Die Fläche macht’s

Der Boden bestimmt aufgrund seiner großen Fläche maßgeblich die Wirkung eines Raumes. Geben Sie sich nicht mit schnellen Lösungen zufrieden – es gibt so viele Möglichkeiten!
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Die Fläche macht’s. - Foto: HARO
Foto: HARO
Welchem Material Sie letztlich in welchem Raum im Haus den Vorzug geben, hängt von der jeweiligen Beanspruchung sowie Ihren ästhetischen Ansprüchen ab. Vom Geldbeutel natürlich auch.

Böden aus Massivholz, ob in Form von Parkett oder Dielen, sind äußerst dauerhaft. Sie wurden früher generell mit Lack versiegelt und lassen sich im Schadensfall ein paar Mal abschleifen und neu lackieren. Fertig-Parkett und Fertig-Dielen sind etwas günstiger und formstabiler, da sie aus Trägerplatten aus Holzwerkstoff bestehen, die mit einer dünnen Edelholz-Nutzschicht versehen werden.

Einen Baustoff, der botanisch gesehen eigentlich ein Gras ist, findet man in letzter Zeit öfter in Form von Massivparkett in den Sortimenten: Bambus. Hersteller von Bambusparkett loben es als zäh, belastbar und ökologisch einwandfrei, da es im Rekordtempo wächst. Ganz gemächlich dagegen wächst die Rinde der Korkeiche nach. Wo es elastisch und fußwarm sein soll, etwa im Kinderzimmer, kommt ein Belag aus Kork oder Korkgranulat in Frage. Im Folgenden stellen wir die alternativen Bodenbeläge detailliert vor.


Laminat und PVC

Sieht aus wie Holz, ist aber Laminat. Der wasserundurchlässige Bodenbelag eignet sich bestens für Feuchträume wie Bad und Küche. - Foto: HDM
Foto: HDM
Dünn, preiswert und leicht zu verarbeiten, hat Laminat einen regelrechten Siegeszug angetreten. Es ist in allen nur möglichen Mustern und Farben erhältlich, ob Holz, Fliesenoder Natursteinoptik.

Laminat besteht aus einer Trägerplatte aus Holzwerkstoff, einem Gegenzug zur Stabilisierung sowie der Oberfläche aus UV-beständigem Dekorpapier, das mit einer harten, abriebfesten Melaminharzbeschichtung versiegelt ist. Es wird schwimmend verlegt, Nut und Feder werden mit einem wasserdichten Kleber verleimt oder einfach ineinander gesteckt.
 
Dieser PVC-Boden sieht gut aus, ist robust und überdies geeignet für den Betrieb einer Fußbodenheizung. - Foto: Objectflor
Foto: Objectflor
Kleinere Schäden lassen sich mit speziellen Reparatursets beheben, die Reinigung ist unkompliziert. Je nach Art der Fertigung unterscheidet man zwischen direktbeschichtetem (DPL) und dem stärker belastbaren Laminat, dem „High Pressure Laminate“ (HPL).

Preise: einfache Qualitäten ab 19 Euro/m2, Markenböden 15 bis 30 Euro/m2.

Auslegeware und Fliesen aus PVC werden verklebt, daneben gibt es stärkere, dem Laminat vergleichbare Klick-Fliesen mit PVC-Nutzschicht. Alle drei Sorten lassen sich im Nasswischverfahren reinigen, passen ins Badezimmer und in die Küche.

Preise: Auslegeware ab 3 Euro/m2, Fliesen ab ca. 10 Euro/m2.
 
Fußbodenheizung
Zur Kombination mit einer Fußbodenheizung sind Natursteine und Fliesen ideal, weil hervorragende Wärmeleiter. Durchaus machbar ist darüber hinaus die Kombination mit Linoleum, Holz, Kork, Sisal oder Kokosfaser. Teppichböden haben zu gute Dämmeigenschaften und kommen daher nicht in Frage. Aufgepasst bei Kunststoffbelägen: Sie neigen zu Ausdünstungen. Achten Sie beim Kauf eines Produktes auf den Eignungshinweis.


Textilien


 
Teppichböden gehören immer noch zu den beliebtesten Bodenbelägen, weil sie so weich und warm sind. - Foto: Vorwerk
Foto: Vorwerk
Ideal im Wohnbereich sind Teppichböden. Fast alle weisen eine gute Trittschall- sowie Wärmedämmung auf.

Solche aus Polyamid- oder Polypropylen-Flor sind die geläufigste Variante, haben aber den Nachteil der elektrostatischen Aufladung – sie ziehen Staub an.

Teppichböden aus Wolle sind angenehm begehbar, robust, dafür nicht ganz billig. Wolle ist antistatisch und kann zudem überschüssige Luftfeuchtigkeit aufnehmen, Wollfett wirkt Schmutz abweisend.

