options­räume, die etwa als Co-Working-Space dienen oder vermietet werden können.
 
Grünflächen für ein besseres Mikroklima
Dachbegrünung für ein besseres Klima. Foto: Fricke.at / Jörg Fricke / BHW Bausparkasse

Trend 3: Dächer und Fassaden begrünen

Dächer und Fassaden zu begrünen ist kein Luxus, sondern eine Notwendigkeit. So lautet das Fazit des Bundeskongresses Gebäudegrün 2021. Als Ausgleich für die über 90 Quadratkilometer Fläche, die jedes Jahr in Deutschland versiegelt werden, verbessern Grünflächen das Mikroklima und die Wohnqualität. Rund 42 Prozent der Städte und Gemeinden über 50.000 Ein­wohner fördern laut dem Bundes­verband Gebäude­grün e. V. mit direkten oder in­direkten Zu­schüssen die Dach­begrünung, 34 Prozent auch die Fassaden­begrünung.

„Die Anreize für grüne Gebäude zeigen Wirkung“, erläutert Jan Ebert von der BHW Bau­spar­kasse. „Das motiviert Haus­besitzer und Wohn­eigen­tümer­gemein­schaften, sich mit eigenen Maß­nahmen für ein besseres Klima zu engagieren.“ Schon heute liegt die Summe der über die Jahre hinweg begrünten Dach­flächen in Deutsch­land bei rund 120 Quadrat­kilo­metern. Horizontale und vertikale Gärten sind Multi­talente. Pro Quadrat­meter wandeln sie rund 300 Gramm CO2 in Sauer­stoff um. Sie reduzieren Abgase, schützen vor Über­hitzung, verbessern die Dämmung von Gebäuden und sparen Energie. Auch optisch werten die Gärten Haus­wände und Dächer auf. Dabei stechen begrünte Fassaden deutlich mehr ins Auge und erzeugen auch mehr Grün­volumen als extensiv bepflanzte Dach­flächen.

Quelle18.07.2022
Postbank – eine Niederlassung der Deutsche Bank AG

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