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Alternative Dämmstoffe

In jeder Apotheke bekommen wir Medikamente auf pflanzlicher Basis, Autos fahren mit Ethanol aus Getreide, Zuckerrüben, Kartoffeln – die Verbindung von Natur und Hightech scheint Zukunft zu haben. Selbst zu herkömmlichen Bauund Dämmstoffen gibt es immer mehr ökologische Alternativen.
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Alternative Dämmstoffe - Natürlicher Aufwärtstrend. - Foto: Steico
Foto: Steico
Ein Baustoff ist umso ökologischer, je weniger Energie es zu seiner Herstellung braucht und je weniger Schadstoffausstoß er verursacht, ob nun im Zuge der Produktion, der Verarbeitung auf der Baustelle, während der Nutzung oder bei der Entsorgung. Nicht zu vergessen der Brandfall: Polyurethan-Hartschaum (PUR) setzt dann Blausäure frei, expandiertes Polystyrol (EPS) hochgiftige Dioxine und Furane.

 
Film-Tipp
Stroh als Baustoff
Häuser aus Strohballen: Ein paar Exemplare stehen in den USA nun schon seit fast hundert Jahren aufrecht und unversehrt – in diesem Film erfährt man, warum das so ist. Da wird zum Beispiel in der Materialprüfungsanstalt eine mit Lehm verputzte Strohwand dem Feuer ausgesetzt und bleibt davon über eine Stunde lang nahezu unbeeindruckt.
Der Baustoff vom Feld ist billig, tragfähig, lässt dem Planer alle Freiheiten und erreicht sensationell hohe Dämmwerte. Nebenbei scheint die Eigenleistung mit vielen helfenden Händen auch noch eine Menge Spaß zu machen.
„Stroh im Kopf – ein alter Baustoff wiederentdeckt“, von Heidi Snel, 43 Minuten, DVD: 29,90 Euro; VHS: 27,90 Euro; zu bestellen über ÖKOFILM, Dorfstraße 5, 14806 Lübnitz, Internet: www.oekofilm.de




Klimaregler

Flachsmatten sind hautsympathisch und daher angenehm zu verarbeiten. - Foto: Heraklith
Foto: Heraklith
Alternative Dämmstoffe, aus Altpapier, Holz, Hanf oder Getreide, werden in der Regel mit einem Bruchteil der Energie erzeugt, die Mineralwolle oder synthetische Hartschäume verschlingen.

Sie erreichen zwar nicht deren Dämmwerte, gleichen diesen Mangel jedoch mit Schadstofffreiheit, Diffusionsoffenheit und vor allem hoher Sorptionsfähigkeit aus: sie können große Mengen an Wasserdampf aufnehmen, ohne dabei erheblich an Dämmvermögen zu verlieren.
 
Eine der Stärken von Holzfaserdämmplatten ist der sommerliche Hitzeschutz. - Foto: Gutex
Foto: Gutex
Sinkt die Raumluftfeuchte unter ein bestimmtes Niveau, kehrt sich die Richtung um, sodass ein für den Menschen gesundes und angenehmes Klima erhalten bleibt.
Noch dazu warten sie mit besserem sommerlichem Hitzeschutz auf, den sie ihrer höheren Rohdichte zu verdanken haben.

Besonders Holzfaserplatten sind hier zu nennen. Sie speichern einen Gutteil der Wärme eines Sommertags und geben sie erst in den kühleren Nachtstunden an die Innenräume ab.
 
Hanf ist mit die älteste Kulturpflanze und wird in ihrer ganzen Vielseitigkeit gerade erst wiederentdeckt. Die Produkte dieses Herstellers tragen gleichfalls das natureplus (r)-Zertifikat. - Foto: Hock Thermohanf
Foto: Hock Thermohanf
Holzfaserdämmstoffe sind zudem ein Beispiel für gelungene Resteverwertung, so wie Zelluloseflocken aus Altpapier, die sich in Kanada und den USA seit über 100 Jahren im Hausbau bewähren.

Hanf ist insektensicher und schimmelbeständig, Flachs wächst schnell und anspruchslos, ist hautsympathisch und folglich angenehm zu verarbeiten.

Schafwolle hat sich als regelrechter Schadstoff-Filter entpuppt. Ein Minus in der Ökobilanz stellt bei einigen alternativen Materialien der notwendige Zusatz von Boraten dar, mit denen sie gegen Brandgefahr und Insektenbefall geschützt werden.


Vielseitig

Trittschalldämmung aus Schafwolle. - Foto: Woolin
Foto: Woolin
Zur Trittschalldämmung, zur Wärmedämmung in Außen- und Innenwänden sowie unter der Dachschräge kommen sie zum Einsatz.

In Form von Matten, lose zum Stopfen oder als Schüttung geliefert, eignen sich fast alle zur Eigenleistung, nur die in Flockenform zum Einblasen müssen von Fachleuten mit speziellen Maschinen eingebracht werden.
 
Schüttdämmstoff aus Roggen mit Molke, Kalkhydrat und Wasserglas veredelt und haltbar gemacht. - Foto: Romonta Ceralith
Foto: Romonta Ceralith
Mit losen Woll- und Holzfasern kann man Türund Fensterfugen dauerelastisch abdichten, anstatt zu baubiologisch bedenklichen Montageschäumen zu greifen. Für manche Zwecke sind Dämmstoffe auf pflanzlicher Basis weniger oder gar nicht geeignet, wie etwa Flachdach- oder Kellerdämmung (Perimeterdämmung). Statt Hartschaum kann hier aber Schaumglas verwendet werden.

 
Sonnensammler
Aus Glas, aus lichtdurchlässigen Kunststoffen oder beidem hergestellt, hat die Transparente Wärmedämmung, kurz: TWD, dennoch ökologische Pluspunkte zu bieten. Sie ist eine Kreuzung aus Dämmung und Solarkollektor, die es bereits in vielen Varianten gibt. Einige sind so konstruiert, dass sie das schräg einfallende, intensive Licht der Sommersonne reflektieren, das der tief stehenden Sommersonne verwerten. Es wird durch transparente Kapillar- oder Wabenplatten an die Wand dahinter durchgeleitet. Die Luft in den Hohlräumen wirkt als Isolationsschicht. Eine andere Konstruktion dient hauptsächlich zur Lichtstreuung, ist damit eher ein Mittelding zwischen Fenster und gedämmter Außenwand.



Mit Finanzspritze


Noch hat nicht jeder Baumarkt die Alternativen auf Lager, Lieferprobleme gibt es jedoch in der Regel keine. Mehrkosten gegenüber konventionellen Produkten muss man in Kauf nehmen, es sei denn, es handelt sich um Dämmung aus Flachs, Hanf, Wiesengras, Seegras, Getreide oder Schafwolle. An deren Anschaffung beteiligt sich 2006 noch der Staat mit bis zu € 35 pro Kubikmeter (abhängig vom Hersteller, Infos von der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V., Hofplatz 1, 18276 Gülzow (Fax 0 38 43 / 69 30 – 102; www.fnr.de).


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