Manko ist häufig das Mottengift Permethrin, ein Nervengift, das nach Meinung von Baubiologen gar nicht nötig wäre.

Die Pflanzenfasern Kokos und Sisal werden zu robusten, flachen Geweben verarbeitet; sie sind tauglich für Flächenheizungen. Man unterscheidet „Schlingenware“ und „Velours“; bei Letzterem sind die im Trägergewebe eingenähten Fäden aufgeschnitten. Daneben gibt es den mechanisch verfestigten, äußerst abriebfesten Nadelvlies.

Die Rückseite ist je nach Qualität mit einer geschäumten Kunststoffschicht, Latex, Filz oder Jute verstärkt. Textilbeläge kann man lose verlegen, vollflächig verkleben, verspannen, mit doppelseitigen Klebebändern befestigen oder verkletten.

Ab 20 Quadratmetern ist eine Fixierung empfehlenswert, denn durch Schwankungen der Luftfeuchtigkeit kann es zu Wellenbildung kommen. Das Teppich-Siegel der Europäischen Teppichgemeinschaft e.V. (ETG) gibt unter anderem Auskunft über Strapazier- und Komfortwert.

Preise: Kunstfaser-Teppichböden ab 5 Euro/m2, Naturfaser-Teppichböden 25 Euro/m2, Feinvelours ab ca. 60 Euro/m2.


Linoleum


 
Linoleum zeichnet sich als besonders hygienischer Bodenbelag aus. Auch sein altbackenes Image hat er endlich abgelegt. - Foto: Haro
Foto: Haro
Früher geschätzt in Krankenhäusern und Behörden, weil die Farben so deprimierend waren und das Material selbst so pflegeleicht ist. Doch zumindest das mit den Farben stimmt heute nicht mehr, bunt und in immer neuen, einfallsreichen Mustern präsentiert es sich.

Seine ökologische Qualität liegt in der Zusammensetzung. Es besteht vollständig aus natürlichen Rohstoffen: Leinöl, Naturharze, Holz- und Korkmehl, Kalksteinpulver werden geknetet und auf eine Trägerschicht aus Jutegewebe gewalzt. Für Bäder und Duschen eignet es sich nicht: Unter stehender Nässe quillt es auf und wellt sich. Es ist aber, sofern nicht mit Acrylat beschichtet, antistatisch und resistent gegen Öl und Fett; noch dazu scheinen Bakterien, Hefe- und Schimmelpilze sich auf ihm nicht halten zu können. Linoleum wird „von der Rolle“ verlegt oder auch in Form von Platten, genauso wie Fertigparkett.

Die Verarbeitung gehört in Expertenhände, denn die Fugen müssen mit einem Handschweißgerät sorgfältig gegen eindringende Feuchtigkeit verschlossen werden. Wird er mit Wachs behandelt, gestaltet sich die Pflege ein wenig aufwändiger.

Preise: zwischen 30 und 60 Euro/m2.
 
Lichteinleger
Jetzt gibt es innovative Licht-Einleger, die ganz einfach in jeden Bodenbelag eingebaut werden können. Alle nur denkbaren Formen und Farben sind möglich. Sie funktionieren stromlos und sind absolut wartungsfrei. Sogar im Spritzwasserbereich oder unter Wasser sind sie einsetzbar. Eine neue Technik macht es möglich: Es wird kein Strom zu den Licht-Einlegern geleitet, sondern Licht! Das Licht wird in einer Lichtquelle erzeugt, in der auch die Steuerung für die Farben untergebracht ist. Für die Lichtquelle wird nur eine normale Steckdose benötigt.


Natursteine und Keramik


 
Natursteinboden wirkt ruhig und gediegen, insbesondere dieser gelbe Jura-Marmor aus dem Frankenland. - Foto: Juma Natursteinwerke
Foto: Juma Natursteinwerke
Etwas Besonderes sind Böden aus Naturstein – jede Platte ein Unikat, je nach Herkunft und Bearbeitung mehr oder weniger belastbar. Man bekommt sie weitgehend naturbelassen, poliert, geschliffen oder sandgestrahlt. Bei der Planung ist jedoch das ungünstige Schalldämmverhalten von beispielsweise Marmor, Travertin, Schiefer oder Granit zu berücksichtigen.

Preise: ab 50 Euro/m2, einige Sorten bis zu 400 Euro/m2.
 
Als sehr robust und pflegeleicht gelten Keramikfliesen. Daher werden sie gerne im Dielen-, Küchen-, aber auch im Wohnzimmerbereich eingesetzt. - Foto: Korzilius
Foto: Korzilius
Feinkeramische Platten oder Fliesen sind dagegen ein Gemisch aus Quarz, Feldspat, Ton und Jahrtausende alter Tradition.

