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Hightech im Elternhaus

In den 60er- und 70er-Jahren entstanden vielerorts Reihen- und Doppelhäuser. Allmählich werden diese Gebäude an die nächste Generation übergeben. So auch im Stuttgarter Stadtteil Stammheim, in dem eine junge Familie mit zwei Kindern die Doppelhaushälfte von den Eltern übernommen hat.
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Foto: CPZ

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Das 1965 erbaute Satteldachhaus besteht aus drei Geschossen, von denen das Erdgeschoss (98,5 m2) als separate Wohneinheit vermietet ist.
Das Obergeschoss (99,66 m2) ist über eine Treppe mit dem Dachgeschoss (59,26 m2) verbunden und bildet eine weitere Wohneinheit. Der gemeinsam genutzte Hauseingang liegt der Straße abgewandt auf der Nordseite des Gebäudes.

Vorgelagerte Balkone befinden sich im ersten Obergeschoss auf der Süd- und Nordseite sowie im Dachgeschoss auf der Ostseite des Gebäudes. Im hinteren Bereich des Gartens fügt sich ein Schwimmbecken zwischen einer Sichtschutzwand und einer weiteren Terrasse ein.

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Die Gebäudehülle und die Außenanlage mussten gründlich saniert werden – und auch das Innere des Gebäudes entsprach nicht den Vorstellungen des jungen Paares. Die vielen kleinen Räume, die sich dunkel auf die Wohnfläche verteilten, ein ebenfalls finsterer Eingangsbereich, veraltete und kostenintensive Haustechnik sowie die kleine abgeschlossene Arbeitsküche passten nicht mehr in die heutige Zeit.

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Die Familie wünschte sich offene und großzügige Grundrisse, moderne Haustechnik, lichtdurchflutete Räume und eine Küche, die auch als Zentrum der Kommunikation dienen sollte.
Mit der nachhaltigen Sanierung beauftragte das Ehepaar den Stuttgarter Architekten Nikolaus Tennigkeit, der die übermüdete Doppelhaushälfte mit viel Gefühl und kreativer Kraft in ein fortschrittliches Heim umgestaltete. Er verwandelte das unmoderne Wohnhaus innerhalb von acht Monaten in ein helles und zeitgemäßes Bauwerk.


Kühler Kontrast


Foto: CPZ

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Erfrischend und dominant steht das Gebäude heute auf dem ruhigen Grundstück im Wohngebiet Stammheim. Der Architekt kombinierte technisch-kühles Metall am Bauwerk und ein damit harmonierendes Dach aus grauen Pfannen mit einer sonnigen und warmen Optik in der Außenanlage.
Durch den Einbau größerer Fensterelemente gewinnt das Haus an Transparenz, die neu verputzte Fassade wurde in strahlendem Weiß gehalten.
Verzinkte Stahlgeländer an den Balkonen, glänzendes Trapezblech an den Dachgauben und die eloxierten Aluminiumrahmen der Fenster bilden einen spannenden Gegenpol zur sommerlichen Holzverkleidung des Sichtschutzes und der warmen Holzumfassung des Pools.

Um den Übergang zwischen Haus und Garten fließender zu gestalten, wurde entlang der gesamten Hauslänge ein neuer Holzsteg angefügt, der sich zum Garten hin abtreppt. Der auf der Gartenseite liegende Eingangsbereich und das Treppenhaus erhalten durch einen verglasten Vorbau mehr Tageslicht.
So setzte Nikolaus Tennigkeit das Gebäude kontrastreich in Szene.

Mehr Durchblick


Foto: CPZ

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Ein Hauptanliegen der Bauherren waren helle Innenräume. Daher zog der Architekt die innenseitig aus weiß lackiertem Holz bestehenden Fensterelemente größtenteils auf Fußbodenniveau herunter. Außerdem vergrößerte er die vorhandenen Dachgauben und baute im Schlafzimmer der Eltern eine weitere Gaube ein. Durch diese Maßnahmen konnten die Fensterflächen um mehr als 50% auf insgesamt 76,88 m2 vergrößert werden.

Um die Räume im Sommer vor stärkerer Erhitzung zu schützen, verwendete der Architekt eine Wärmeschutzverglasung (Ipasol N 68/34, U-Wert 1,1) mit integrierten Alarmspinnen (Drahtgeflecht mit Verbundsicherheitsglas, das bei Bruch die Alarmanlage auslöst).
Außen angebrachte, elektrische Jalousien runden als Sonnen- und Blickschutz das neue Konzept ab. Der Entwurf der luftigen Transparenz setzt sich im Inneren des Hauses fort.

