Wärmeverteilung mit Köpfchen

Der Austausch alter Heizkörper kann ein wirksamer Schritt sein, um den Energieverbrauch spürbar zu senken. Vor allem bei modernen Heizsystemen entscheidet die passende Wärmeverteilung darüber, ob Einsparpotenziale tatsächlich genutzt werden.
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TL;DR - Das Wichtigste in Kürze
  • Heizkörpertausch bringt laut BDH 15–20% Einsparung bei der Wärmeübergabe.
  • Niedertemperatur-Heizkörper liefern bei ca. 3°C weniger Betriebstemp. gleiches Wärmeempfinden.
  • Heizsystem ist Gesamtsystem: Alte Heizkörper können Einsparung bei neuen Wärmeerzeugern mindern.
  • Austauschmodelle sollten millimetergenau auf alte Rohrleitungen passen, ohne Aufstemmarbeiten.
  • Förderung möglich: Bei neuer Anlage mit max. 55°C Vorlauf wird Heizkörpereinbau mitgefördert.
Flacher moderner Heizkörper unter einem Fenster in hellem Wohnraum
Flachheizkörper eignen sich besonders für den Austausch im Bestand, da sie wenig Platz beanspruchen und die Wärme gleichmäßig im Raum verteilen. Foto: Zehnder
Der Heizkörperaustausch gilt als vergleichsweise einfache Maßnahme, kann energetisch jedoch mehr bewirken, als viele vermuten. Welche Einsparpotenziale darin stecken und warum die Wärmeverteilung eine zentrale Rolle im Heizsystem spielt, erklärt Oliver Geithe, Leiter Zehnder Solutionmanagement Heizkörper und Lüftung, in diesem Experteninterview.

Wie bewerten Sie den Heizkörperaustausch als effiziente energetische Sanierungsmaßnahme?

Der Austausch von Heizkörpern ist eine äußerst sinnvolle Sanierungsmaßnahme, die in puncto Einsparpotential oftmals unterschätzt wird. So sind bei der Wärmeübergabe laut Angaben des Bundesverbands der Deutschen Heizungsindustrie (BDH) Energieeinsparungen zwischen 15 bis 20 % möglich.[1] Diese Energieeinsparung erreicht man dadurch, dass moderne Niedertemperatur-Heizkörper mit einer um 3° niedrigeren Betriebstemperatur das gleiche Wärmeempfinden im Raum erreichen im Vergleich zu den alten Heizkörpern. Die Energieeinsparung ist in etwa vergleichbar mit dem Fensteraustausch oder der Abdichtung des Kellerbereichs. Zudem läuft eine Erneuerung der Heizkörper relativ einfach, ohne viel Schmutz und Lärm ab – bei kurzer Amortisationszeit.
Vertikaler Heizkörper an heller Wand in modernem Wohnraum
Vertikale Heizkörper schaffen neue Gestaltungsfreiheit und ermöglichen effiziente Wärmeabgabe auch bei begrenzten Wandflächen. Foto: Zehnder

Wenn man sich nun zuerst für die Erneuerung der Heizungsanlage entschließt, kann ich dann die alten Heizkörper auch später noch austauschen?

Das wäre am falschen Ende Geld gespart! Die Heizungsanlage inkl. Wärmeerzeugung und -verteilung ist ein sensibles Gesamtsystem, bei dem alle Komponenten aufeinander abgestimmt sein müssen. Wird nun ein regenerativer Wärmeerzeuger installiert, dann sollten natürlich auch die Heizkörper mit niedrigen Systemtemperaturen kompatibel sein. Ansonsten kann die beabsichtigte Energieeinsparung schnell verpuffen: Hohe Vorlauftemperaturen, lange Reaktionszeiten oder ungleiche Wärmeabgabe wären mögliche negative Konsequenzen. Mit modernen Niedertemperatur-Heizkörpern ist man daher auf der sicheren Seite.

Worauf sollte man beim Heizkörperaustausch unbedingt achten?

Zunächst sollten neue Heizkörper vom Fachhandwerker in puncto Baugröße und Leistung auf die jeweiligen räumlichen Bedingungen optimal ausgelegt werden. Dann sollte man darauf achten, dass es sich auf jeden Fall um spezielle Austauschmodelle handelt, die millimetergenau auf die vorhandenen Rohrleitungen der alten Heizkörper passen. Somit entfallen mühsame Aufstemmarbeiten mit Schmutz, Lärm und zusätzlichen Kosten. Viele Heizkörperhersteller – wie natürlich auch Zehnder – bieten heute spezielle Austauschheizkörper an.
Wohnraum mit vertikalem Heizkörper und gleichmäßiger Wärmeverteilung
Angenehme Raumwärme entsteht nicht nur durch die Heizleistung, sondern durch eine ausgewogene Verteilung, die das persönliche Wärmeempfinden verbessert. Foto: Zehnder

Apropos Zehnder: Welche speziellen Austauschheizkörper hat der Raumklimaspezialist aus Lahr für Niedertemperatur-Anwendungen in seinem Portfolio?

