Einfacher Fenstertausch am Dach

In einem Gästezimmer wurde das einfache Dachfenster durch eine Kombination zweier nebeneinander liegender Dachwohnfenster ersetzt. Der fachgerechte Fenstertausch ließ sich ohne Komplikationen an einem Tag ausführen.
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Das etwas dunkel und scheinbar verwinkelt wirkende Gästezimmer mit dem Einzelfenster vor dem Umbau … Foto: VELUX Deutschland
Das etwas dunkel und scheinbar verwinkelt wirkende Gästezimmer mit dem Einzelfenster vor dem Umbau … Foto: VELUX Deutschland

Von den Ferienwohnungen des Gästehauses haben die Bewohner einen malerisch Ausblick in die Landschaft des Allgäus. Damit auch die Gäste im Dachgeschoss dieses Panorama in voller Breite genießen können, entschloss sich der Betreiber in einem der Schlafzimmer das bisher vorhandene einzelne und eher kleine Fenster gegen eine großzügige Kombination zweier nebeneinander liegender Dachwohnfenster auszutauschen.

Wie das Ergebnis zeigt, haben sich dadurch nicht nur die Möglichkeiten des Ausblicks in die Landschaft verbessert, sondern ebenso die Lebensqualität im Gästezimmer selbst. Der Raum ist jetzt nicht nur heller und freundlicher, er wirkt auch deutlich größer und großzügiger.

… und danach. Die zwei nebeneinander liegenden Dachwohnfenster schaffen nicht nur mehr Helligkeit, sondern auch einen deutlich großzügigeren Raumeindruck. Foto: VELUX Deutschland
… und danach. Die zwei nebeneinander liegenden Dachwohnfenster schaffen nicht nur mehr Helligkeit, sondern auch einen deutlich großzügigeren Raumeindruck. Foto: VELUX Deutschland

Der Betreiber des Gästehauses hatte sehr genaue Vorstellungen, wie der Fensteraustausch stattfinden sollte und stellte den Handwerker damit vor eine echte Herausforderung. So war als Zeitspanne für den Umbau ein einziger Tag vorgegeben, der noch dazu im eher gästeschwachen Herbst mit seinen schon sehr kurzen Tagen liegen sollte. Die Arbeiten begannen deshalb in der Dunkelheit des Morgens und endeten in der erneuten Dunkelheit des Abends. Noch anspruchsvoller war eine weitere Forderung des Auftraggebers, der das Gästezimmer nach dem Fenstertausch keinesfalls renovieren wollte. Durch die Verwendung aufeinander abgestimmter VELUX Systemkomponenten für den unkomplizierten Fenstertausch gelang es dann tatsächlich, den Umbau an einem Tag und ohne Beeinträchtigung des übrigen Raums auszuführen.

Vorab hatte sich der Handwerker auf der Homepage www.velux.de die passenden Produkte für den Fenstertausch herausgesucht und bestellt. Dadurch erhielt er neben den beiden Fenstern auch alle darauf abgestimmten und erforderlichen Dämm-, Verbindungs- und Anschlussprodukte für den fachgerechten Einbau termingerecht mit einer Lieferung. Für jede der Detaillösungen stand außerdem eine ausführliche und gut bebilderte Einbauanleitung zur Verfügung.

Und so ging’s dann:

1. Rückbau, Wechsel einfügen
Die Fensteröffnung nach dem Rückbau des Dachs. Unten liegt bereits einer der Wechsel bereit. Die links liegenden Balkenschuhe dienen der Verbindung der Wechsel und Sparren untereinander. Foto: VELUX Deutschland
Die Fensteröffnung nach dem Rückbau des Dachs. Unten liegt bereits einer der Wechsel bereit. Die links liegenden Balkenschuhe dienen der Verbindung der Wechsel und Sparren untereinander. Foto: VELUX Deutschland

Die Arbeiten begannen mit dem Ausbau des alten Dachfensters und seines Innenfutters. Von außen wurden die Dachdeckung, die Lattung und Konterlattung sowie die Zwischensparrendämmung aufgenommen, sodass Platz für die beiden neuen Fenster von jeweils 78 x 140 cm Größe entstand. In der Fläche der künftigen Fenster befanden sich zwei Sparren, die zunächst herauszusägen waren. Die Statik des Dachs wurde mit quer verlaufenden Balken, so genannten Wechseln, oberhalb und unterhalb der künftigen Fensterfläche wiederhergestellt. Die zuvor entfernten Sparrenabschnitte konnten rechts und links von den neuen Fenstern wieder zwischen den Wechseln eingesetzt werden. Die Verbindung der Sparren und Wechsel untereinander geschah mit aufgenagelten Balkenschuhen. Auch die raumseitige Innenverkleidung wurde in passender Größe hergestellt.

