29.06.2021

Vinylboden auf Fußbodenheizung verlegen – geht das?

Vinylböden liegen nach wie vor im Trend. Laut einer aktuellen Marktanalyse1 nahm die Nachfrage nach elastischen Bodenbelägen im Jahr 2020, trotz Corona-Krise, um 1,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr zu. Im Segment der Vinylböden wuchs die Nachfrage sogar um über 3 Prozent.
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Vinylboden auf Fußbodenheizung verlegen: Ja oder nein? Foto: picsea, Unsplash
Vinylboden auf Fußbodenheizung verlegen: Ja oder nein? Foto: picsea, Unsplash 
Verwunderlich ist dieser Trend kaum, bietet der Bodenbelag doch alles, was für ein langes und komfortables "Bodenleben" notwendig ist. Vinylboden ist einfach zu reinigen, rutschfest, wasserdicht und kann darüber hinaus in vielfältigen Optiken im Holz-, Stein- und Fantasy-Design gestaltet werden. Doch eignet sich der beliebte Bodenbelag auch für die Verlegung über Fußbodenheizungen?

Geprüft und gekennzeichnet

Die Antwort lautet: ja! Umfassende Studien belegen die Eignung von Vinylboden für Fußbodenheizungen. Dazu wurden Vinyl-Bodenbeläge verschiedenen Typs hinsichtlich ihrer ästhetischen und physikalischen Eigenschaften diversen Tests mit Fußbodenheizungen unterzogen. Die Untersuchungen zeigten, dass weder Verfärbungen, noch dimensionale oder optische Veränderungen auftraten. Vinylböden können also problemlos auf diesen Heizungen verlegt werden!

Um diese Botschaft an Verbraucher zu kommunizieren, werden die Beläge von ihren Herstellern in der Regel mit einer entsprechenden Kennzeichnung versehen. Fehlt diese, sollte eine schriftliche Bestätigung vom Hersteller eingeholt werden, bevor der Belag verlegt wird. 

Auf die richtige Temperatur kommt es an!

Damit die Fußbodenheizung den Vinylboden auf Dauer nicht in seiner Qualität beeinträchtigt, ist es wichtig, auf ihre Temperatureinstellung zu achten: So sollte die Oberflächentemperatur der Heizung nicht die Marke von 27 °C überschreiten. Der Heizungsinstallateur kann diese Temperatur für Sie über das Thermostat regeln und Sie anschließend in das richtige Justieren einweisen. Moderne Warmwasser-Heizungssysteme sollten in jedem Fall über eine zuverlässige Temperatureinstellung verfügen. Ist dies nicht der Fall, spricht das gegen eine Verlegung von Vinylboden. 

Typisch für Warmwasser-Fußbodenheizungen sind ihre langen Vorlaufzeiten, das heißt, dass sie träge auf veränderte Thermostat-Einstellungen reagieren. Genau diese Eigenschaft ist für Vinylboden jedoch von Vorteil, denn sanfte Temperaturveränderungen schonen seinen Materialaufbau. Im Umkehrschluss sind elektrische Fußbodenheizungen für Vinylboden meistens problematisch. Hier treten schnelle und abrupte Temperaturwechsel auf, die elastische Bodenbeläge strapazieren und ihnen dauerhaft schaden.
 
Vinylboden auf Fußbodenheizung verlegen: Ja oder nein? Foto: Erik McLean, Unsplash
Vinylboden auf Fußbodenheizung verlegen: Ja oder nein? Foto: Erik McLean, Unsplash
Wer sich unsicher ist, ob seine Fußbodenheizung zum gewünschten Vinylboden passt, sollte sich vor dem Kauf über die Verlegehinweise des Herstellers informieren und/oder die Eignung der Heizung von einem Fachmann überprüfen lassen.

Wie steht es um die Effizienz?

In Zeiten hoher Energiepreise und eines geschärften Klimabewusstseins unter Verbrauchern steht natürlich die Frage im Raum, wie sich Vinylboden auf die Effektivität von Fußbodenheizungen auswirkt. Um eine verbindliche Orientierung zu geben, hat der Gesetzgeber Richtwerte festgelegt, die sich auf den Wärmedurchlass von Bodenbelägen beziehen. Demnach darf ein Vinylboden bei einer Stärke von drei Millimetern nur einen Wärmedurchlasswiderstand von maximal 0,015 qmK/W aufweisen. Je niedriger der Wert, umso besser. 
 
Empfehlenswert ist, den Vinylboden vollflächig auf der Unterkonstruktion mit Fußbodenheizung zu verkleben. Bei einer schwimmenden Verlegung bilden sich nämlich kleine Lufteinschlüsse zwischen Belag und Untergrund, die den Wärmedurchlasswiderstand erhöhen. Außerdem muss unverklebter Vinylboden häufig in Verbindung mit einer Trittschalldämmung verlegt werden, die den Wärmedurchlass zusätzlich beeinträchtigt. Falls eine solche Dämmung aus akustischen Gründen unbedingt erforderlich ist, sollte Sie darauf achten, dass sie aus Polyethylen, Kork oder Hanffilz besteht. Diese Materialien wirken nur schwach isolierend und erhöhen den Wärmedurchlasswiderstand kaum.

Quellen: 
https://www.branchenradar.com/de/studien/bodenbelaege-und-technik/elastische-bodenbelaege-und-laminat-in-deutschland-2021/ (zuletzt abgerufen am: 22.06.2021)
 

Quelle
m.m.


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