
Waldnutzung ohne Klimabelastung
Forstwissenschaftler wie Prof. Dr. Harald Thorwarth von der Hochschule für Forstwirtschaft Rottenburg und Prof. Dr. Hubert Röder vom der Technischen Universität Straubing weisen darauf hin, dass die CO2-Bilanz bei nachhaltig bewirtschafteten Wäldern nicht nur ausgeglichen, sondern oft sogar positiv ist, wenn Wälder regelmäßig gepflegt, verjüngt und nachhaltig genutzt werden.Das bei der Verbrennung freigesetzte CO2 wird direkt von nachwachsenden Bäumen aufgenommen, sodass keine zeitliche Lücke entsteht. Die Wissenschaftler betonen, dass dieser unmittelbare Austausch in einer nachhaltigen Forstwirtschaft in Deutschland bereits seit Generationen stattfindet: Während Holz geerntet wird, wächst die nächste Baumgeneration bereits an anderen Stellen heran. So bleibt die Bilanz im Gleichgewicht eine zusätzliche CO2-Belastung der Atmosphäre entsteht nicht, da die Kohlenstoffbindung synchron erfolgt.
Was Kohle alt macht und Holz so zeitgemäß
Wer heute Brennholz mit Kohle gleichsetzt, übersieht einen zentralen Unterschied nicht nur energetisch, sondern auch erdgeschichtlich. Im Karbonzeitalter vor rund 300 Millionen Jahren wuchsen riesige Wälder, deren abgestorbene Bäume kaum verrotteten. Der Grund: Anders als heute, waren Mikroorganismen damals noch nicht in der Lage, den Holzbaustein Lignin zu zersetzen. Es entstand fossile Kohle, die über Jahrmillionen von dem CO2-Kreislauf abgekoppelt war. Somit stammt der Kohlenstoff von Erdgas, Heizöl und Kohle aus erdgeschichtlichen Lagerstätten. Wird diese fossile Energie genutzt, belastet der freiwerdende Kohlenstoff zusätzlich die Atmosphäre.Da abgestorbenes Holz als CO2 ohnehin wieder zurück in die Atmosphäre gelangt, ist Holz Teil eines aktiven, natürlichen Zyklus. Wer mit Holz in Form von Scheitholz, Pellets oder Hackschnitzel heizt, nutzt die Kraft der Sonne gespeichert, erneuerbar und weitgehend klimaneutral.
Resümee von Gerhard Bauer (Redaktion “bauen.com“)
Holz als Brennstoff zu nutzen, ist ein kluger Schritt hin zu einer nachhaltigeren Energieversorgung – besonders, da es den natürlichen CO2-Kreislauf nutzt und somit das Klima nicht zusätzlich belastet. Die Erkenntnisse der Forstwissenschaftler unterstreichen, wie sinnvoll es ist, Waldpflegeholz gezielt einzusetzen, um fossile Energieträger zu ersetzen. Gerade in Zeiten, in denen Nachhaltigkeit und Klimaschutz immer wichtiger werden, bietet Holz als nachwachsender Rohstoff eine attraktive und zeitgemäße Alternative.

