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Vorsicht Dämpfe!

„Geht nicht, gibt`s nicht!“ oder: „Es gibt immer was zu tun!“ Manchmal sind es schon die Slogans der Baumärkte, die Lust machen. Lust darauf, mal wieder den Pinsel zu schwingen. Lust, den eigenen vier Wänden eine neue Optik zu verpassen oder Garagentor und Gartenlaube mit einer neuen Farbe zu „beglücken“. Gerade dann, wenn es wärmer wird und sich die bessere Hälfte mit dem Frühjahrsputz befasst, fühlt man(n) sich berufen, die Werkzeugkiste aufzuräumen und zu schauen, wo in Haus und Hof ein gestandener Heimwerker gefragt ist.
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Vorsicht Dämpfe: Was Sie beim Arbeiten mit Lacken und Farben beachten müssen. Foto: Rainr Sturm / pixelio.de
Vorsicht Dämpfe: Was Sie beim Arbeiten mit Lacken und Farben beachten müssen. Foto: Rainr Sturm / pixelio.de

Nicht mehr reine Männersache!

Wobei heute beim Renovieren auch das scheinbar schwache Geschlecht „seinen Mann steht“. Denn längst sind Hämmern, Schleifen und Bohren auch für Frauen kein Tabu mehr. Das zeigt ein Blick in die Baumärkte mit ihrer durchaus fachkundigen weiblichen Kundschaft und mehr noch in die einschlägigen Portale. So gibt es, etwa auf hallo-frau.de, spezielle Rubriken, die ausschließlich für Heimwerkerinnen und den Austausch mit Gleichgesinnten, quasi von Frau zu Frau, gedacht sind.

Dabei stellen wir fest, dass gerade Frauen (Männer sind da meist „robuster“ und sorgloser) auch beim Heimwerken auf die eigene sowie die Gesundheit der Liebsten bedacht sind. Logisch, dass vor dem Renovieren auch die Hausapotheke überprüft wird. Ganz anders als der Mann, der in solchen Dingen eher unorganisiert ist und - falls es denn wirklich passiert - auch mal mit blutendem Daumen zum Apothekennotdienst eilt.

Insofern wundert es nur wenig, dass im Internet auch jene Fragen, die darum kreisen, ob die Dämpfe der Lacke schaden könn(t)en, meist von Frauen gestellt werden.

Risiko heimwerken?

„Holzschutzmittel in der Deckenverkleidung, Formaldehyd im Isolierschaum, giftige Weichmacher im Teppich - sogar in unseren eigenen vier Wänden sind wir von einer Vielzahl an Schadstoffen umgeben“, warnt in der Tat die Deutsche Haut- und Allergiehilfe, wobei in Farben, Lacken und Textilien heute freilich weitaus weniger gesundheitsschädliche Chemikalien als vor Jahren verquirlt sind.

Dennoch sei es, so die Experten, die Menge, die die sprichwörtliche Musik macht. Generelle Empfehlungen, gerade für Allergiker, gelten daher als schwierig bis unmöglich: „Bei Hausbau und Renovierung muss also im Einzelfall geklärt werden, welche Materialien geeignet sind!“

Prinzipiell stehen, wie dha-allergien.de weiter ausführt, Baumaterialien und Teppichböden, aber auch neue Möbel, immer „im Verdacht“, chemische Dämpfe und Gerüche abzusondern. Lüften ist daher (auch wenn manche den Geruch nach „neu“ durchaus mögen!) absolute Pflicht. Wobei das Umweltbundesamt den Finger auf einen wunden Punkt legt. Denn: Die Luft, die beim Lüften in die Wohnung gelangt, könnte, zumal an verkehrsreichen Straßen, letztendlich auch belastet sein!

Umweltfreundlich zum neuen Glanz im trauten Heim!

Dennoch raten die Experten von der Allergiehilfe zu Naturfarben oder anderen schadstoffarmen Anstrichen, die mit dem Blauen Engel gekennzeichnet sind: „Selbst ein Holzfußboden kommt ohne Lack und Versiegelung aus. In Heimarbeit geölte Dielenböden oder bereits geöltes Fertigparkett sind genauso widerstandsfähig, dünsten weniger Schadstoffe aus und regulieren zudem das Raumklima besser!“

Teppichböden: Noch „in“ oder bereits „mega-out“?

Und wie sieht es mit dem guten, alten Teppichboden aus? Wer mal auf Vox „Mieten, Kaufen, Wohnen“ geschaut hat, wird wissen, dass Teppich bei manchen Wohnungssuchenden nach wie vor heiß begehrt ist.

