Mustergültige Ansichten

Meistens entsprechen die Wandbeläge der ehemaligen Bewohner nicht ganz unserem Geschmack. Grund genug, zu Kleister, Tapete und Bürste zu greifen – und für neue Ansichten zu sorgen.
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Foto: Rasch
Foto: Rasch
Tapezieren ist Heimwerkersache – sagen Renovierer. Aber Tapezieren ist kein Kinderspiel – wissen die Profis.
Damit der neue Belag nicht missraten aussieht oder gar frühzeitig von der Wand fällt, haben wir die Grundregeln für Sie gesammelt.

Alte Tapeten entfernen

Versuchen Sie immer zuerst, ob die Tapete nicht auch trocken zu lösen ist. Wenn dabei eine dünne Papierschicht als Untergrund übrigbleibt, kann diese als Untergrund dienen, vorausgesetzt, sie haftet fest und blasenfrei auf der Wand.

Einfaches Verarbeiten einer Vliestapete: Spezial-Kleister mit Bürste satt und gleichmäßig auf die Wand auftragen. Foto: Deutsches Tapeteninstitut
Einfaches Verarbeiten einer Vliestapete: Spezial-Kleister mit Bürste satt und gleichmäßig auf die Wand auftragen. Foto: Deutsches Tapeteninstitut
Falls nicht, wird sie mit Wasser eingeweicht und mit einem Spachtel entfernt. Das Einweichen erfolgt am besten mit einer Kleisterbürste oder mit einer Gartenspritze, mit der bequem die Wand einsprüht werden kann.

Bei einer sehr betagten Raufasertapete mit vielen alten Farbschichten gilt: Erst einmal gut weichen lassen, dann vorsichtig versuchen, sie abzuziehen. Führt dieses Vorgehen nicht zum Erfolg, greifen Sie zu einer Nagelwalze, mit der die gesamte Tapete bearbeitet wird. Dadurch kann das Wasser bis tief unter die Farbschichten ins eigentliche Papier dringen.

Tapete direkt von der Rolle auf der Wand anlegen, blasenfrei andrücken, die Vliestapete benötigt keine Weichzeit. Foto: Deutsches Tapeteninstitut
Tapete direkt von der Rolle auf der Wand anlegen, blasenfrei andrücken, die Vliestapete benötigt keine Weichzeit. Foto: Deutsches Tapeteninstitut
Den Vorgang Einweichen und Abziehen wiederholen – im Notfall mehrmals.

Tipp vom Profi: Verwenden Sie warmes Wasser, dem Sie speziellen Tapetenlöser oder haushaltsübliches Spülmittel zugeben.
Nach dem Entfernen der alten Tapete den darunterliegenden Putz mit einer dünnen Kleistermischung vorkleistern.


Kleine Tapetenkunde
Raufasertapeten: Kleister auf Tapete aufgebracht, Einweichzeiten, auf Stoß kleben, restlos zu entfernen, mehrfach überstreichbar, verschiedene Körnungen
Vliestapeten: Kleber wird auf die Wand aufgebracht, keine Einweichzeiten, auf Stoß kleben, leicht wieder zu entfernen, mit Muster oder zum Überstreichen, rissüberbrückend und für Feuchträume geeignet
Papiertapeten: Kleister auf Tapete aufgebracht, Einweichzeiten, je nach Muster muss überlappend geklebt werden, nicht zu überstreichen

Einkleistern, ankleben, glattbürsten – fertig ist die Tapete. Unter www.erfurt.de gibt es übrigens eine interaktive Bedarfsrechnung für den individuellen Tapeteneinkauf. Fotos: Erfurt
Einkleistern, ankleben, glattbürsten – fertig ist die Tapete. Unter erfurt.de gibt es übrigens eine interaktive Bedarfsrechnung für den individuellen Tapeteneinkauf. Fotos: Erfurt

Neue Tapeten anbringen

Vliestapeten werden Stoß auf Stoß geklebt und nicht überlappend. Foto: Deutsches Tapeteninstitut
Vliestapeten werden Stoß auf Stoß geklebt und nicht überlappend. Foto: Deutsches Tapeteninstitut
Was die Tapetenmenge angeht, die Sie für einen Raum benötigen, gilt eine Faustregel:

Bei normaler Raumhöhe von ca. 2,50 m reicht eine Tapetenrolle ohne Muster für vier, mit Muster für drei Bahnen.

Um genau zu sein, müssen Sie die gesamte Raumfläche abmessen, Fenster und Türen abziehen und das Ganze durch fünf teilen – da eine Euro-Rolle fünf Quadratmeter Tapete bietet.

Abschließend mit der Rolle die Tapete glatt an die Wand drücken – fertig! Foto: Deutsches Tapeteninstitut
Abschließend mit der Rolle die Tapete glatt an die Wand drücken – fertig! Foto: Deutsches Tapeteninstitut
Planen sie aber auch immer noch etwas Zugabe und den Ansatz bei Mustertapeten ein.

Die Raumhöhe plus ein paar Zentimeter Zugabe wird auf dem Tapetentisch markiert. Dann wird die Tapetenrolle auf dem Tisch abgerollt und an der Markierung abgeschnitten. Entsprechend geht man bei den weiteren Bahnen vor.


Foto: AS Creation
Foto: AS Creation
Kleistern Sie die erste Tapetenbahn von der Mitte aus ein - Ausnahme: die Vliestapete, bei ihr wird die Wand eingekleistert.

Legen Sie die Tapete zusammen, von unten 1/3, von oben 2/3 der Länge. Die Einweichzeit beträgt, je nach Kleister und Tapete (Herstellerangaben beachten!) ungefähr 10 bis 15 Minuten.

Zuerst den oberen 2/3-Teil der Tapetenbahn aufklappen, mit Überstand an der Decke ansetzen und von der Mitte aus mit einer Tapezierbürste feststreichen. Mit dem Scherenrücken die Tapete in die Kante zwischen Decke und Wand andrücken, wieder ein Stück abziehen und an der eingedrückten Kante abschneiden, mit der Tapezierbürste feststreichen. Anschließend das untere Drittel aufziehen und feststreichen.

Quelle06.03.2006
City Post Verlag

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