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Balkonsanierung - Rettung Balkoniens

Ein Balkon - ein kleines Urlaubsparadies. Mit Blumen und Grünpflanzen verziert, ein Treffpunkt für die ganze Familie. Aber wenn der Fußboden Risse aufweist oder sogar der Beton abbröckelt - muss dringend saniert werden.
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Bauweise der Balkone


Die tragende Konstruktion der Balkone waren bis 1945 zwei ins Mauerwerk eingebundene Doppel-T-Träger, die Zwischenräume wurden ausgemauert. Nach 1945 wurden die Balkone nach und nach aus Stahlbeton gefertigt. Die Betondecke wurde einfach für den Balkon "ausgekragt".
 
Heutzutage sind die Balkone wie folgt aufgebaut:
- Stahlbetonkragplatte
- Abdichtung der Oberfläche (wannenartig)
- wasserdichter Mörtel als Estrich
- Beschichtung (zum Beispiel Fliesenbelag)
 
Gründe für Schäden
- Bauschäden: nicht korrekt ausgeführte oder fehlende Wannen-Abdichtungen oder Feuchteschäden durch das Nichtbeachten der Dampfdiffusion
- Witterung: der Wechsel von hohen zu tiefen Temperaturen nagt an der Bausubstanz, besonders an Balkonen.
- Einsatz qualitativ minderwertiger Baustoffe
- natürliche Alterung
- falsche Verarbeitung von Baustoffen

Bei aufmerksamer Kontrolle des Balkons sind sichtbare Schäden Alarmzeichen für eine notwendige Sanierung. Reagiert der Hausherr rechtzeitig und lässt die Schäden beseitigen, besteht kein Grund zur Sorge. Nach einem Jahrzehnt sollten Balkone regelmäßig vom Besitzer auf Schäden untersucht werden. Auch geringe Schäden sollten möglichst bald behoben werden.

Denn dringt erst einmal Feuchtigkeit durch Rißbildung in den Balkonboden ein, verläuft die Schadensbildung progressiv. Z.B. gefrierendes Wasser lässt im Winter feine Risse förmlich "explodieren".

Kleine Schäden selbst beseitigen



Sind nur kleine Abplatzungen oder Ausbrüche an der Estrichoberfläche festgestellt worden, kann der Wohnungsbesitzer mit speziellen Reparaturmörteln selbst reparieren.
 
Mit einer Drahtbürste etc. werden die Fugen- und Randbereiche vorbehandelt. Foto: COELAN
Mit einer Drahtbürste etc. werden die Fugen- und Randbereiche vorbehandelt. Foto: COELAN
Die kleinen, höchstens 5 mm tiefen Ausbrüche sind auszukratzen, gründlich zu säubern, anzufeuchten und mit dem Mörtel auszubessern.

Nimmt der Hausherr speziellen Reparatur- und Modelliermörtel, ist das ausgebesserte Teil des Balkons nach rund einer Stunde begehbar.

Der Balkon kann gestrichen werden oder es können Fliesen aufgeklebt bzw. in Mörtel verlegt werden.

Damit der ausgebesserte Beton oder Estrich besser geschützt ist, wird er nach Erhärtung entweder mit einer Beton- oder einer Estrichfarbe gestrichen. Es gibt inzwischen aber auch viele Dichtungsmittel sowie flüssige Abdichtungen für Balkone auf der Basis von Polyurethanharzen auf dem Markt.
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Sind die kleinen Ausbesserungsarbeiten erledigt und der Reparatur-Spezialmörtel ausgehärtet, wird eine gründliche Reinigung der Oberfläche vorgenommen. Mit einem Tuch wird dann ein Spezial-Haftgrund aufgetragen. Schon nach einer Viertelstunde wird mit einer Mohairrolle die erste Schicht der transparenten, flüssigen Abdichtung aufgebracht. Nach mindestens10 Stunden Austrocknungszeit kann dann die zweite, abschließende transparente Schicht aufgetragen werden.

