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Großes Plus - Dachrenovierung und Dachausbau

Altbauten mögen viele Fehler haben, doch die meisten haben einen großen Vorteil. Computerfreaks würden sagen: Sie sind aufwärtskompatibel. Man kann aus seinem Dachboden hellen, komfortablen Wohnraum machen. Eine echte Wertsteigerung.
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Foto: Knauf
Foto: Knauf
Ob und wie viel neuer Wohnraum drin ist, hängt vom Zustand der Bausubstanz des gesamten Hauses ab. Den können nur Ingenieure, Statiker oder Architekten beurteilen. Eine Wohnung auf dem Dachboden bedeutet neue Verkehrslasten (Bewohner, Gäste, Möbel usw.) und neue ständige Lasten (Gauben, Fußboden, Wände, Dämmung, Wandverkleidungen, sanitäre Anlagen usw.). Kann der Boden, können die unteren Geschosse das alles tragen? Überprüft werden muss daneben der Zustand des Dachstuhls, besonders hinsichtlich Pilz- und Insektenbefalls.

Nicht zu vergessen die Dachhaut mit der Eindeckung: Kann sie das Haus überhaupt noch dicht halten?

Planung nach Dachform

Foto: Baumeister Haus
Foto: Baumeister Haus
Nicht alle Dachformen sind gleich gut für den Ausbau geeignet. Satteldächer mit Neigungswinkeln zwischen 35 und 55 Grad machen meist keine Probleme.

Etwas weniger Platz ist unter Walm-, etwas mehr hingegen unter Mansarddächern, wegen der an der Traufe sehr steilen Neigung. Eine weitere Rolle spielt die Konstruktion des Dachstuhls.
 
Foto: Velux
Foto: Velux
Das einfache Sparrendach bietet zwar einen von konstruktiven Elementen völlig freien Raum, doch ist keiner der Sparren entbehrlich, Änderungen der Dachform sind entsprechend knifflig.

Beim Kehlbalkendach verstärken Balken parallel zum Boden den Winkel zwischen den Sparren. Sie können unter Umständen eine Einzugdecke tragen oder Wände stützen.

Beim Pfettendach ruhen die Sparren auf parallel zur Traufe verlaufenden Balken, den Pfetten, die ihrerseits auf Pfosten gelagert sind. Man kann sie gut in die Raumgestaltung einbeziehen, verkleidet oder sichtbar.
 
Foto: Herter
Foto: Herter
Der Grundrissplanung sind einige Dinge vorgegeben, etwa die Lage des Zugangs. Küche, Bad und WC gehören so nahe wie möglich ans Hauptfallrohr des Hauses. Von zu kleinräumiger Gliederung ist abzuraten, sonst droht Platzangst. Ein Installateur kann feststellen, ob die Zentralheizung im Keller stark genug für eine Erweiterung ist, wie viele Heizkreise eingebaut werden müssen, wie viele Heizkörper. Beziehungsweise ob nicht doch eine kompakte, eventuell wandhängende Etagenheizung Sinn macht.

Regeln für die Sicherheit

Auf den gelegentlich etwas unebenen alten Dachböden kann eine Schüttdämmung eingesetzt werden. Anschließend wird der Trockenestrich aufgebracht. Foto: Knauf
Auf den gelegentlich etwas unebenen alten Dachböden kann eine Schüttdämmung eingesetzt werden. Anschließend wird der Trockenestrich aufgebracht. Foto: Knauf
Ein Dachausbau ist eine „wesentliche Änderung“ des Gebäudes: es liegt eine Nutzungsänderung vor, eine Änderung im äußeren Erscheinungsbild (Fenster und eventuell Gauben) sowie ein Eingriff ins statische Gefüge.

Nur „bauvorlageberechtigte Personen“ dürfen die Pläne einreichen, Architekten, Bauingenieure, in manchen Bundesländern auch Zimmer- und Maurermeister.

Die Behörde achtet auf Einhaltung der Sicherheitsvorschriften und auf einen gewissen wohnlichen Standard, festgeschrieben in der jeweiligen Landesbauordnung.

