
Die hohe Nachfrage nach Wohnraum, insbesondere in wachsenden Städten und Ballungsräumen, steht weiterhin im krassen Kontrast zur schleppenden Bautätigkeit. Viele Bauherren, vor allem private, zögern, da Baukosten, Zinsen und Förderbedingungen schwer kalkulierbar bleiben. Die Folge: Projekte werden aufgeschoben oder ganz aufgegeben.
Damit wieder mehr Menschen bauen wollen und können, braucht es jetzt gezielte Unterstützung. Wir plädieren für ein neues EH 55-Plus-Programm. Dieses sollte den Effizienzhausstandard 55 mit einer 100-prozentig regenerativen Heizung kombinieren, etwa über Wärmepumpe, Pelletheizung oder Fernwärmeanschluss. Dies würde eine breitere Schicht an „Häuslebauern“ ansprechen.
Rund 70 Prozent aller Neubauten werden von privaten Bauherren beauftragt. Wer die Neubautätigkeit ankurbeln will, muss genau hier ansetzen. Das Programm darf sich nicht nur auf bereits genehmigte Vorhaben beschränken, sondern muss auch für neue Projekte offenstehen. Dafür braucht es jetzt eine klare Entscheidung und die notwendigen Mittel.
Angesichts eines Bundeshaushalts von über 500 Milliarden Euro und eines Sondervermögens in gleicher Größenordnung muss ein entsprechend ausgestattetes Förderprogramm möglich sein. Ein Programm, das den Menschen wieder den Weg ins Wohneigentum eröffnet. Andernfalls werden wir weiter sinkende Fertigstellungszahlen sehen, mit allen dramatischen politischen und sozialen Folgen. Es ist höchste Zeit, das Ruder herumzureißen.“
Resümee von Karsten Mueller (Redaktion “bauen.com“)
Die Zahl der Baugenehmigungen sinkt weiter; das Baugewerbe fordert daher ein neues EH 55-Plus-Programm. Dieses soll Effizienzhausstandard 55 mit regenerativer Heizung verbinden und private Bauherren stärker unterstützen. Laut ZDB müssen Fördermittel erhöht werden, um eine soziale und politische Krise im Wohnungsbau abzuwenden.