Dabei enthalten, laut Haut- und Allergiehilfe, moderne Teppichböden heute kaum noch Formaldehyd oder Insektizide. Dafür lassen sich in vielen Wollteppichen optische Aufheller, das Mottengift Permethrin, Schwermetalle oder Kunststoffe finden: „Nicht nur Allergiker sollten deshalb unbehandelte Ware bevorzugen!“

Risiken weder auf die leichte Schulter nehmen noch dramatisieren!

Aber ist das alles nicht übertriebene (Vor)Sorge und ist es nicht so, dass diese Ratschläge allein für Allergiker gedacht sind!? Oder könn(t)en Ausdünstungen von Farben und chemischen Substanzen, wenn wir diesen am Arbeitsplatz ständig ausgesetzt sind, unserer Gesundheit tatsächlich nachhaltig schaden?

Nun, in der Tat gelten, wie der Krebsinformationsdienst erklärt, einige chemische Substanzen, aber auch Dieselruß, Quarz- oder Feinstaub am Arbeitsplatz als Risikofaktoren, die Lungenkrebs begünstigen. Dennoch schätzen die Experten den Anteil der Umweltgifte und Umweltbelastungen an der Krebsentstehung - gerade bei uns in Westeuropa - als eher gering ein: „Bei vielen Tumoren wird die Ursache heute eher in einer Mischung aus Lebensstil, persönlichen Risiken und den kaum vermeidbaren genetischen „Unfällen“ und kleinen Schäden, die bei jeder Zellteilung geschehen, gesehen!“
Zudem liegt es, laut krebsinformationsdienst.de, auch an unserer höheren Lebenserwartung, dass Krebserkrankungen zunehmen. Der größte Risikofaktor für die Entstehung von Lungenkrebs ist dann tatsächlich der Tabakrauch durch Zigaretten, Zigarren, Pfeife oder auch die gerade bei der Jugend so beliebte Wasserpfeife, wobei auch Passivrauchen das Risiko erhöht.

Sonderfall werdende Mutter

Vorsicht gilt freilich dann, wenn ein neuer Erdenbürger unterwegs ist: „Renovieren Sie nicht während der Schwangerschaft“, raten die Experten von Greenpeace und verweisen dabei auf leichtflüchtige organischen Substanzen, die als Lösungsmittel in vielen Farben, Lacken und Klebstoffen eingesetzt werden. Freilich sollte eine Frau, die guter Hoffnung ist, laut greenpeace.de generell auf unnötige Chemikalien, also auch auf Lufterfrischer und WC-Steine, verzichten. Denn diese kommen mit synthetischen Duftstoffen daher, die Allergien hervorrufen können und sich in Umwelt und Mensch einnisten: Sortieren Sie ebenso Desinfektionsmittel aus Ihrem Putzschrank aus und greifen Sie stattdessen eher zu milden Allzweckreinigern, Schmierseife oder Essigreiniger.

Wobei die lieben Kleinen, doch das nur am Rande, auch später vor dem Kontakt mit chemischen Substanzen leider nicht gefeit sind. So gehen, wie das Bundesamt für Risikobewertung mahnt, jeden Tag unzählige Beißringe, Puppen, Spielzeugautos, Puzzleteile und Bälle durch Kinderhände und auch -münder: „Deren Inhaltsstoffe können dann oftmals bereits bei Hautkontakt, vor allem jedoch beim In-den-Mund-Nehmen in kleineren oder auch größeren Mengen freigesetzt und von den Kindern aufgenommen werden!“

Belasteter Wohnraum

Doch zurück zu jenen Räumen, in denen wir leben: apotheken-umschau.de sieht in (s)einem Artikel durchaus Gefahren(quellen) im Wohnraum und das von Lösungsmitteln, über Formaldehyd bis hin zum Schimmelbefall. Fatal ist dabei, dass die Ursachen für körperliche Beschwerden mitunter lange unerkannt bleiben.
Allergische Reaktionen dagegen können sehr schnell und „überfallartig“ auftreten. Dabei können laut Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit die Dämpfe, die bei der Renovierung einer Wohnung entstehen, entweder kurzfristige Reizungen verursachen oder auch bestehende Allergien verstärken: „Kinder sind hier aufgrund ihrer höheren Empfindlichkeit stärker gefährdet!“

Die Symptome reichen dann von einer verstopften Nase, über tränende Augen bis hin zu Hautrötungen und -entzündungen. Auch Atemnot oder gar Asthmaanfälle könnten auftreten. Hier wird es von den Beschwerden und der Heftigkeit der allergischen Reaktion abhängen, ob Medikamente aus der Apotheke bzw. dem Apothekennotdienst ausreichen oder ob ein Arzt konsultiert werden muss.

Autor: Dirk Schulte, Geschäftsführer der Örtlichen Service- und Marketinggesellschaft mbH, zuständig für Das Örtliche online und mobil, dem Telefonverzeichnis mit Apothekennotdienst-Suche.

Quelle27.04.2012
Dirk Schulte

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