An die Spaten, fertig, los!

Wie war das schön! Üppige Blütenwolken, Farben über Farben und herrliche Düfte - doch das sommerliche Gartenglück ist längst Geschichte. Jetzt haben die dunklen Monate des Jahres uns fest im Griff.
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Die Pflanzzeit nutzen, solange der Boden nicht anhaltend gefroren ist: Das lohnt sich, denn die jetzt gepflanzten Bäume haben einen Entwicklungsvorsprung gegenüber den erst im Frühling gepflanzten. Foto: BGL/PdM.
Die Pflanzzeit nutzen, solange der Boden nicht anhaltend gefroren ist: Das lohnt sich, denn die jetzt gepflanzten Bäume haben einen Entwicklungsvorsprung gegenüber den erst im Frühling gepflanzten. Foto: BGL/PdM.

Die Versuchung ist groß, dem Garten den Rücken zu kehren und sich mit Tee und Plätzchen auf das Sofa zurückzuziehen, um in aller Gemütlichkeit der Vorweihnachtszeit zu frönen. Doch wer die Füße hochlegt, der verpasst viel im nächsten Jahr!

Wer hingegen jetzt noch zum Spaten greift, kann seinem Garten ein neues und prächtiges Gesicht geben: Zwiebelblumen wie Narzissen und Tulpen, die schon früh nach dem Winter blühen, Stauden, die die im vergangenen Jahr entstandenen Lücken im Beet füllen, eine reiche Beerenernte im Sommer und neugepflanzte Rosen, die den Garten in zarte Düfte hüllen. Solange es nicht anhaltend friert, ist noch Pflanzzeit für winterharte Gehölze und Stauden! Wo Kenntnis oder einfach die Motivation fehlen, packen Landschaftsgärtner mit an, damit die wichtigste Zeit der Gartengestaltung nicht ungenutzt verstreicht.

Alles Gute für die Pflanzen



Welch Hochgenuss ist es, beim Stauden- und Baumschulgärtner nach botanischen Schätzen zu suchen und sich die kommende Schönheit auszumalen! Klein bleibende Bäume wie Eberesche (Sorbus) und Weißdorn (Crataegus) bieten sich für kleinere Gärten an, wer mehr Platz hat, greift zur stattlichen Linde (Tilia), Eiche (Quercus) oder Rosskastanie (Aesculus hippocastanum). Winterharte Pflanzen, die noch vor anhaltendem Frost in den Boden kommen, erhalten beste Startbedingungen: Sie entwickeln im Laufe des Winters neue Faserwurzeln. Denn das Wurzelwachstum steht erst still, wenn die Bodentemperatur dauerhaft unter vier Grad Celsius fällt.

Bevor im Frühling der Neuaustrieb erfolgt, haben die neuen Pflanzen also reichlich Zeit „Fuß zu fassen" und werden durch ihre Wurzeln besonders leicht mit Wasser und Nährstoffen versorgt. Ein weiterer Vorteil für Gehölze ist die verminderte Gefahr einer Rindenverletzung: Anders als im Frühjahr stehen sie jetzt nicht unter „Saftdruck". Die für den Menschen unangenehme Winternässe tut den Pflanzen gut: Hohe Luftfeuchtigkeit und häufige Niederschläge erleichtern ihnen das Anwachsen, Hohlräume, die bei der Pflanzung entstehen, schließen sich. Der Fachmann nennt dies „Bodenschluss", so wird vermieden, dass die Pflanzen im Frühjahr verdursten. Es gibt also gute Gründe, noch einmal in die Hände zu spucken und sich seinem Garten zu widmen!

Weiter auf der nächsten Seite!Fest und doch luftdurchlässig verpackt: Ein guter Wurzelballen sichert das Anwachsen. Ballengewebe und der grobmaschige Draht werden vom Profi nicht entfernt, sondern nur im oberen Bereich aufgeschnitten. Foto: BGL/PdM.
Fest und doch luftdurchlässig verpackt: Ein guter Wurzelballen sichert das Anwachsen. Ballengewebe und der grobmaschige Draht werden vom Profi nicht entfernt, sondern nur im oberen Bereich aufgeschnitten. Foto: BGL/PdM.

Wie am besten?



Bevor Stauden und Gehölze gepflanzt werden, empfiehlt sich eine tiefgründige Lockerung des Bodens. Auch Unkräuter müssen entfernt werden. Bei wurzelnackten Gehölzen ist es ratsam, schadhafte Wurzeln abzuschneiden. Im Anschluss daran gilt es, ein Pflanzloch auszuheben, welches den Wurzeln genügend Platz gibt. Bei der Pflanzung von Stauden ist zu beachten, dass sich der Wurzelballen nur knapp unter Bodenniveau befindet. Gehölze hingegen brauchen ein Pflanzloch, das etwa doppelt so groß ist wie der Durchmesser des Ballens. So lässt sich die Pflanze optimal einsetzen und ausrichten. Sie sollte nicht zu tief gepflanzt werden, denn die Erde sackt noch etwas. Bei Gehölzen sollte das Pflanzloch mit einem Gemisch aus Erde und Kompost gefüllt und dann gewässert werden (wobei das Gehölz leicht zu bewegen ist).

Landschaftsgärtner nennen dies „Einschlämmen", womit die Pflanze festen Halt bekommt - bei größeren Bäumen gehört allerdings noch ein Pfahl zur perfekten Ausstattung. Als Gießrand sollte nun um die Pflanze ein etwa zehn Zentimeter hoher Erdwall geformt werden, der verhindert, dass Gießwasser zu den Seiten abfließt. Direkt nach der Pflanzung brauchen Stauden und Gehölze Wasser - selbst wenn es regnet. Man sollte auch an den folgenden Tagen darauf achten, dass die Erde nicht vollständig austrocknet, damit die Feinwurzeln durch die herangespülten Erdpartikel besser Halt im Boden finden. Nach vollbrachter Arbeit kommen die gereinigten Gartengeräte in ihr Winterquartier. Jetzt heißt es: Füße hoch und vor-freuen!

Quelle05.12.2008
BGL/PdM

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