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Sonnenstrom

Ungewohnte Töne hört man derzeit aus der Solarstrom-Branche: Sie vermeldet in diesem Jahr einen sprunghaften Anstieg der Nachfrage und rechnet mit einem Marktwachstum von deutlich über 50 Prozent.
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Die Produktion von Fotovoltaik-Modulen ist ausgelastet, es herrschen Lieferengpässe. Grund für diesen im Deutschland des 21. Jahrhunderts so außergewöhnlichen Boom und die riesige Nachfrage: der attraktive Preis, mit dem selbst produzierter und ins öffentliche Stromnetz eingespeister Solarstrom vom Netzbetreiber vergütet wird.

Seit Jahresbeginn liegt diese Vergütung für Aufdachanlagen bis 30 Kilowatt, die 20 Jahre lang gewährt wird, bei 57,4 Cent pro Kilowattstunde, gegenüber zuvor 45,7 Cent. Damit wurde das im vergangenen Jahr ausgelaufene „100.000-Dächer-Darlehensprogramm“ kompensiert. Rechnet man mit einer 20- bis 30jährigen Lebensdauer von Fotovoltaikanlagen, dann wird ihr Kauf tatsächlich zur lohnenden Geldanlage. Die Vergütung ist im Übrigen degressiv gestaltet: Anlagen, die erst 2005 ans Netz gehen, erhalten weniger.

Lohnendes Geschäft
Bei solchen Garantievergütungen liegt es auf der Hand, dass der Anlagenbetreiber den Strom vom eigenen Dach komplett ins öffentliche Stromnetz einspeist. Den Eigenverbrauch im Haushalt deckt man wie gehabt „aus der Steckdose“. Ein netzunabhängiger Inselbetrieb, bei dem der gewonnene Gleichstrom in Akkus gespeichert wird, bleibt deshalb abgelegenen Ferienhäusern oder anderen Anlagen ohne Anschluss ans öffentliche Stromnetz vorbehalten. Oder eben dem Solartaschenrechner, der Solarleuchte im Garten, dem solar betriebenen Garagentor...

Doch das lohnende Geschäft mit dem Strom erfordert einiges an Bürokratie. Der Besitzer einer Solarstromanlage ist Unternehmer und kann die 16 Prozent Umsatzsteuer, die er beim Kauf seiner gut 20.000 Euro (brutto) teuren, Einfamilienhaus-tauglichen 4-kW-Anlage mitbezahlt hat, vom Finanzamt zurückholen. Ans Finanzamt abgeführt werden müssen dagegen die 16 Prozent Umsatzsteuer, die in den Einkünften aus dem Stromverkauf enthalten sind. Für Ihre Kalkulation: Bei der Einspeisevergütung von derzeit 0,574 Euro pro Kilowattstunde handelt es sich um einen Nettobetrag. Auf Ihre Rechnung an den Stromnetzbetreiber können Sie also 16 Prozent Mehrwertsteuer drauf packen.

Strom-Unternehmer
Die „Einkünfte aus Gewerbebetrieb“, die Sie erzielen, unterliegen der Einkommensteuer. Dafür können Sie steuermindernd alle Ausgaben geltend machen, die Sie im Zusammenhang mit der Solarstromanlage haben – von den Anlagenkosten selbst über Instandhaltung, Versicherungen, Zählermiete, Fachliteratur etc. Die Anlagenkosten können allerdings nicht auf einen Schlag als Ausgabe geltend gemacht werden, sondern immer nur der jährliche Wertverlust als so genannte Abschreibung in einem Zeitraum von 20 Jahren, entweder in gleich hohen Beträgen oder degressiv.
Ein Tipp: Vermeiden Sie es, ein Gewerbe anzumelden. Das ist mit finanziellen Nachteilen verbunden – und es ist auch gar nicht nötig. Denn leben können Sie von Ihrem Kleinkraftwerk auf dem Dach nicht, das ist unstrittig. So sieht es auch das Bundesfinanzministerium: Der Betrieb von Anlagen bis fünf Kilowatt sind demnach ein „Bagatellfall“, der „nach den Zielsetzungen der Gewerbeordnung gewerberechtlich nicht regelungsbedürftig erscheint.“

