Mit ruhigem Gewissen

Bauherren sind verunsichert – liest und hört man doch so viel über bedenkliche Materialien gerade auch beim Neubau. Gut, dass man in vielen Häusern aber ganz entspannt wohnen kann.
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Foto: Heraklith
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Mit dem Bau der eigenen vier Wände geht für viele Familien ein Lebenstraum in Erfüllung.

Von daher sollte es eigentlich selbstverständlich sein, dass dieses Haus aus umweltfreundlichen Materialien besteht. Das erklärt vielleicht den seit Jahren ungebrochenen Trend zum gesunden Wohnen in Deutschland, wovon insbesondere der Holzhausbau profitiert hat – denn Holz gilt als ökologisch hochwertiges Baumaterial.


Geprüfte Qualität
Es führt kein Weg dran vorbei – wer gesundheits- und umweltbewusst bauen will, muss wissen, was drin ist im Material und wo es herkommt. Ein Blick auf Label, Zertifikate und Prüfzeichen hilft bei der Orientierung.

- Der „Blaue Engel” kennzeichnet Baustoffe, die im Vergleich mit anderen aus derselben Produktgruppe besonders schadstoffarm sind.

- Umwelt- und Gesundheitsverträglichkeit soll natureplus(r)-Zeichen signalisieren: Die Produkte müssen zu mindestens 85 Prozent aus nachwachsenden oder mineralischen Rohstoffen bestehen.

- Das Siegel „Produkt emissionsarm” des Kölner eco-Institutes bescheinigt den von natureplus nicht erfassten synthetischen Materialien geringe Schadstoffabgabe.

- „Tox-proof” ist ein Zeichen der TÜV Produkt und Umwelt GmbH und wird nur Produkten verliehen, die sich nach eingehender Untersuchung als gesundheitlich unbedenklich – weil schadstoffarm – herausgestellt haben.



Die richtige Wahl


Foto: Vöma
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In den seltensten Fällen wird man alle baubiologischen Kriterien in einem Haustyp bis zur letzten Konsequenz verwirklicht finden. Es kommt darauf an, eigene Schwerpunkte zu setzen, die Baubeschreibungen genau durchzulesen und im Zweifelsfall dem Hersteller auf den Zahn zu fühlen. Keine leichte Aufgabe, wo das Angebot an umweltfreundlichen Hauskonzepten mit jedem Jahr breiter wird.

Doch ein Haus, dem man sich und seine Kinder anvertraut, muss die Mühe wert sein. Die Auswahlkriterien beginnen bereits bei der Produktion: Schließlich verbraucht bereits die Herstellung von Baumaterialien bzw. eines Hauses Energie und Rohstoffe und verursacht Schadstoffemissionen.

In Ziegeln, Beton, Kalksandsteinen und Metall zum Beispiel steckt reichlich Herstellungsenergie, bei Holz aus Skandinavien oder gar aus Übersee schlägt der Transportweg zu Buche.

Den Stapeln auf der Baustelle sieht man nicht immer an, wie sehr sie das Umweltkonto belasten, sichtbar ist dagegen die Versiegelung von Bodenfläche: ein Gebäude nimmt der örtlichen Flora und Fauna Lebensraum weg und der Allgemeinheit ein Stück wertvolles Erdreich, das Regenwasser speichert. Mit einem Dachgarten und einer Anlage zur Regenwasser-Nutzung kann man das Konto zumindest teilweise ausgleichen.


Energie als wichtiger Faktor


Foto: Heraklith
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Sobald das Haus steht, muss Energie für Heizung und Warmwasser hineingesteckt werden, und das ist (fast) immer mit dem Ausstoß des Klimakillers Kohlendioxid verbunden.

Umweltfreundliche Haustechnik geht folglich sparsam mit Öl oder Gas um, noch umweltfreundlicher ist der Einsatz erneuerbarer Energien: Sonnenenergie zur Warmwasserbereitung, Heizungsunterstützung oder Stromerzeugung, Sonnen- und Erdwärme, aus dem Boden mittels Wärmepumpen gewonnen, Erhalt der im Haus erzeugten Abwärme durch intelligente Lüftung.

Eine absolut winddichte und gut gedämmte Haushülle versteht sich dabei von selbst. Was im Falle eines Öko-Hauses durchaus mit einem weiteren Kriterium vereinbar ist: der Recycling-Fähigkeit.


Konsequent bis zum Schluss


Foto: WeberHaus
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Nicht genug, dass der eigentliche Bau ökologischen Kriterien folgt. Denn wenn Sie mit Bodenbelägen, Farben oder Möbeln Gifte ins Haus bringen, ist die Anstrengung umsonst.

So geben zum Beispiel Baustoffe und Materialien, die mit Chemikalien gegen Pilzbefall, Insekten, gegen Brandgefahr und Feuchtigkeit imprägniert wurden, Giftstoffe an die Umgebung ab, was nicht nur für Kinder im Krabbelalter gefährlich ist.

Natürliche, baubiologisch einwandfreie Stoffe sollten in einem Öko-Haus den Vorzug bekommen vor künstlichen, natürliche Maßnahmen gegen Schimmel und Schädlinge vor dem Chemo-Hammer.

Also unbedingt darauf achten, was man sich bei der Ausstattung wirklich so alles ins neue Heim schleppt.


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