
„Die Entstehung eines Wohntrends ist immer auch eine Reaktion auf die aktuelle gesellschaftliche Stimmung“, erklärt Industriedesignerin Stephanie Albrecht. Sie ist Design Managerin beim Bodenbelagshersteller Windmöller, dessen mit diversen Umweltzeichen wie dem Blauen Engel ausgezeichneter Bioboden dem Lagom-Gedanken in mehrfacher Hinsicht entspricht.

Was bedeutet Lagom?
Lagom ist kein flüchtiger Trend, sondern Ausdruck des skandinavischen Lebensgefühls, dem sich auch hierzulande immer mehr Menschen verschreiben. Dahinter steckt meist der tiefgehende Wunsch nach einer ausgeglichenen und nachhaltigen Lebensweise. „Es geht darum, in allen Belangen die Balance und das richtige Maß zu finden – den goldenen Mittelweg. Das gelingt, indem wir den Blick auf das Wesentliche richten“, so Stephanie Albrecht. Dogmatisch sei Lagom nicht. „Was das richtige Maß ist, definiert jeder für sich selbst“.
Was macht Lagom als Wohnstil aus?
Eine nach Lagom gestaltete Wohnung zeichnet sich durch ein zurückhaltendes Design aus. „Weniger ist mehr“ lautet die Devise – das gilt sowohl für Möbel als auch für Deko-Objekte. Der Lagom-Stil ist aber nicht gleichzusetzen mit kahlem Minimalismus. Es kommt stattdessen auf das richtige Maß zwischen Freiräumen und Einrichtungsgegenständen an. Der Fokus liegt auf Hochwertigkeit und Langlebigkeit. Zum Einsatz kommen vorzugsweise natürliche Materialien wie Holz, Stein, Wolle, Lehm oder Keramik, die eine warme und heimelige Atmosphäre erzeugen. Unterstützt durch helle und freundliche Farbtöne von Beige über Grau bis hin zu sanftem Blau und Grün.
Der Lagom-Effekt am Boden
Eine wichtige Rolle spielen naturgemäß die Bodenbeläge, die mit ihrer großen Fläche die Raumatmosphäre maßgeblich beeinflussen. Helle Holzböden mit ruhiger Oberfläche, dezenter Maserung und wenigen Astlöchern passen gut zu diesem Stil. Dabei muss es nicht immer Echtholz sein, wenn hochwertige Alternativen zur Verfügung stehen wie der PVC-freie Bio-Polyurethanboden Purline® bzw. moderne Designbeläge. „Dank der immer besseren Herstellungstechnik lässt sich die Oberfläche des Belags hinsichtlich Optik, Farbgebung und Haptik kaum mehr vom Original unterscheiden“, so Stephanie Albrecht. „Vor allem Dekore in natürlichen Eichentönen harmonieren wunderbar mit dem Prinzip von Lagom“.
Resümee von Andrea Schaffeld (Redaktion “bauen.com“)
Lagom ist in einer Zeit, in der viele nach einem Ausgleich zum hektischen Alltag suchen, genau die richtige Wahl. Es ist kein starres Konzept, sondern ein flexibles Lebensgefühl, das Raum für persönliche Interpretationen lässt. Gerade im Wohnbereich lässt sich der Gedanke gut umsetzen: mit viel Luft zum Atmen und natürlichen Materialien. Die Verbindung von Nachhaltigkeit, Ästhetik und Alltagstauglichkeit überzeugt in mehrfacher Hinsicht. Und wer dabei auch noch auf Materialien mit umweltfreundlichem Profil achtet, bringt Ausgeglichenheit wortwörtlich bis auf den Boden.

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