2. Fensteröffnung vorbereiten, Hilfssparren einfügen
Wärmedämmung, Unterdeckbahn und Lattung wurden passend wieder angearbeitet. Die genauen Öffnungsmaße konnten aus gut verständlichen Abbildungen der beiliegenden Einbauanleitung entnommen werden. Foto: VELUX Deutschland
Wärmedämmung, Unterdeckbahn und Lattung wurden passend wieder angearbeitet. Die genauen Öffnungsmaße konnten aus gut verständlichen Abbildungen der beiliegenden Einbauanleitung entnommen werden. Foto: VELUX Deutschland

Erster Schritt des Neueinbaus war die sorgfältige Wiederherstellung von Wärmedämmung, Unterdeckbahn, Konterlattung und Dachlatten im Anschlussbereich um die Fenster herum. Dabei wurden maßgenau auch die obere und untere Hilfslatte für die Fenstermontage platziert, sodass ein freier Raum entstand, dessen Höhe sich aus der Fensterhöhe von 140 cm zuzüglich 4,5 cm ergab. Die Breite betrug 2 x 78 cm für die Fenster plus 10 cm für den mittleren Hilfssparren plus etwa 5 cm für eine ungehinderte Fenstermontage, in Summe also ca. 171 cm. Die Maße sind in der jeweiligen Einbauanleitung in leicht verständlichen Zeichnungen dargestellt.

Der 10 cm breite Hilfssparren mit seiner ansichtsfertigen Raumseite wird auf Länge geschnitten und an beiden Enden ausgeklinkt. Man beachte das beeindruckende Wetter an diesem Tag. - Foto: VELUX Deutschland
Der 10 cm breite Hilfssparren mit seiner ansichtsfertigen Raumseite wird auf Länge geschnitten und an beiden Enden ausgeklinkt. Man beachte das beeindruckende Wetter an diesem Tag. Foto: VELUX Deutschland

Der Hilfssparren für die Fensterkombination ist 10 cm breit und auf der Raumseite bereits ansichtsfertig. In diesem Fall hatte sich der Kunde für die Ausführung der Fenster und des Hilfssparrens mit einer weißen Kunststoffbeschichtung entschieden. Der Sparren wurde auf Länge zugeschnitten und an beiden Enden ausgeklinkt, um hier die Dach- und die Hilfslatte flächenbündig aufnehmen zu können. Beim Zuschnitt des Hilfssparrens musste auf eine passende Unterlage (z.B. Dämmstoff oder Karton) geachtet werden, um die Oberfläche des Hilfssparrens nicht zu beschädigen. Passende Beschläge für die Sparrenmontage waren der Lieferung beigefügt.

3. Dämmelement und Blendrahmen montieren
Alle erforderlichen Anschluss- und Befestigungsmittel bis hin zu den Schrauben gehörten zum Lieferumfang. Damit sind ein fachgerechter Einbau und erhebliche Zeitersparnisse gesichert. Kein Geselle muss plötzlich von der Baustelle in die Werkstatt, um eine vergessene Kleinigkeit zu holen. Foto: VELUX Deutschland
Alle erforderlichen Anschluss- und Befestigungsmittel bis hin zu den Schrauben gehörten zum Lieferumfang. Damit sind ein fachgerechter Einbau und erhebliche Zeitersparnisse gesichert. Kein Geselle muss plötzlich von der Baustelle in die Werkstatt, um eine vergessene Kleinigkeit zu holen. Foto: VELUX Deutschland

Links und rechts des Hilfssparrens ist anschließend die mitgelieferte Dichtung zu verkleben. In die so vorbereiteten Fensteröffnungen konnten nun Dämmelemente eingelegt werden, um Wärmebrücken zwischen dem Fenster und der Dachfläche zu minimieren. Die Dämmelemente sind Bestandteil des Dämm- und Anschlusssets BDX.

Im Innenraum wurden jetzt die Flügel der Fenster ausgehängt und die Transportsicherungen entfernt. Der Blendrahmen mit den angesetzten Winkeln ließ sich dadurch leicht auf das Dach hinausreichen und dort positionieren, wobei die beiden Blendrahmenunterteile bündig verlaufen müssen.
Sofort nach dem Anschrauben der Blendrahmen mit den beiliegenden Schrauben kann das Fenster wieder eingehängt und die Öffnung damit verschlossen werden, was wegen eines aufziehenden Regens in diesem Fall eine wichtige Option war.