Der Reichtum an Farben und Mustern ist schier unbegrenzt. Fliesen eignen sich für Bad, Küche und Flur besser als ein textiler Belag.

Fliesen werden in fünf Abriebklassen eingeteilt. Im Wohnbereich nimmt man die Klassen zwei bis vier. Generell sind sie antistatisch, farb- und lichtecht sowie zum Teil säurebeständig und fleckensicher. Individuelle optische Effekte erreicht man durch Wechsel von Farben und Formaten. Die Verlegung ist allerdings relativ zeitaufwändig.

Preise: ab 15 Euro/m2.

Kork

Kork als natürlicher Rohstoff aus der Natur zeichnet sich durch Elastizität aus und ist fußbodenheizungstauglich. - Foto: Cortex
Foto: Cortex
Der Handel hält Korkfliesen, Parkett zum Klicken und Fertigparkett (auf Trägerplatte) bereit, mit naturbelassener, gewachster, geölter oder versiegelter Oberfläche.

Fliesen werden auf dem Untergrund verklebt, Parkett schwimmend verlegt. Ist die Nutzschicht dick genug, kann sie wie Parkett bei Bedarf abgeschliffen werden. Ein Korkbelag lässt sich einfach reinigen, nur alkalische Putzmittel verträgt er nicht. Achtung: Im Zuge der Herstellung aus Korkgranulat kann Formaldehyd zum Einsatz kommen, ein genauer Blick aufs Etikett ist wichtig.

Preise: zwischen 15 und 35 Euro/m2.


Massivholz


 
Landhausdielen in dunkler Optik – hier afrikanische Eiche – liegen absolut im Trend. Viele bevorzugen eine geölte oder gewachste Oberfläche. - Foto: Haro
Foto: Haro
Massivholz-Parkettstäbchen werden verklebt, während man Dielenbretter auf Lagerhölzern nagelt oder schraubt, da sie ihrer Größe wegen mehr Freiheit zum „arbeiten“ benötigen.

Die Lagerhölzer selber kann man noch auf Schwingelemente aus Gummi setzen, was die Trittschall-Übertragungweiter eindämmt.

Dem Verlegen folgt das Abschleifen und anschließend das Versiegeln mit Lack beziehungsweise die Behandlung mit Öl oder Wachs. Letzteres erfordert häufigere Pflege, lässt aber die Poren offen. So kann das Holz zum Feuchteausgleich beitragen und das Wohnklima verbessern.

Bekanntlich geben einige Tropenhölzer die beständigsten unter den Holzbelägen ab. Wer sich dennoch nicht am Raubbau beteiligen will, fragt nach Material mit FSC-Label. Wo nach den Maßgaben des FSC, des Forest Stewardship Council gearbeitet wird, haben die Wälder Zeit zur Regeneration, Kahlschlag findet nicht statt.

Preise: je nach Holzart zwischen 30 und 100 Euro/m2.

Fertigparkett und Fertig-Dielen


 
Parkett gibt es in vielerlei Holzarten, Formaten und Mustern, sodass jeder Bauherr genau das für ihn Passende finden kann. - Foto: pik
Foto: pik
Die Nutzschicht sollte mindestens vier Millimeter stark sein, sodass Schäden im Belag sich wenigstens ein- bis zweimal durch Abschleifen ausbessern lassen.

Verlegt werden sie schwimmend, Nut und Feder erleichtern die Arbeit. Schleifen und Versiegeln ist danach nicht erforderlich. Mit Materialdicken zwischen sieben und acht Millimeter empfehlen sich in manchen Fällen die so genannten Echtholz- oder Feinholzböden. Als Nutzschicht dient hier nur ein dünnes Holzfurnier, durch eine strapazierfähige, abriebfeste Versiegelung geschützt. Renovierungsanschliff ist nicht möglich.

Preise: Bereits ab 20 Euro/m2.

Bambus


 
Bambusparkett wird unter Einsatz von Klebstoffen aus dem zähen, asiatischen Pflanzenmaterial hergestellt. - Foto: Bambeau
Foto: Bambeau
Seit ein paar Jahren werden Parkett und Dielen aus Bambus angeboten. Laut den Herstellern haben sie ab Werk geringere Schwind- und Quellmaße als Eiche und sind weit belastbarer.

Bambus ist botanisch gesehen eine Grasart. Die 15 bis 20 Zentimeter dicken Halme werden zersägt und zu Stab- und Fertigparkett oder zu Landhausdielen verarbeitet.

Preise: Ab ca. 55 Euro/m2.

Quelle26.09.2006
City Post Verlag

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