Größere Schäden sind Sache des Fachmanns



Sind größere Schäden wie Abbröckelungen oder tiefe Risse sowie Risse an den Anschlüssen erkennbar, muss die Statik des Balkons überprüft werden.
 
Auf diese noch nasse Klebeschicht wird das Quarzgemisch aufgeschüttet. Foto: COELAN
Auf diese noch nasse Klebeschicht wird das Quarzgemisch aufgeschüttet. Foto: COELAN
Größere Sanierungen gehen dann schon ins Geld und der Balkonbesitzer muss sich für ein System entscheiden.

Soll der Balkon seine Betonoberfläche behalten und sollen größere Schäden dauerhaft behoben werden, ist die Sanierung auf der Basis zweikomponentiger Polyurethanharze zu empfehlen.

Die Arbeit mit Reaktionsharzen ist Expertensache und setzt besondere Sorgfalt, Fachwissen sowie die Beherrschung besonderer Arbeitstechniken voraus.
 
Randanschlüsse sollten möglichst als "Hohlkehlen" ausgebildet werden. Foto: COELAN
Ein wichtiger Punkt der Balkonsanierung ist die Instandsetzung von verrosteten Bewehrungseisen.

Korrodierte Bewehrungseisen sind vorsichtig freizulegen und der mürbe Beton ist bis zum gesunden Kern zu entfernen. Ist der Rost entfernt und ein Rostschutzanstrich aufgebracht, kann die eigentliche Sanierung beginnen.

Gründliches Säubern des Untergrundes, speziell der Risse im Boden- sowie im Brüstungsbereich, ist Voraussetzung für eine korrekte Sanierung. Danach sind Risse und Abplatzungen zu grundieren.
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Erst dann kann der Beton (mittels Schalung unterhalb des Balkons) aufgefüllt und glattgerieben werden. Nach ein paar Tagen ist der Beton fest genug, um den endgültigen Anstrich aufzunehmen. Wichtig ist dabei der Schutz des Betons vor Witterungseinflüssen.

Kann nämlich keine Feuchtigkeit mehr nach außen diffundieren, bilden sich schon bald wieder neue Risse, und Abplatzungen sind die Folge. Damit der Feuchtigkeitshaushalt des Betons intakt bleibt, sollte ein atmungsaktiver Kunstharzanstrich bevorzugt werden.

Keramische Balkonbeläge nie ohne Isolierung


 
Nach Vorverteilung mit der Zahnkelle wird mit einer Glättkehle verdichtet und geglättet. Foto: COELAN
Nach Vorverteilung mit der Zahnkelle wird mit einer Glättkehle verdichtet und geglättet. Foto: COELAN
Nach entsprechenden Dichtbeschichtungen, die in der Regel zweimal aufgetragen werden, kann der Balkon normal mit Fliesen in wasserdichtem Mörtel belegt werden.

Auf entsprechende Anschlußabdichtungen ist zu achten. Werden Fliesen im Dünnbettverfahren verlegt, ohne das eine Horizontal-Isolierung eingebracht wird, hält der Fliesenbelag nur wenige Jahre.

Inzwischen gibt es auch Möglichkeiten, Betonplatten auf Stelzlagern aufzubauen und das Wasser unterhalb dieses Belages abzuleiten.

Balkongeländer



Wird der Balkon nicht gerade von einer massiven Brüstungswand begrenzt, bilden Balkongitter aus Stahl und Eisen das Balkongeländer. Der größte Fehler früherer Zeiten war, das Geländer direkt auf die Betonplatte aufzusetzen.

Durch die unterschiedlichen thermischen Ausdehnungskoeffizienten der Aufbaumaterialien des Balkons kommt es nach kurzer Zeit zu erheblichen Schäden. Jeder Besitzer ist gut beraten, das Geländer an der Unterseite der ausgekragten Betonplatte zu befestigen.

Quelle02.06.2006
Archiv / COELAN

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