4. Außenseite fertigstellen
Kurz vor dem strömenden Regen waren die Fensterflügel eingehängt und die Anschlussschürzen montiert, die einen regensicheren Anschluss gewährleisten. Foto: VELUX Deutschland
Kurz vor dem strömenden Regen waren die Fensterflügel eingehängt und die Anschlussschürzen montiert, die einen regensicheren Anschluss gewährleisten. Foto: VELUX Deutschland

Wie das Dämmelement so liegt auch die äußere Anschlussschürze dem Komplettpaket für den Fenstertausch verarbeitungsfertig bei. Die Schürze wurde nach Einbauanleitung an den Blendrahmen und die Lattung getackert bzw. geklebt, sie gewährleistet den regensicheren Anschluss des Fensters und leitet eventuell eingedrungenes Wasser auf die Unterdeckbahn. Auch im Rinnenbereich zwischen den Fenstern, die hier mit tief liegender Wasserführung nebeneinander gesetzt wurden, ist die Anschlussschürze zu verlegen und zu befestigen.
Im oberen Teil besitzt die Schürze ein längeres Anschlussstück, das zur fachgerechten Einbindung der Wasserableitrinne dient. Eine gemeinsame Ableitrinne für beide Fenster wird schräg über den Fenstern montiert, wozu die Konterlatten im entsprechenden Bereich auszuklinken sind. Das Anschlussstück der Schürze und die Unterdeckbahn der Dachfläche werden in die Rinne eingelegt und befestigt, wodurch eine lückenlose und sichere Wasserführung gewährleistet ist.

Harmonische Optik mit zwei identischen Fensteransichten, hinter denen sich aber unterschiedliche Funktionen verbergen. Das auf dem hinteren Fenster noch zu erkennende solare Anschlusskabel wird bei der Montage der Solar-Rollläden verbunden und ist danach nicht mehr sichtbar. Foto: VELUX Deutschland
Harmonische Optik mit zwei identischen Fensteransichten, hinter denen sich aber unterschiedliche Funktionen verbergen. Das auf dem hinteren Fenster noch zu erkennende solare Anschlusskabel wird bei der Montage der Solar-Rollläden verbunden und ist danach nicht mehr sichtbar. Foto: VELUX Deutschland

Nächster Schritt der äußeren Arbeiten ist das Anbringen der Abdeck- und Eindeckrahmenbleche. Eine Besonderheit war hier, dass der Kunde zwei Fenster mit zwar gleicher Optik, aber unterschiedlicher Funktionalität ausgewählt hatte. Das von außen linke Fenster ist ein Klapp-Schwing-Fenster, das per Hand geöffnet wird und durch seine Klappfunktion ein direktes Herantreten und damit einen optimalen Ausblick ermöglicht. Das rechte Fenster ist hingegen ein Solarfenster, das sich – allein durch Sonnenenergie, und damit ohne zusätzliche Stromversorgung – per Funkfernbedienung betätigen lässt.

Die Gäste können durch diese ungleiche Kombination die Fenster ganz nach ihren Lebens- und Komfortvorstellungen benutzen. Für den Handwerker ergeben sich hingegen kaum Unterschiede in der Montage. Die Außenarbeiten für beide Fenster werden mit dem Wiederverlegen der Dacheindeckung abgeschlossen.

5. Innenarbeiten
Zuschnitt der Einzelteile des Innenfutters, das im Raum komplett zusammengebaut und dann als Ganzes montiert wurde. Foto: VELUX Deutschland
Zuschnitt der Einzelteile des Innenfutters, das im Raum komplett zusammengebaut und dann als Ganzes montiert wurde. Foto: VELUX Deutschland

Die ergänzenden Arbeiten auf der Raumseite bestehen in der lückenlosen Anbindung der Dampfsperre und dem Montieren des Innenfutters. Die Dampfsperrschürze ist wiederum Teil des Innenfutters. Sie wird am Fenster angeschlossen und ohne Unterbrechung mittels Klebeband an der schon vorhandenen Luftdichtheitsfolie der Dachfläche verklebt.
Den sozusagen krönenden Abschluss, der den Fenstern ihre optische Perfektion gibt, bildet das Innenfutter, dessen Einzelteile nebst Schablonen und Anreißwerkzeugen ebenfalls zum Lieferumfang gehören. Das Innenfutter wurde komplett im Raum montiert, dann als Ganzes in die Öffnung gehoben und dort befestigt. Das Futter überdeckt alle Schnittkanten, sodass der Raum nach dem Saubermachen sofort wieder voll benutzbar war.

6. Solarausrüstung

Der solare Fensterantrieb lässt sich unmittelbar im Anschluss an die Fenstermontage ausführen, doch wegen des extrem schlecht gewordenen Wetters wurden diese Arbeiten im beschriebenen Fall auf einen späteren Tag verlegt.

Denn nach der Montage des Solarrolladens, der hier für beide Fenster vorgesehen war, ist auf den Rollladenkasten das Solarfeld für den Fensterantrieb nach Einbauanleitung aufzukleben, was einen trockenen Untergrund erfordert. Diese Arbeiten verursachen keinen Schmutz und werden ohne Öffnung des Dachs nur auf der Außenseite vorgenommen. Sie ließen sich dadurch auch nachträglich im bereits wieder eingerichteten Zimmer ausführen.
Dies galt auch für die ebenfalls vorgesehen Innenrollos, die als Sichtschutz oder auch zur Lichtregulierung in dem nunmehr mit einer deutlich vergrößerten verglasten Fläche ausgestatteten Raum eingesetzt werden sollten.

Quelle10.05.2013
VELUX Deutschland GmbH

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