

Mehr Flexibilität mit neuen Stromtarifen
Immer mehr Haushalte verfügen schon heute über sogenannte Flexibilitäten. Das sind, vereinfacht gesagt, Geräte, deren Energieverbrauch zeitlich verschoben werden kann. Elektroautos sind ein gutes Beispiel dafür: Ob der Ladevorgang direkt beim Einstecken nach dem Nachhausekommen oder automatisch in der Nacht beginnt, ist für den Autofahrer meist unerheblich. Für das Energiesystem macht es aber einen Unterschied, ob der Ladestrom zur „Primetime“ am frühen Abend oder zu Zeiten geringerer Nachfrage verbraucht wird.Auch intelligent gesteuerte Wärmepumpen oder sogar Waschmaschinen, Trockner und andere Geräte bieten die Möglichkeit, Energie zeitlich flexibler abzurufen und somit durch neue Tarifmodelle bares Geld zu sparen. Dynamische Stromtarife sind direkt an die Preisentwicklung an der Strombörse gekoppelt, der Preis pro verbrauchter Kilowattstunde verändert sich stündlich.

Beispiel: Beim flexiblen Tarif E.ON Home & Drive übernimmt der Energieversorger die Steuerung des nächtlichen E-Auto-Ladevorgangs, managt den Ladevorgang also so, dass das E-Auto automatisch zu den optimalen Zeitpunkten im Laufe der Nacht geladen wird und am nächsten Morgen pünktlich und geladen bereitsteht. Die Kunden zahlen einen fixen Preis pro Kilowattstunde und erhalten für die bereitgestellte Flexibilität im Gegenzug einen Ladebonus von bis zu 240 Euro pro Jahr.
Resümee von Gerhard Bauer (Redaktion “bauen.com“)
Die Energiewende kommt längst auch im Alltag an. Durch flexible Stromnutzung werden Verbraucher inzwischen aktiv Teil des neuen Systems. Wer seine Geräte intelligent steuert, kann Kosten sparen und das Netz entlasten – eine Win-win-Situation. Solche Modelle zeigen, dass Klimaschutz nicht Verzicht bedeutet, sondern oft einfaches Umdenken. Wenn Technik und Alltag so gut zusammenspielen, wird nachhaltiges Leben greifbar und bequem zugleich.