Strom aus Licht
Zur Technik: Herzstück einer Fotovoltaikanlage sind die Solarmodule auf dem Dach, deren kleinste Einheit die Solarzellen darstellen. Diese Zellen werden meist aus hochreinem kristallinem Silizium hergestellt. Der Wirkungsgrad der Solarmodule gibt an, wie viel Prozent der Sonnenenergie in Strom umgewandelt werden. Zwischen zehn und 15 Prozent sind derzeit drin – aber die Entwicklung lässt noch einiges erwarten. Monokristallines Silizium verspricht derzeit die höchsten Wirkungsgrade, gefolgt von etwas günstigeren Zellen aus polykristallinem Silizium sowie aus amorphem Silizium. So genannte Dünnschichtzellen nutzen neben amorphem Silizium auch noch andere Materialien.

Auf dem Solardach spielt sich das ab, was solar betriebene Taschenrechner im Milliwatt-Leistungsbereich oder Parkscheinautomaten im 40-Watt-Bereich ausnutzen: die Umwandlung von Sonnenenergie in elektrische Energie. Moderne Anlagen besitzen einen Wirkungsgrad von bis zu 15 Prozent. Dieser Wert gibt an, welcher Anteil des einfallenden Sonnenlichts tatsächlich in Strom umgewandelt wurde. Vor der Netzeinspeisung wird der Gleichstrom mit Hilfe eines Wechselrichters in 230-Volt-Wechselspannung transformiert.

Ernteprognosen
Von den Anlagenherstellern beziehungsweise dem Fachhandwerker können Sie sich eine Ertragsprognose erstellen lassen. Die geht von den langjährigen regionalen Daten des Deutschen Wetterdienstes aus und berücksichtigt neben der Größe Ihrer Anlage auch ihre Ausrichtung – möglichst nach Süden – ihre Neigung (optimal sind 30 Grad) und ihre mögliche Verschattung. Die aus den Angaben berechenbaren Tagesenergieerträge lassen sich übers Jahr hochrechnen und Sie haben immer den Überblick, ob Ihre Anlage im Soll ist. Die Verschattung sollte übrigens gegen Null tendieren. Denn wegen der in Reihe geschalteten Module kann schon das Ausfallen eines einzigen Moduls durch den Schatten eines Baumes, eines Nachbarhauses oder des Kamins der Stromfluss in einem ganzen Strang lahm gelegt werden.

Zum Schluss gilt es noch ein von den „konventionellen“ Stromanbietern gerne bei Stromerhöhungen ins Feld geführtes Argument zu widerlegen: Die Behauptung, die allgemeinen Strompreise seien nur wegen der hohen Solar-Umlage in den letzten Jahren so heftig angestiegen, steht auf tönernen Füßen. Denn diese Umlage liegt bei einem Strompreis von rund 18 Cent pro Kilowattstunde nach derzeitigem Stand unter 0,05 Cent!

Weitere Infos
Der Fotovoltaik-Markt ist noch jung und dementsprechend sehr lebendig. Stets aktuelle Informationen zur Technik, zur Einspeisevergütung oder auch zum Umgang des Anlagenbesitzers mit dem Netzbetreiber oder dem Finanzamt gibt es übers Internet:
www.solarfoerderung.de: Förderprogramme, Einspeisevergütung, Handwerkerkontakt – hier gibt’s herstellerneutral alles zum Solarstrom und (nicht verwechseln!) auch zur Solarwärme
www.photon.de: Fachzeitschrift mit vertiefenden Informationen
www.sfv.de: Solarenergie-Förderverein – viel Service für den Anlagenbetreiber
www.solarintegration.de: Hier informiert die Unternehmensvereinigung Solarwirtschaft (UVS) über die gestalterischen und technischen Möglichkeiten der Fotovoltaik.



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