Standsicherheit muss gewährleistet sein. Zwei Fluchtmöglichkeiten sind zwingend vorgeschrieben: übers Treppenhaus sowie über ein mindestens 90 mal 120 Zentimeter großes Fenster, das die Feuerwehr mit der Leiter erreichen kann. Meist werden zwischen 220 und 240 Zentimeter lichter Höhe über mindestens der Hälfte der Grundfläche (in einigen Bauordnungen: zwei Drittel) gefordert.

Die Fensterfläche muss mindestens 12,5 Prozent der Grundfläche betragen.


 
Verdiente Förderung
Der Quadratmeter Wohnraum unterm Dach kann bis zu € 1.500 kosten, je nach Ausgangslage und Anteil der Eigenleistung. Dafür lohnt es sich unter Umständen, den Bausparvertrag einzusetzen. Außerdem sollte man Bund, Land und gegebenenfalls Kommune um Förderleistungen angehen. Die KfW, die Kreditanstalt für Wiederaufbau, erteilt auf Bundesebene günstige Darlehen. Sie hat ihre Förderprogramm-Struktur radikal vereinfacht – für alles, was den Dachausbau betrifft, kommt „Wohnraum modernisieren“ in Frage, bei Montage von Fotovoltaik-Anlagen zusätzlich das Programm „Solarstrom erzeugen“. Zu Redaktionsschluss standen die genauen Konditionen leider noch nicht fest.

Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW), Tel.: 0 18 01/33 55 77, Fax: 0 69/74 31-42 14; Internet: http://kfw.de
 
Foto: Velux
Foto: Velux

Neue Fenster


Menschenfreundlichere Richtwerte liefert die DIN 5034 (Tageslicht in Innenräumen), wonach die Fensterbreite 55 Prozent der Raumbreite betragen sollte.

Verschattung mittels Jalousien, Markisen oder Faltstores gehört dazu, denn Dachräume können schnell zu Schwitzkästen werden.

Gauben vergrößern die Fläche, auf der man aufrecht stehen kann und damit den Wohnwert. Darüber hinaus kann man ihre Fenster auch bei Schnee und Regen zum Lüften öffnen. Sie liefern weniger Tageslicht als Dachflächenfenster, es sei denn sie sind voll verglast.

Je nach Maßen und Form muss der eine oder andere Sparren abgesägt werden, müssen Querhölzer (Wechsel) den Dachstuhl ergänzen.

 
Dach-Prüfung
Das Dach ist mit die größte Wärmebrücke des Hauses. Gelegenheit zur ersten Prüfung der Dachhaut ergibt sich nach Schneefall: Dort, wo es zuerst taut, kann undichte oder mangelhafte Dämmung vermutet werden. Von unansehnlich und brüchig gewordener Eindeckung trennt man sich am besten komplett. Eine realistische Analyse kann man von Fachleuten, den Dachdeckern, erwarten.



Machen und machen lassen

Eine der wirksamsten Arten der Verschattung im Dachgeschoss: steuerbare Außenmarkise. Foto: Somfy
Eine der wirksamsten Arten der Verschattung im Dachgeschoss: steuerbare Außenmarkise. Foto: Somfy
Viele Gewerke, die im Zuge des Dachausbaus anfallen, bleiben Fachleuten vorbehalten: Arbeiten am Dachstuhl und an den Gauben, Verlängerung der Sanitärleitungen.

Einbau von Dachfenstern durch Laien ist laut dem Verband privater Bauherren (VPB) eine der Hauptursachen dafür, dass die Energieverbrauchswerte vieler Neubauten nicht stimmen.

Der Anschluss an die Dämmung, die Luftdichtheitsfolie und die Dampfbremse der Dachhaut müssen exakt und penibel ausgeführt sein, ansonsten kommt es neben Lüftungsverlusten zur Durchfeuchtung der Dämmung und des Dachstuhls.

 
Richtig dämmen
Zwischensparrendämmung:
Hier werden beispielsweise elastische Hanfmatten zwischen die Dachsparren geklemmt – kein Problem für Heimwerker.

Untersparrendämmung:
Wo die Sparrentiefe für die gewünschte Dämmstoffstärke nicht ausreicht, muss eine Untersparrendämmung erfolgen.