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Um ein harmonisches Raumgefüge zu schaffen, entfernte Nikolaus Tennigkeit unnötige Trennwände im Obergeschoss. Die neugestaltete Etage dient der jungen Familie als großzügiger und lichtdurchfluteter Wohn-/Essbereich, dessen Herzstück ein offener Kamin im Wohnzimmer ist.
Auf knapp 69 m2 vereinigen sich ohne störende Wände die Küche, der Ess-Bereich und das 44 m2 große Wohnzimmer auf cremefarbenem Natursteinboden.

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Das Kommunikationszentrum „Küche” leistet mit seinen maßgefertigten Schrank- und Regaleinbauten aus edlem Holz einen konsequenten Beitrag zur durchgehenden Linie der Innenraumgestaltung. Ausgesuchte Materialien und mehr Helligkeit wurden auch in den Badezimmern und WC-Räumen im Dachgeschoss gefordert. Hier erlebte die Familie den Wandel von ehemaligen Hygienekapseln zu technisch hochwertigen Wohlfühloasen mit Natursteinboden, exklusiver Sanitärausstattung und HiFi-Anlagen-Anschluss mit Deckeneinbaulautsprechern.


Moderne Haustechnik


Foto: CPZ

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Die in der Decke integrierten Lautsprecher finden sich in nahezu jedem Raum wieder. Ob im WC, im Bad, in der Küche oder im Wohnzimmer – die Musikanlage verwöhnt auf Wunsch im ganzen Haus. Das multimediale Hightech-Angebot wird mit klappbaren LCD-Bildschirmen im Schlafzimmer und einem in die Wand eingelassenen Plasma-TV im Wohnzimmer ergänzt.
Der technisch sehr versierte Architekt hat das Gebäude mit einem modernen EIBBus-System (European Installation Bus) aufgerüstet.
Fast alle elektrisch bedienbaren Elemente wie Klimaanlage, Alarmanlage, Leuchten, Musikanlage, Jalousien, Rollläden oder Heizung sind mit diesem System einzeln oder auch in Gruppen steuerbar.
Die Vorteile liegen auf der Hand: Durch eine geschickte Programmierung des EIB-Systems können verschiedene „Situationen” gespeichert werden. So kann der Bauherr wind-, temperatur-, tageslicht- und/oder zeitabhängig bestimmte Funktionsabläufe ausführen lassen. Zum Beispiel können Jalousien bei hohen Temperaturen heruntergefahren werden, das Ein- oder Ausschalten der Alarmanlage und/oder bestimmter Lichtquellen erfolgt zu einer gewünschten Zeit. Es gibt eine Fülle von Kombinationen und Möglichkeiten, das EIB-System sinnvoll zu nutzen.

Für die Sicherheit der Hausbesitzer leistet eine kombinierte Einbruch-, Überfall- und Störmeldeanlage ihren Dienst, die über einen ISDN-Anschluss, Bewegungsmelder und eine Außenhautsicherung verfügt. In den Räumen mit heruntergezogenen Fenstern wurden die alten Heizkörper entfernt und durch eine Fußbodenheizung ersetzt.
Lediglich in den Bädern, im Keller, im Flur und im Gästeraum gibt es konventionelle Radiatoren. Da die Heizungsanlage nicht mehr den heutigen technischen Anforderungen entsprach, wurde sie komplett erneuert. Der Architekt plante eine gasbetriebene Kessel-Boiler-Anlage von Junkers ein und erneuerte auch das gesamte Rohrleitungssystem.
Diese Anlage entspricht der Energieeinspar-Verordnung (EnEV) vom 01.02.2002 und senkt auf Dauer die Betriebskosten.

Umbau-Daten
Projekt: Dreigeschossige Doppelhaushälfte in Stuttgart-Stammheim
Außenmaße: 9,5 m x 10,49 m; Nutzfläche: ca. 260 m2
Baujahr: 1965; Umbau/Sanierung: 2001; Bauzeit: 8 Monate
Architekt: Nikolaus Tennigkeit, Büro Tennigkeit-Architekten, Neckarstraße 226, D-70190 Stuttgart
Tel.: 07 11/2 56 84 33, E-Mail: tennigkeit-architekten@t-online.de


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