Da darf ich unseren Zehnder Nova Neo hervorheben, optimal ausgelegt auf die niedrigen Vorlauftemperaturen regenerativer Heizsysteme wie beispielsweise der Wärmepumpe. Zudem erzielt Zehnder Nova Neo dank zuschaltbarer Lüfter gerade bei niedrigen Systemtemperaturen eine im Vergleich zu herkömmlichen Produkten bis zu dreifache Heizleistung. Dadurch verkürzen sich die energieaufwändigen Aufheizphasen deutlich – besonders relevant bei Kälteeinbrüchen.

Gibt es für Niedertemperatur-Heizkörper eigentlich auch eine Förderung?

Bei einer Erneuerung der Heizungsanlage inklusive Austausch der alten Heizkörper können Immobilienbesitzer verschiedene staatliche Fördermöglichkeiten in Anspruch nehmen. Solange die Vorlauftemperatur der neuen Heizungsanlage bei maximal 55 °C liegt, wird dabei auch der Einbau von neuen Heizkörpern gefördert.
Schnittdarstellung eines Niedertemperatur-Heizkörpers mit integrierter Luftunterstützung
Technische Lösungen im Inneren moderner Heizkörper ermöglichen hohe Heizleistung auch bei niedrigen Vorlauftemperaturen und verkürzen Aufheizzeiten deutlich. Foto: Zehnder

Vorteile moderner Niedertemperatur-Heizkörper

  • Niedertemperatur-Heizkörper sind auf niedrige Vorlauftemperaturen im Bereich von 40 °C bis 55 °C ausgelegt und daher perfekt kompatibel mit den ebenfalls mit niedrigen Vorlauftemperaturenausgestatteten,regenerativen Wärmeerzeugern wie Wärmepumpe oder Brennwerttechnik
  • Moderne Niedertemperatur-Heizkörper arbeiten mit einem hohen Strahlungsanteil bei ihrer Wärmeabgabe. Diese direkt auf den Körper abgegebene Strahlungswärme wird als sehr angenehm empfunden.
  • Besonders clevere Varianten sind Niedertemperatur-Heizkörper mit Gebläseunterstützung. Dank sich automatisch zuschaltbaren Lüftern kann damit eine bis zu dreifache Steigerung der Heizleistung erzielt werden. Somit verkürzen sich nochmal deutlich die Aufheizphasen.
  • Dank größerer Oberfläche erreichen Niedertemperatur-Heizkörper trotz geringerer Vorlauftemperatur die gleiche Heizwirkung. Somit spart der Einsatz von Niedertemperatur-Heizkörpern Heizenergie bei der Wärmeverteilung.
  • Viele Austausch-Heizkörper sind auf die Niedertemperatur-Technologie ausgelegt und passen millimetergenau auf die Anschlüsse der alten Heizkörper. Dadurch entfallen aufwendige Montage- und Bauarbeiten.
[1]Die Angaben beruhen auf der Annahme, dass bei korrekter Planung, Auslegung und Installation von Heizkörpern in einem Gebäude mit dem entsprechenden aktuellen Wärmeschutzniveau die Raumtemperatur um bis zu 3°C abgesenkt werden kann. Dies führt dann zu den aufgeführten Einsparungen.
Resümee von Karsten Mueller (Redaktion “bauen.com“)
Effizientes Heizen beginnt nicht nur im Heizungskeller, sondern im Raum selbst. Niedertemperatur-Heizkörper zeigen, wie sich Komfort und Energieeinsparung sinnvoll verbinden lassen, wenn Wärme gleichmäßig und bedarfsgerecht abgegeben wird. Besonders im Zusammenspiel mit modernen, regenerativen Heizsystemen entfalten sie ihr Potenzial und vermeiden unnötig hohe Systemtemperaturen. Auch im Gebäudebestand eröffnen sich damit praxisnahe Möglichkeiten, die Energiebilanz zu verbessern, ohne tiefgreifende bauliche Maßnahmen. Wer die Wärmeverteilung mitdenkt, schafft eine wichtige Grundlage für zukunftsfähiges und wirtschaftliches Heizen.


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