Aufdachdämmung:
Bei bereits ausgebautem Dachgeschoss ist die nachträgliche Dämmung von außen ratsam. Die Zwischensparrendämmung von außen ist Profisache.


Wird das Dach neu eingedeckt, können Laien immerhin Hilfsarbeiten leisten. Andere Tätigkeiten wiederum sind genau richtig für Eigenleister. Wie das Entrümpeln und das Säubern, das Dämmen und Dichten und der Aufbau der Zwischenwände.
 
Steuergeräte für Außenmarkisen und Rollläden, auch zur Fernbedienung. Foto: Somfy
Steuergeräte für Außenmarkisen und Rollläden, auch zur Fernbedienung. Foto: Somfy
Die Dachhaut wird meist von innen nachträglich gedämmt, zwischen oder unter den Sparren.

Dachsparren älterer Gebäude sind vergleichsweise dünn, daher muss gegebenenfalls mit Brettern aufgedoppelt werden, um eine ordentliche Packung Dämmstoff zwischen den Hölzern unterbringen zu können.

Eine Beton- oder eine Ziegeldecke wird nicht noch extra eine Schalldämmung benötigen, lediglich einen wärmedämmmenden Fußbodenaufbau. Ganz anders die Balkendecke: zwischen die Balken, auf die Bretter des Blindbodens, kommt eine Schüttdämmung aus Blähton, Perlite oder Blähschiefer.
Wahlweise dürfen es schallschluckende Lehmsteine sein.


Leicht vor schwer

Foto: Holzabsatzfonds
Foto: Holzabsatzfonds
Im Dachgeschoss empfehlen sich für den Fußbodenaufbau Estrichplatten aus Gips und Holzwerkstoffen, da sie ohne Feuchteeintrag verarbeitet werden können und außerdem leichter sind als Fließestrich.

Betondecken werden mit PEFolie ausgelegt, die eine Schüttdämmung zum Ausgleich von Unebenheiten aufnehmen kann. Auf ihr werden die Platten miteinander verklebt und verschraubt.

Massive Zwischenwände aus Ziegeln, Betonelementen, Porenbeton-, Beton- oder Kalksandsteinen werden ausschließlich genau über tragenden Wänden in den unteren Geschossen aufgebaut.
 
Foto: Sharp
Foto: Sharp
Mehr Freiheiten erlaubt die Leicht- oder Trockenbauweise. Üblicherweise sind es Gipskarton- oder Gipsfaserplatten, die auf Gerüste aus Aluminiumrahmen montiert werden. Holzwerkstoffplatten werden seltener verwendet, Lehmbauplatten sind gerade erst im Kommen.

Besondere Formate, kleiner und handlicher als üblich geschnitten, erleichtern den Transport durch enge, verwinkelte Treppenhäuser.

Nach dem Aufstellen und Verankern der Rahmen erfolgt das Einbringen der Elektro- und eventuell der Sanitärinstallation, dann der Dämmung. Anschließend wird die Konstruktion mit den Platten geschlossen. Im Badbereich benutzt man Platten mit Imprägnierung.


Wertsteigernd

Foto: Schiedel
Foto: Schiedel
Wer neuen Wohnraum im Haus schafft, der erweitert nach dem Verständnis der Energie-Einspar-Verordnung (EnEV) das „beheizte Gebäudevolumen“ (§ 8, Absatz 3). Wenn es mehr als 30 Kubikmeter sind, müssen in puncto Energieverbrauch die gleichen Anforderungen erfüllt werden wie bei Neubauten.

 
Foto: Dörken
Foto: Dörken
Ist der Dachraum bereits beheizt, reicht es, den Dämmstandard auf einen U-Wert von 0,30 W/(m2K) anzuheben. Damit echter Mehrwert herausspringt, sollte man die Vorgaben der Energie-Einspar-Verordnung möglichst übererfüllen.

Zusammen mit einer kompletten energetischen Modernisierung – Niedertemperatur-Heizung, Dämmung der Fassade – kann am Ende sogar eine deutliche Verbrauchsminderung herauskommen.


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