Kinder leiden unter ungesunder Raumluft

Ausreichende Frischluftzufuhr ist essentiell für unsere Gesundheit und unser Wohlbefinden. Die luftdichten Gebäudehüllen moderner Energieeffizienz-Bauten sind jedoch für die Gesundheit nicht immer förderlich. Denn fehlt der notwendige Luftaustausch, öffnet die daraus resultierende erhöhte Luftfeuchtigkeit Schimmelpilzen Tür und Tor.
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Laut Studie des Bundesumweltamtes sind etwa acht Prozent unserer Kinder bereits gegenüber Innenraum-Schimmelsporen sensibilisiert. Kontrollierte Wohnungslüftung hilft, das Entstehen von Bauschimmelbefall zu vermeiden. Foto: BDH, Köln / FGK, Bietigheim-Bissingen
Laut Studie des Bundesumweltamtes sind etwa acht Prozent unserer Kinder bereits gegenüber Innenraum-Schimmelsporen sensibilisiert. Kontrollierte Wohnungslüftung hilft, das Entstehen von Bauschimmelbefall zu vermeiden. Foto: BDH, Köln / FGK, Bietigheim-Bissingen

Ein Risiko, dessen Auswirkung vor allem auf Kinder nicht zu unterschätzen ist, wie eine Kinder-Umwelt-Studie des Umweltbundesamtes belegt. Abhilfe schafft die kontrollierte Wohnungslüftung, die somit zum wichtigen Element von energetischer Sanierung und Neubau wird.

Aktives Lüften ist heute wichtiger denn je, denn wir verbringen einen Großteil unserer Zeit in geschlossenen Räumen. Allein Kinder befinden sich nach Erkenntnissen des Umweltbundesamtes (UBA) rund 15 Stunden pro Tag in der elterlichen Wohnung – und sind damit bislang kaum beachteten gesundheitlichen Risiken ausgesetzt. So zeigt der aktuelle Kinder-Umwelt-Survey des UBA, dass heute bereits ca. acht Prozent der Kinder zwischen drei und 14 Jahren Sensibilisierungen gegenüber Innenraum-Schimmelsporen aufweisen. Die Ursache: 14 Prozent der untersuchten Wohnungen zeigten Bauschimmelbefall, 33 Prozent hatten Feuchtschäden.

Um gesundheitlichen Beeinträchtigungen vorzubeugen, müsste alle zwei bis drei Stunden von Hand gelüftet werden – ein Rhythmus, der im Alltag praktisch nicht einzuhalten ist. Als wirksame Alternative erweist sich hier die kontrollierte Wohnungslüftung, die automatisch für den notwendigen Luftaustausch sorgt. In modernen Bauten ist sie heute bereits elementarer Bestandteil: Denn hier sind die Gebäudehüllen aus Energieeffizienzgründen mittlerweile völlig abgedichtet, und ein natürlicher Luftaustausch ist nicht mehr möglich. Die Luftfeuchte in den Innenräumen steigt daher beträchtlich an: Allein die Bewohner eines Vier-Personen-Haushalts geben täglich bis zu zehn Liter Wasser an die Luft ab – beste Voraussetzung für die Bildung von Schimmelpilzen.

„Leider sind Bauschäden durch Schimmelpilze kein seltenes Problem“, weiß Dr. Wolfgang Lorenz, Vorsitzender des Bundesverbands Schimmelpilzsanierung. „Schimmelwachstum wird unter anderem durch zwei Faktoren begünstigt: Das sind zum einen eine zu hohe Luftfeuchtigkeit, die durch den zu geringen Luftwechsel entsteht, und zum anderen schlecht beheizte Räume.“ Kondensiert die Feuchtigkeit aus der Raumluft an den Wänden, bereitet diese zusammen mit gelösten Bestandteilen aus Wandfarbe oder Tapeten einen optimalen Nährboden für das Schimmelpilzwachstum. Die neue Lüftungsnorm DIN 1946-6 schreibt daher vor, bei Bauplanung und Sanierungen zu prüfen, ob eine kontrollierte Wohnungslüftung notwendig ist.

Diese entzieht dem Schimmel die Existenzgrundlage und sorgt auch darüber hinaus für ein optimales Raumklima. Denn nicht nur die Luftfeuchte, sondern auch die CO2-Konzentration steigt bei einer dichten Gebäudehülle ohne Lüftungsanlage schnell in ungesunde Bereiche an. Moderne Lüftungssysteme bieten zudem die Möglichkeit, über Wärmerückgewinnungsvorrichtungen, integrierte Wärmepumpen oder bedarfsgerechte Regelung der Abluft den Lüftungswärmeverlust zu minimieren und die Heizkosten je nach Anlage um bis zu 80 Prozent zu senken. So schützt die kontrollierte Wohnungslüftung nicht nur die Gesundheit der Bewohner – sie erhöht zugleich auch die energetische Wertigkeit eines Gebäudes.


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